Wiener Beschwerdechor
| Wiener Beschwerdechor | |
|---|---|
| Gründung | 2010 |
| Auflösung | 2025 |
| Gründer | Oliver Hangl |
| Sitz | Wien |
| Vorsitz | Oliver Hangl, Stefan Foidl |
| Website | www.wienerbeschwerdechor.at |
Der Wiener Beschwerdechor war ein 2010 von dem Wiener Performance- und Medienkünstler Oliver Hangl gegründetes, partizipatives Chorprojekt. Gemeinsam mit dem Chorleiter Stefan Foidl entwickelte er musikalische und performative Arbeiten, die im öffentlichen Raum und in kulturellen Kontexten präsentiert wurden.[1] Das Projekt war bis Ende 2025 aktiv.[2]
Medien beschrieben den Chor als ein Projekt, das Stimmen aus der Stadtgesellschaft aufgreife und strukturiert verarbeite.[3]
Geschichte
Der Wiener Beschwerdechor wurde 2010 gegründet und entwickelte ein langfristig angelegtes Programm, das musikalische Arbeit mit sozialer Beobachtung verband.[4] Das Projekt knüpft an ähnliche gemeinschaftsbasierte Initiativen an und gehörte zeitweise zu den zahlenmäßig größten Projekten dieser Art.
Die Grundlage für die Chorarbeiten bildeten Textvorschläge aus Einsendungen sowie aus dem Austausch mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Der Standard bezeichnete die Methode als eine Form der musikalischen Verarbeitung von Alltagsbeobachtungen.[5]
Nach 16 Jahren, in denen der Chor in unterschiedlichen urbanen und institutionellen Kontexten auftrat, wurde das Projekt Ende 2025 beendet.[6]
Beteiligte Personen
Oliver Hangl
Oliver Hangl ist Performance- und Medienkünstler. Seine Arbeiten beschäftigen sich häufig mit Interventionen im öffentlichen Raum.[7]
Stefan Foidl
Stefan Foidl ist Chorleiter, Komponist und Arrangeur mit Schwerpunkt auf nicht-traditioneller Chorpraxis.[8]
Künstlerisches Konzept
Der Chor verband musikalische Arbeit mit performativen und ortsspezifischen Elementen. ORF Ö1 beschrieb das Projekt als eine Form der künstlerischen Auseinandersetzung mit öffentlichen Räumen und gesellschaftlichen Fragestellungen.[9]
Die musikalische Gestaltung umfasste unterschiedliche Stilrichtungen, darunter Wienerlied, Walzer, Pop und zeitgenössische Musik.[10]
Musik und Kooperationen
Die Textgrundlagen entstanden überwiegend im Austausch mit den Beteiligten. Texte stammen von Oliver Hangl sowie weiteren Autorinnen und Autoren. Die Kompositionen und Arrangements wurden größtenteils von Stefan Foidl erstellt.[11]
Medien berichteten über Kooperationen mit diversen Musikern und Künstlern wie Sibylle Kefer, Dieter Kaufmann, Manuela Kerer, Mieze Medusa, I-Wolf/Franz Reisecker, Gerhard Rühm, ensemble XX. jahrhundert. Auftragskompositionen wurden u. a. an Der Nino aus Wien, Voodoo Jürgens, 5/8erl in Ehr’n, Willi Landl, Sir Tralala, Laokoongruppe, Fuzzman, EsRAP, Anna Mabo vergeben. Weiters schreiben Franz Adrian Wenzl und Manfred Rebhandl Auftragslibretti für den Chor.
Album
2021 veröffentlichte der Chor ein Album beim Label Schallter.[12]
Aktionen und Interventionen
Der Chor trat in unterschiedlichen städtischen Situationen, an kulturellen Orten und bei Festivals auf.[13] Im Jahr 2018 war er Teil des Programms des Popfest Wien.[14][15]
Lokale Medien berichteten über öffentliche Auftritte im Stadtgebiet.[16]
Außermusikalische Arbeiten
Neben musikalischen Arbeiten entstanden Foto- und Videoarbeiten zu urbanen und sozialen Themen. Das MuseumsQuartier Wien präsentierte einzelne dieser Arbeiten im Rahmen seines Programms.[17][18]
Medienpräsenz
Berichte über den Chor erschienen in folgenden Medien:
- Der Standard[19]
- ORF RadioKulturhaus[20]
- Klassik Radio[21]
- Wien live[22]
- Stimme – Zeitschrift der Minderheiten[23]
Einzelnachweise
- ↑ Gerhard Fischer: Österreich: Der Wiener Beschwerdechor ist ein singender Katalysator. 23. Juni 2023, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Thomas Rottenberg: Von der Vertonung des urbanen Ungemachs. In: Der Standard. 11. Dezember 2009, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wienerinnen und Wiener auf der Straße sind ein einziges Textbuch. In: mica – music austria. 2. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor & Der Nino aus Wien. In: ORF RadioKulturhaus. 1. Mai 2019, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Thomas Rottenberg: Von der Vertonung des urbanen Ungemachs. In: Der Standard. 11. Dezember 2009, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor mit Gästen. In: ORF RadioKulturhaus. 1. Mai 2022, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ mica-Interview. In: mica – music austria. 2. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ mica – music austria. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ 10 Jahre Wiener Beschwerdechor. In: ORF Ö1. 1. Mai 2020, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ PDF Wiener Beschwerdechor (2025)
- ↑ mica-Interview. In: mica – music austria. 2. Dezember 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor – Album. In: Monkey Music. 1. Januar 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ PDF Wiener Beschwerdechor (2025)
- ↑ Thomas Kramar: Popfest Wien: Kinder des Lichts, Punk und Deppen des 20. Jahrhunderts. 30. Juli 2018, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Das Line-Up des Popfests 2018. In: FM4. 28. Juni 2018, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Berichte zum Wiener Beschwerdechor. In: MeinBezirk.at. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor @ MQ. In: MuseumsQuartier Wien. 1. Juni 2011, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ stefanie.rachbauer: Wo das goldene Wienerherz raunzt. 12. Februar 2020, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Thomas Rottenberg: Von der Vertonung des urbanen Ungemachs. In: Der Standard. 11. Dezember 2009, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor mit Gästen. In: ORF RadioKulturhaus. 1. Mai 2022, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Der Wiener Beschwerdechor besingt Ärgernisse. In: Klassik Radio. 1. Juni 2021, abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wiener Beschwerdechor im MQ. In: Wien live. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Alternative Chöre in Wien. In: Stimme. 1. Januar 2019, abgerufen am 4. Dezember 2025.