Wilhelm-Külz-Straße 29 (Weimar)

Die Wilhelm-Külz-Straße 29 ist die Adresse einer denkmalgeschützten Villa in der Westvorstadt von Weimar im Reformstil.

Geschichte

Die Straße trug von 1903[1] bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1948 den Namen Südstraße.[2] Das Landhaus entstand 1910/11 im Auftrag des Bauunternehmers Otto Meisel nach dem Entwurf des Architekten Rudolf Zapfe. Meisel ist im Weimarer Adressbuch von 1912 auch als Eigentümer angegeben. Angegeben ist der Wohnsitz Meisels mit Cranachstraße 11.[3] Im Jahre 1933 wurde das Dachgeschoss ausgebaut. Im Jahre 1937 folgte der Einbau einer Garage in das Kellergeschoss. Das zweigeschossige Gebäude ist vollständig unterkellert und um 5 Meter von der Straßenflucht zurückgesetzt. Die Hanglage bedingt, dass die Straßenseite durch das Souterrain als ein eigenes Geschoss erscheint. Der mit einem ziegelgedeckten Walmdach versehene Baukörper wirkt blockartig, der von wenigen tektonischen Akzenten wie dem straßenseitigen Vorbau und den Giebeln der Zwerchhäuser unterbrochen wird. Oberhalb des bossierten Travertinsockels sind die Wandflächen verputzt. Die differenziert bearbeiteten Putzoberflächen werden durch Details, wie die Zementstuckdekoration über den Fenstern des Erdgeschosses in Gestalt von Blumenkörben und die Schmuckleisten im Obergeschoss, bereichert. Die Fenster weisen die für die Bauzeit typische Sprossung der Oberlichter auf. Der Hauseingang mit einflügeliger, teilverglaster Haustür befindet sich an der Westseite. Die Raumstruktur und die Ausstattung der Erbauungszeit sind unverändert erhalten geblieben. Zur Ausstattung zählen u. a. die verglasten Wohnungstüren, sämtliche Zimmertüren, die Stuckdecken der Haupträume und die zweiläufige Podesttreppe.[4]

Einzelnachweise

  1. Susanne Seide: Spurensuche in der Weimarer Wilhelm-Külz-Straße. In: thueringer-allgemeine.de. 14. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2024.
  2. Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139, ISBN 978-3-939399-49-0
  3. Weimarer Adressbuch 1912, Teil 5, S. 242.
  4. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 854.

Koordinaten: 50° 58′ 16,4″ N, 11° 19′ 16″ O