Wilhelm-Külz-Straße 22 (Weimar)
Das Haus Wilhelm-Külz-Straße 22 ist eine Villa der Westvorstadt von Weimar.
Geschichte
Die Straße trug von 1903[1] bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1948 den Namen Südstraße.[2] Der Bauunternehmer Otto Meisel gab die zweigeschossige Villa im Reformstil in Auftrag. Der Entwurf der 1905/06 entstandenen Villa kam von dem Gothaer Architekten Richard Klepzig. Allein dieser Umstand, dass ein Architekt, der nicht ein Weimarer war, den Entwurf in Weimar zur Ausführung brachte, ist für sich genommen bereits eine Besonderheit. Die Villa steht im mittleren Bereich der Wilhelm-Külz-Straße. Die Fassaden des freistehenden, mit Mansarddach versehenen Baukörpers sind großenteils verputzt und durch zahlreiche Vor- und Rücksprünge und durch die Verwendung einer Vielfalt von Materialien geprägt. Der Sockelbereich ist mit hellen Sandsteinbosssen verkleidet. Diese Verblendung endet in unterschiedlicher Höhe und erreicht teilweise das Niveau des Parterres. Auch die Sohlbänke und die Fensterstürze wurden aus Sandstein hergestellt. Die verwendeten Werksteine weisen unterschiedliche Hiebmuster auf. Zur Gliederung der Wandflächen tragen zudem Fachwerkelemente an den Giebeln, der Austritte, und dem straßenseitigen Erker bei. Ein mit Bleiglasfenster versehener Vorraum an der Westseite gelegenen Hauseingang ist über eine zweiläufige Freitreppe zu erreichen, deren Zier eine Ecksäule mit Voluten darstellt. Das zentrale Element des Innenraums ist die sich über beide Geschosse Diele mit mehrläufiger Treppe und Galerie im Obergeschoss, über welche sich die angrenzenden Räume erschließen lassen. Von der verbliebenen wandfesten Ausstattung der Erbauungszeit sind u. a. die Innentüren, der Speisenaufzug und das Holzpaneel im Salon zu nennen. Das an einer Kurze gelegene Grundstück ist durch einen Holzlattenzaun auf Natursteinsockel begrenzt.[3] Zeitweilig war das Haus Wilhelm-Külz-Straße 22 Tagungshaus der Jakob-Kaiser-Stiftung e.V.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Susanne Seide: Spurensuche in der Weimarer Wilhelm-Külz-Straße. In: thueringer-allgemeine.de. 14. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2024.
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139, ISBN 978-3-939399-49-0
- ↑ Rainer Müller (Bearb.): Stadt Weimar. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Thüringen, Band 4.) E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, Teilband 2 (Stadterweiterung und Ortsteile), S. 853 f.
- ↑ https://www.jakob-kaiser.de/historie/
Koordinaten: 50° 58′ 17,8″ N, 11° 19′ 20,6″ O