Wilhelm Eckhardt (SS-Mitglied)
Wilhelm Eckhardt (* 4. Februar 1897 in Bettenhausen; † 1. Oktober 1944 bei Ostrowiec) war ein deutscher Polizist, SS-Hauptsturmführer und Leiter der Außenstelle Mariupol des KdS Stalino.
Leben
Seit 1931 diente Eckhardt in der Politischen Abteilung der Polizeidirektion Kaiserslautern.[1] Zum 1. März 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 868.142).[2] Ab 15. August 1939 besuchte er einen Kommissar-Anwärterlehrgang an der Führerschule der Sicherheitspolizei in Charlottenburg. Am 1. Juni 1940 wechselte er zur Kriminalpolizeistelle in Ludwigshafen. Am 1. November 1940 kam er nach Lublin, wo er der Dienststelle des Kommandeurs der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) angehörte. Über seine Tätigkeit in dieser Zeit gibt es keine Erkenntnisse.[1]
Im Mai 1943 wurde Eckhardt zum KdS Stalino in der Südukraine abgeordnet. Bis zum Beginn des kriegsbedingten Rückzugs Anfang September 1943 leitete er zunächst die KdS-Außenstelle in Taganrog und in der Endphase die Außenstelle Mariupol.[3] Im Nachkriegsprozess legte das sowjetische Außenministerium Aussagen russischer Zeugen vor, wonach Eckardt im Juni 1943 bei der Erschießung von 13–15 Menschen am Kohleschacht von Stalino anwesend gewesen sei. Laut Aussage ehemaliger Volksdeutscher war Eckhardt wahrscheinlich für die Ermordung festgenommener und im Gefängnis Mariupol inhaftierter Personen verantwortlich. Am 5. September 1943 wurde die Dienststelle des KdS geräumt und die Außenstellen wurden auch aufgelöst.[3]
Die bisherige stationäre Dienststelle erhielt nun wieder die Bezeichnung Sonderkommando 4b und zog sich auf Befehl nach Vladimir-Volynski zurück. Eckardt führte bei diesem Marsch ein Teilkommando und richtete mit diesem nach Ankunft in Vladimir-Volynski eine Außenstelle in dem etwa 40 Kilometer entfernten Ort Gorochow ein. Das bewahrte ihn vermutlich vor der Teilnahme an der Erschießung der letzten, etwa 1000 Juden des Ghettos Vladimir-Volynski, die das Sonderkommando 4b im Dezember 1943 und Januar 1944 vornahm.[3] Im Herbst 1944 fiel er im Kämpf gegen polnische Partisanen.
Literatur
- Hans Kirsch: Sicherheit und Ordnung betreffend – Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276–2006. Kaiserslautern: Historischer Verein der Pfalz, Bez.-Gruppe Kaiserslautern, 2006 ISBN 9783981083835, S. 523–526.
Einzelnachweise
- ↑ a b Hans Kirsch: Sicherheit und Ordnung betreffend - Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006. Kaiserslautern 2006, S. 523.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7281401
- ↑ a b c Hans Kirsch: Sicherheit und Ordnung betreffend - Geschichte der Polizei in Kaiserslautern und in der Pfalz 1276 - 2006. Kaiserslautern 2006, S. 525.