Wie man den Vater in die Besserungsanstalt bekommt
| Film | |
| Titel | Wie man den Vater in die Besserungsanstalt bekommt |
|---|---|
| Originaltitel | Jak dostat tatínka do polepšovny |
| Produktionsland | ČSSR |
| Originalsprache | Tschechisch |
| Erscheinungsjahr | 1978 |
| Länge | 90 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Marie Poledňáková |
| Drehbuch | Marie Polednáková |
| Musik | Václav Zahradník |
| Kamera | Petr Polák |
| Schnitt | Karel Kohout |
| Besetzung | |
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| Chronologie | |
Taming Crocodiles →
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Wie man den Vater in die Besserungsanstalt bekommt (Originaltitel: Jak dostat tatínka do polepšovny) ist die Fortsetzung des tschechoslowakischen Kinderfilmes Wie man einem Wal den Backenzahn zieht. Er hatte seine Premiere zu Weihnachten 1978 im tschechoslowakischen Fernsehen. Die deutsche Synchronisation für das Fernsehen der DDR erfolgte 1979.
Handlung
Nachdem sich Vašeks Eltern im Winter wieder ineinander verliebt haben, steht im Sommer der erste gemeinsame Urlaub bevor. Luboš organisiert für alle drei Fahrräder und auf geht es von Prag Richtung Riesengebirge, unterwegs wird gecampt. Die Radtour ist für Mutter Anna recht anstrengend, so dass sie froh ist, endlich das Standquartier erreicht zu haben. Es entpuppt sich aber als eine Bruchbude, in der Luboš’ Vater allein nach dem Tod seiner Ehefrau lebt. Anna versucht Ordnung in die Männerwirtschaft zu bringen. In der Zwischenzeit bringt Luboš seinem Sohn heimlich auf dem Weg zum Einkaufen in das Dorf das Bergsteigen bei. Als sie beide auf dem Felsgipfel des Drachenzahnes erblickt, bleibt ihr fast das Herz stehen. Sie lässt die geplante und bereits von Luboš vorbereitete Hochzeit platzen und kehrt nach Prag zurück. Am Ende wendet sich alles wieder zum Guten.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films benutzte zur Beschreibung des Filmes das Wort „kindertümlich“.[1]
Der Film sorgte 1979 beim Festival de Télévision de Monte-Carlo für Aufsehen. Nach der Vorführung erklärte die Expertenjury, dass Tomáš Holý der beste Kinderdarsteller seit Shirley Temple sei, und organisierte ein Gala-Mittagessen zu Ehren der Regisseurin. Der Film erhielt den Hauptpreis der Goldenen Nymphe für das beste Spielfilm-Drehbuch und den Cino del Duca-Preis, der an Regisseure unter 30 Jahren vergeben wird, obwohl Maria Poledňáková zu diesem Zeitpunkt bereits 37 Jahre alt war. Nach der Rückkehr in die Tschechoslowakei wurde die vergoldete Statuette vom damaligen Direktor des tschechoslowakischen Fernsehens, Jan Zelenka, beschlagnahmt. Nach seinem Rücktritt wurde die Statuette gestohlen, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.[2][3]
Laut tschechischem Theatermagazin "Divadelní noviny" wurde der Film als tschechische "Komödie des 20. Jahrhunderts" und bester Kinderfilm des 20. Jahrhunderts bezeichnet.[4]
Buch und Fortsetzung
Auf Basis des Films schrieb Marie Poledňáková ein gleichnamiges Buch, das 1990 noch in der DDR als Band 390 der Kompass-Bücherei erschien. Die Regisseurin plante auch einen dritten Teil mit dem Titel "Jak Anděla viděla anděla" (deutsch Wie ein Engel einen Engel sah), der die Geschichte der Familie mit Vašek, seinen Eltern Luboš und Anna und seiner zehnjährigen Schwester Anděla weitererzählen sollte. Das Drehbuch wurde zwischen 1988 und 1989 geschrieben. Es gab zwei Versionen, da Tomáš Holý damals nicht viel drehen wollte, sodass er in einer Version in Danzig studieren sollte und nur sporadisch im Film auftrat. Sein Unfalltod 1990 trug dazu bei, dass es nicht zu einer Verfilmung kam und die Geschichte 1995 ebenfalls als Buch veröffentlicht wurde. Erst 2006 wurde als Fortsetzung die Komödie "Jak se krotí krokodýli" (deutsch Wie man Krokodile zähmt) gedreht, die teilweise vom Buch "Jak Anděla viděla anděla" inspiriert war. Die Schauspieler František Němec und Jana Preissová wurden durch Miroslav Etzler und Ingrid Timková ersetzt, und Vašek wurde nach dem Tod von Tomáš Holý durch Jiří Mádl ersetzt.[5]
Weblinks
- Wie man den Vater in die Besserungsanstalt bekommt bei IMDb
- Der Film in der tschechischen Filmdatenbank
Einzelnachweise
- ↑ Wie man den Vater in die Besserungsanstalt bekommt. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
- ↑ Marie Poledňáková: S kým mě bavil svět. Hrsg.: Euromedia Group, k.s. 2013, ISBN 978-80-249-2306-2 (tschechisch).
- ↑ Palmarès des Nymphes d'Or 1979. In: tvfestival.com. 1979, abgerufen am 17. Januar 2026 (französisch).
- ↑ hul: Zemřela Marie Poledňáková. In: Divadelní noviny. 8. November 2022, abgerufen am 15. Januar 2026 (tschechisch).
- ↑ Tomáš Holý byl pro Poledňákovou jasná volba, její syn ho odmítal. Proč mu vadil? 23. August 2025, abgerufen am 15. Januar 2026 (tschechisch).