Wilhelm-Külz-Straße 15 (Weimar)
Das Haus Wilhelm-Külz-Straße 15 ist eine Villa im Jugendstil in der Westvorstadt von Weimar.
Geschichte
Die Wilhelm-Külz-Straße trug von 1903[1] bis zu ihrer Umbenennung im Jahr 1948 den Namen Südstraße.[2] Die Villa wurde 1904/05 im Auftrag des Rentiers Hermann August Staudinger nach dem Entwurf von Rudolf Zapfe aus dem Jahre 1903 gebaut. Eigentümer war der Rechtsanwalt und Politiker Hermann Jöck.[3][4] Bereits während der Bauausführung wurde der Austritt an der Straßenfront vergrößert. Die nördliche Dachterrasse wurde 1908 angebaut.
Das zweigeschossige Gebäude ist von der Straßenfront leicht zurückgesetzt auf einem gärtnerisch gestalteten Grundstück. Es besitzt einen unregelmäßigen Grund- und Aufriss, was ihm ein malerisches Erscheinungsbild verleiht. Es besitzt ein auf der Straßenseite weit auskragendes Satteldach. Ein Fußwalm bildet die Überdachung der Loggia. Westlich davon befindet sich ein polygonaler Vorbau, der mit seinem geschweiften, ziegelgedeckten Dach über die Lauflinie emporragt und somit zur plastischen Gliederung der Straßenseite beiträgt. Die Wandflächen sind über dem Travertinsockel schlicht dekoriert, an der Straßenseite außerdem teilweise und an der Giebelseite vollständig mit einem Holzfachwerk aus eng gestellten Stielen gegliedert.
An der westlichen Achse befindet sich der Hauseingang. Über dem Rundbogen des Portals befindet sich eine Bronzetafel mit dem lateinischen Distichon „GAUDEAT INGREDIENS, LAETETUR ET/AEDE RECEDENS,/HIS QUI PRAETERUNT,DET BONA/CUNCTA DEUS“. Nach Goethes Übertragung des Verses, der so sich am Dornburger Renaissanceschloss befindet, heißt es: „Freudig trete herein und froh entferne dich wieder! Ziehst Du als Wandrer vorbei, segne die Pfade dir Gott“. Die einflügelige Tür ist mit einem gesprossten Oberlicht versehen. Davor befindet sich eine auf einer Säule ruhende Laterne. Die Säule ist kupferummantelt. Die oktogonale Laterne ist auch aus Kupfer getrieben. Einen weiteren Eingang gibt es auf der Westseite, wo sich zugleich im Inneren das Treppenhaus befindet.
Das Interieur ist weitgehend unverändert geblieben wie auch die Raumdisposition. Diese besteht aus den Gesellschaftsräumen im Parterre und den Wohnräumen darüber. Zur Ausstattung gehören u. a. Parkett- und Dielenfußböden, Stuckdecken in schlichten Jugendstilformen, eine zweiläufige Holztreppe mit teilweise verzogenen Stufen und Stabgeländer und die Innentüren.[5] Die Villa samt Grundstück steht unter Denkmalschutz.
Einzelnachweise
- ↑ Susanne Seide: Spurensuche in der Weimarer Wilhelm-Külz-Straße. In: thueringer-allgemeine.de. 14. Februar 2020, abgerufen am 24. Februar 2024.
- ↑ Gitta Günther, Rainer Wagner: Weimar. Straßennamen. RhinoVerlag, Ilmenau 2012, S. 139, ISBN 978-3-939399-49-0
- ↑ Weimarer Adressbuch 1906, S. 2009
- ↑ Zeitschrift für Bücherfreunde: Monatshefte für Bibliophilie und verwandte Interessen. Band 3, Teil 1. Velhagen & Klasing, Juli 1911, S. 19 (google.de [abgerufen am 9. November 2025]).
- ↑ Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 852 f.
Koordinaten: 50° 58′ 19,4″ N, 11° 18′ 43,9″ O