Wil Merkies
Wil Merkies-Jansen (* 28. März 1931 in Den Helder; † 7. Februar 2018 in Amsterdam) war eine niederländische Journalistin.[1][2] Sie gilt als die erste weibliche Fußballreporterin ihres Landes.[3]
Leben
Merkies wuchs sportbegeistert auf, besuchte mit ihrem Vater Spiele von Ajax und schrieb bereits als Vierzehnjährige Sportberichte für das sonntags erscheinende Blatt Cetem.[4] Mit 17 Jahren bewarb sie sich nach Abschluss der mittleren Mädchenschule bei de Volkskrant, wurde zunächst in der Abo-Abteilung eingesetzt und verfolgte von dort ihr Ziel eines Wechsels in die Sportredaktion.[4] Ihre Chance kam im Jahr 1949, als sie ein Fußballturnier für Journalisten für das Mitarbeiterblatt beschrieb und daraufhin – unter der Bedingung, ohne Namensnennung zu arbeiten – in die Sportredaktion wechselte, wo ihre Texte zunächst mit „Van onze verslaggeefster“ gezeichnet wurden.[4] Nach Protesten von Lesern der damals katholischen Zeitung wurde die Autorenzeile in „Van onze verslaggever“ geändert.[5] 1954 heiratete sie den Kollegen Wim Merkies; vor dem Hintergrund des damals geltenden Arbeitsverbots für verheiratete Frauen verließ sie de Volkskrant, zog nach Amersfoort, bekam vier Kinder und arbeitete fortan als freie Journalistin.[4] Ende der 1960er-Jahre schloss sie sich der Frauenbewegung an, schrieb für Opzij, engagierte sich bei den Dolle Mina und war an der Organisation des Utrechter Frauenhauses beteiligt.[1] In dieser Zeit verliebte sie sich in eine US-Filmemacherin und ging später weitere Beziehungen mit Frauen ein.[4] Bis ins Alter war sie journalistisch und stadtteilpolitisch tätig, etwa in Initiativen am Marineterrein in Amsterdam.[6] Merkies starb im Jahr 2018 im Alter von 86 Jahren.[2]
Wirken
Als Achtzehnjährige wurde Merkies 1949 als erste weibliche Fußballjournalistin der Niederlande bei de Volkskrant tätig.[3] Die erzwungene Anonymisierung und die Umstellung von „verslaggeefster“ auf „verslaggever“ machten die damaligen Ausschlussmechanismen in Redaktion und Leserschaft sichtbar.[5] Nach ihrer Heirat 1954 wirkten das bis 1958 geltende Arbeitsverbot für verheiratete Frauen und die bis 1956 bestehende rechtliche Handelingsonbekwaamheid als strukturelle Schranken, die ihre Karriere auf der Sportredaktion beendeten.[3] Als freie Autorin schrieb sie später für Het Parool und prägte in Amsterdam-Oost die Kiezzeitung Dwars door de Buurt mit Arbeitskreisen und Interviews.[1] Postum erfuhr ihre Vorreiterleistung verstärkte Anerkennung: 2024 benannte Haarlem den Wil Merkiespark nach ihr.[7][8] Ebenfalls 2024 beschloss die Gemeinde Stichtse Vecht, die Wil Merkiesstraat nach ihr zu benennen.[9]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c Wil Merkies – De eerste sportverslaggeefster van Nederland. In: Historiek. 28. Juni 2022, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ a b Wil Merkies plotseling overleden. In: Buurtorganisatie 1018. 7. Februar 2018, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ a b c Wil Merkies was de eerste vrouwelijke voetbaljournalist van Nederland, maar niemand mocht het weten. In: Sportgeschiedenis. 8. Juli 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ a b c d e Pionierin im Sportjournalismus: Ohne den eigenen Namen. In: taz.de. 18. Dezember 2025, abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ a b De eerste vrouwelijke voetbaljournalist mocht niet met haar naam in de krant. In: Sport & Strategie. 3. Februar 2021, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ In memoriam: Wil Merkies. In: Marineterrein Amsterdam. 13. Februar 2018, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ Haarlem vernoemt park naar Wil Merkies, de eerste vrouwelijke voetbaljournalist. In: Sportgeschiedenis. 5. Juni 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ Park vernoemd naar oud-medewerker Dwars. In: oost-online.amsterdam. 6. Juli 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).
- ↑ Nieuwe straatnamen in nieuwbouwwijk Zuilense Vecht. In: Gemeente Stichtse Vecht. 5. September 2024, abgerufen am 18. Dezember 2025 (niederländisch).