Wieściszowice
| Wieściszowice Rohnau | ||
|---|---|---|
| ? Hilfe zu Wappen |
||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
| |
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Kamiennogórski | |
| Gmina: | Marciszów | |
| Geographische Lage: | 50° 50′ N, 15° 58′ O | |
| Einwohner: | 475 (2011) | |
| Postleitzahl: | 58-410 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 75 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DKA | |
Wieściszowice (deutsch Rohnau bei Merzdorf im Riesengebirge) ist ein Ort in der Landgemeinde Marciszów (Merzdorf) im Powiat Kamiennogórski (Kreis Landeshut) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen, an den nordöstlichen Ausläufern des Landeshuter Kammes.
Geschichte
Erstmals urkundlich erscheint der Ort 1255 unter den Namen "Ronowe". Rohnau war Stammsitz des alten schlesischen Rittergeschlechts derer von Rohnau, die vermutlich den Besitz im 14. Jahrhundert eintauschten und im 17. Jahrhundert erloschen sind. Der Herrschaftssitz verlagerte sich unter den neuen Eigentümern nach Kreppelhof.[1] Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Rohnau 1741/42 mit dem größten Teil von Schlesien an Preußen. Die alten Verwaltungsstrukturen wurden aufgelöst und Rohnau in den Kreis Landeshut eingegliedert, mit dem es bis zu seiner Auflösung 1945 verbunden blieb.
1845 sind für Rohnau, damals im Besitz des Geheimen preußischen Staatsministers Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode, belegt: 100 Häuser, eine Erbscholtisei mit Brennerei, 717 überwiegend evangelischen Einwohner, davon 14 katholisch; evangelische Kirche zu Rudelstadt, eine evangelische Schule nur für den Ort mit einem Lehrer unter der Kollatur der Grundherrschaft, eine katholische Majoratskirche verbunden mit der Stadtpfarrkirche Landeshut unter dem Patronat des Dominiums mit Wiedmuth, Wald und Gebäude, eingepfarrt: Rohnau; eine rustikale Brennerei, drei Wassermühlen, vier Wirtshäuser, 22 Handwerker, 78 Leinwebstühle, sowie eine Schwefel- und Vitriolwerk. Das Werk bestand aus den Gruben: Morgenstern, Hoffnung, Neuglück und Gustav, letztere befand sich auf dem Gebiet der Gemeinde Reußendorf, neben einer, zum Gebiet von Nieder-Rudelstadt und Wernersdorf befand. Die Förderung betrug 1840 64.451 Kübel Schwefelkies. Die Gruben wurden damals von einer Gewerkschaft betrieben, deren Lehnsträger ein Kaufmann Leuschner aus Waldenburg war. Die dazugehörenden Hüttenwerke lagen in Rudelstadt und standen unter der Administration des königlichen Oberbergamtes.[2] 1859 stiftete der wohlhabende Bauer Christian Gottlieb Gärtner eine neue evangelische Kirche. Die alte 1559 errichtete Kirche wurde 1654 rekatholisiert.[3]
Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Rohnau 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen. Nachfolgend wurde es in Wieściszowice umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1975–1998 gehörte Wieściszowice zur Woiwodschaft Jelenia Góra.
Sehenswürdigkeiten
- Die römisch-katholische Herz-Jesu-Kirche war vor 1945 evangelisch-lutherisch.
- Die alte römisch-katholische Ortskirche dient heute als Friedhofskapelle.
Literatur
- Jürgen Schwanitz: Rohnau am Scharlachberg: umfassende niederschlesische Geschichte rund um ein kleines Riesengebirgsdorf im Landeshuter Raum. J. Schwanitz, Regensburg 2003, ISBN 978-3-00-009981-6.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hella Tegeler: Rohnau - Ortsgeschichte. In: kreislandeshut.de. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Johann Georg Knie: Übersicht der Dörfer, Flecken, der königl. Preußischen Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, 1845, S. 552.
- ↑ Hella Tegeler: Rohnau - Ortsgeschichte. In: kreislandeshut.de. Abgerufen am 3. November 2025.