Wilfried Stölting
Wilfried Stölting, auch Stölting-Richert (* 2. November 1942 in Berlin; † 10. März 2018 in Oldenburg)[1] war ein deutscher Sprachdidaktiker und Hochschullehrer.[2]
Leben und Wirken
Nach dem Abitur 1962 in Bremen studierte Wilfried Stölting Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Balkanologie und zwar von 1962 bis 1963 an der Universität Marburg/L., von 1963 bis 1965 an der Universität München und von 1966 bis 1969 an der Freien Universität Berlin. Im Jahre 1969 promovierte er im Fach Slawistik an der FU Berlin bei dem Sprachwissenschaftler Norbert Reiter. Von 1970 bis 1972 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter an der Technischen Universität Berlin im Bereich "Deutschkurse für Ausländer". Von 1973 bis 1975 war er wissenschaftlicher Assistent im Fach Germanistik an der Universität Essen. 1975 übernahm er eine Professur für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Oldenburg. Im Jahre 2006 trat er in den Ruhestand.
Der Slawist und Balkanologe beschäftigte sich in Lehre, Forschung und seinen Veröffentlichungen vor allem mit der zweisprachigen Erziehung und der Spracharbeit mit Migranten.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Beiträge zur Geschichte des Artikels im Bulgarischen (= Slawistische Beiträge, Bd. 44). Sagner, München 1970 (= Dissertation Freie Universität Berlin).
- (Übers., mit Claus Heeschen): A. A. Leontʹev / Sprache – Sprechen – Sprechtätigkeit. Kohlhammer, Stuttgart 1971, ISBN 3-17-087235-4.
- Wie die Ausländer sprechen. Eine jugoslawische Familie. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, Bd. 18 (1975), H. 18, S. 54–67.
- Die Sprachpolitik an deutschen Schulen für ausländische Kinder. In: Wilfried Stölting (Mithrsg.): Deutsch im Kontakt mit anderen Sprachen. Scriptor-Verlag, Kronberg/Ts. 1977, S. 213–236, ISBN 3-589-20551-2.
- Die Zweisprachigkeit jugoslawischer Schüler in der Bundesrepublik Deutschland (= Balkanologische Veröffentlichungen, Bd. 3). Harrassowitz, Wiesbaden 1980, ISBN 3-447-02119-5.
- Von der Kommunikationsgemeinschaft zur Nationalsprache. Kritik der Kolonialisierung durch Sprache. Univ., Zentrum für Pädag. Berufspraxis, Oldenburg 1989.
- Sprache, Glaube, Volkstum. Einordnungsprobleme mit den russischen Plautdietschen. In: Uwe Hinrichs (Hrsg.): Sprache in der Slavia und auf dem Balkan. Slavistische und balkanologische Aufsätze. Norbert Reiter zum 65. Geburtstag (= Opera slavica, N.F., Bd. 25). Harrassowitz, Wiesbaden 1993, S. 265–276, ISBN 3-447-03323-1.
- Sozialdemokratische Bildungspolitik unter der Annahme "sprachlich-kultureller Behinderung". In: Ingrid Gogolin (Hrsg.): Das nationale Selbstverständnis der Bildung. Waxmann, Münster 1994, S. 147–160, ISBN 3-89325-220-7.
- Glaube und Sprache. Die Rolle der Konfession bei sprachsoziologischen Wandlungen in deutschen Sprachinseln. In: Nina Berend/Klaus J. Matteier (Hrsg.): Sprachinselforschung. Eine Gedenkschrift für Hugo Jedig. Lang, Frankfurt/M. 1994, S. 179–191, ISBN 3-631-46969-1.
- Die Sprachlichkeit von Menschen in der Migrationsgesellschaft und die Interkulturelle Pädagogik. In: Deutsch lernen, Bd. 21 (1996), H. 3, S. 238–248.
- Staatliche Sprachenpolitik und politische Gegenwehr – der Fall des "Sprachtests" für Spätaussiedler. In: Ingrid Gogolin (Hrsg.): Migration und sprachliche Bildung (= Interkulturelle Bildungsforschung, Bd. 15). Waxmann, Münster 2005, S. 261–274, ISBN 3-8309-1541-1.
- Erziehung zur Mehrsprachigkeit. In: Rudolf Leiprecht/Anja Steinbach (Hrsg.): Sprache - Rassismus - Professionalität (= Schule in der Migrationsgesellschaft - ein Handbuch, Bd. 2). Debus Pädagogik, Schwalbach 2015, S. 49–63, ISBN 978-3-95414-043-5.
Einzelnachweise
- ↑ Slavist Wilfried Stölting verstorben. In: Universität Oldenburg / Personalie / Pressemitteilung vom 13. April 2018 (mit Foto u. Würdigung, abgerufen am 21. Oktober 2025).
- ↑ Stölting-Richert, Wilfried. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 923f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto).