Wilhelm-Külz-Straße 2 (Weimar)

Das Haus Wilhelm-Külz-Straße 2 ist ein Wohnhaus, eigentlich eher eine Villa im sachlichen Heimatstil in der Westvorstadt von Weimar.

Geschichte

Die Wilhelm-Külz-Straße trug von 1903[1] bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1948 den Namen Südstraße.[2] Das zweigeschossige Wohnhaus wurde 1928/29 im Auftrag des Prokuristen Hans Wagner nach dem Entwurf von Ernst Flemming errichtet. Der Auftraggeber bewohnte das Haus mit seiner Familie.[3] Der verputzte Backsteinbau mit akzentuierter Eckquaderung und ziegelgedecktem, mit breiten Gauben besetztem Zeltdach oberhalb des Traufgesimses. ist in einer exponierten Lage an der Einmündung der Wilhelm-Külz-Straße zur Humboldtstraße auf einem spitzwinklig geschnittenen Grundstück. Die Ostseite ist der Wilhelm-Külz-Straße zugewandt und nur durch zwei axial gebundene Fenster mit Klappläden gegliedert. Die übrigen Seiten werden durch Anbauten strukturiert. Die zum Garten weisende Nordseite wird durch einen im Grundriss halbrunden Risaliten mit Austritt aus dem Dachgeschoss bestimmt. Eine weit vorgelagerte Terrasse wird von einem im Grundriss polygonalem Austritt aus dem Obergeschoss auf Säulen gedeckt. Die Brüstungsgitter der Austritte betonen die Bauteile. An der zur Humboldtstraße weisenden Westseite befindet sich eine halbrunde Veranda mit Flachdach. Zwei Rundbögen in der zur Straße hin gelegenen Grundstücksmauer aus Travertingestein dienen als Zufahrt zur Garage. An der Südseite hat das Gebäude einen schmalen, sich über die Traufe erhebenden Risaliten, der in den Obergeschossen halbrund ist und das Treppenhaus enthält. Straßenseitig ist dieses nicht sichtbar. Der Hauseingang liegt unter einer großen vorkragenden Betonplatte. Die Raumstruktur des Hausinneren sowie die baufeste Ausstattung aus der Bauzeit weitgehend erhalten geblieben. Diese wiederum besteht u. a. aus einflügeligen Holztüren mit Glasfenstern, Stabparkettfußböden, die schlichten Stuckdecken in den Wohnräumen. Das Treppengeländer in seiner sachlichen Ausführung ist hierbei auch zu erwähnen. Das erhöht liegende Grundstück wird durch eine Natursteinmauer eingefasst, die von der Westseite her durch einen Treppenaufgang durchbrochen wird.[4] Von den denkmalgeschützten Gebäuden der Wilhelm-Külz-Straße ist es das Jüngste.

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Einzelnachweise

  1. Susanne Seide: Spurensuche in der Weimarer Wilhelm-Külz-Straße. In: thueringer-allgemeine.de. 14. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2024.
  2. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139, ISBN 978-3-939399-49-0
  3. Weimarer Adressbuch 1931, 3. Abt. S. 72.
  4. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 850.

Koordinaten: 50° 58′ 23,3″ N, 11° 19′ 16,8″ O