Wilhelm Berthold (Politiker)
Wilhelm Berthold (* 20. September 1811 in Dresden; † 26. März 1879) war ein deutscher Lehrer und Politiker.
Leben
Wilhelm Berthold wurde als Sohn eines Dresdener Gastwirts geboren. Am Dresden-Friedrichstädter Lehrerseminar wurde er zum Lehrer ausgebildet. In Döbeln wurde er 1835 erster Mädchenlehrer und Obmann der Stadtverordneten. Von 1841 bis 1844 studierte er an der Universität Leipzig. 1847 wurde er dort in Pädagogik zu einem altgriechischen Thema mit einer lateinisch geschriebenen Arbeit zum Dr. phil. promoviert.
In Döbeln war er an der Gründung des Vaterlandsvereins beteiligt und hielt Reden bei Bürgerversammlungen. 1848 war er Mitglied des Vorparlaments, seine Wahl in die Frankfurter Nationalversammlung scheiterte. Er wurde 1848 Abgeordneter des demokratisch gewählten sächsischen Landtags, der im April 1849 aufgelöst wurde. Er nahm am Dresdner Maiaufstand teil, bei dem er am 6. Mai 1849 mit Richard Wagner auf dem Turm der Kreuzkirche zur Nachtwache eingeteilt war. Nach Ausstellung eines Haftbefehls floh er nach Zürich. In der Schweiz arbeitete er als Lehrer, 1858 wurde er Englischlehrer an der Industrieschule und gab Geschichtsunterricht. Mit Wagner blieb er auch in der Schweiz befreundet. Mitte der 1860er Jahre verbrachte er wegen eines Lungenleidens zwei Jahre auf Madeira. Danach unterrichtete er wieder bis 1877.
Er war verheiratet.
Ehrungen
In Döbeln wurde er zum Ehrenbürger ernannt, dort ist die Bertholdstraße[1] nach ihn benannt. An der ehemaligen Mädchenschule befindet sich eine Gedenktafel.
Literatur
- Günter Dörfel: Döbeln während der revolutionären Ereignisse 1848/49 in Sachsen und die Rolle der Mädchenlehrer Dr. Wilhelm Berthold und David Gottlob Sonntag. In: Sächsische Heimatblätter 2020 Nr. 4, S. 355–366.
Weblinks
- Ehrenbürger im Döbeln-Lexikon
Einzelnachweise
- ↑ Straßen und Plätze im Döbeln-Lexikon