Wiadomości Literackie

Wiadomości Literackie (dt.: „Literarische Nachrichten“) war eine wöchentliche Kultur-Zeitschrift, die von 1924 bis 1939 in Warschau herausgegben wurde.

Geschichte

Die Zeitschrift wurde im Januar 1924 von Mieczysław Grydzewski gegründet. Die erste Nummer erschien am 6. Januar 1924 zum Preis von 200.000 Polnische Mark pro Exemplar. Ursprünglich als populäre Literaturzeitung mit überwiegend Nachrichten und Kolumnen herausgegeben, enthielt sie ab den 1930er Jahren vor allem Artikel zu sozialen, literarischen, kulturellen und politischen Themen. Sie vertrat liberale Ansichten. Artikel wurden in verschiedenen Ausdrucksformen veröffentlicht – von anspruchsvollen und theoretischen Texten über Feuilleton-Kolumnen und Reportagen bis hin zu Anekdoten, Kuriositäten und beißender Polemik.

Die Zeitschrift hatte keine klare politische Ausrichtung. In den ersten Jahren nach dem Maiputsch sympathisierte sie eindeutig mit dem Sanacja-Regime. In den 1930er Jahren (nach den Brzeski-Prozessen) schloss sie sich der sogenannten „Sanacja-Linken“ an und präsentierte ein demokratisch-liberales Bild mit rationalistischen, laizistischen, antirassistischen, pazifistischen und abtreibungsbefürwortenden Tendenzen.

Der Titel wurde in großem Format mit 12 bis 16 Spalten gedruckt. Seine Auflage war auf 15.000 Exemplare begrenzt, was auf eine begrenzte soziale Reichweite in der Gesellschaftsschicht der Intelligenzija hindeutet.

Die Hauptautoren der Wochenzeitung waren Mitglieder der Skamandriten-Bewegung: Julian Tuwim, Antoni Słonimski, Kazimierz Wierzyński, Jan Lechoń, Jarosław Iwaszkiewicz, Józef Wittlin, Stanisław Baliński und Zuzanna Ginczanka. Weitere Mitwirkende waren Jerzy Liebert, Tadeusz Boy-Żeleński, Ksawery Pruszyński, Michał Choromański, Zbigniew Uniłowski, Aleksander Janta-Połczyński, Maria Pawlikowska-Jasnorzewska, Karol Irzykowski, Michał Walicki, Stanisław Ossowski, Wacław Lednicki, Bruno Winawer, Emil Breiter, Antoni Sobański, Irena Krzywicka, Stefania Zahorska und der Futurist Bronisław Iwanowski. Dort debütierte 1933 Bruno Schulz.

Die Karikaturen wurden gezeichnet von: Zdzisław Czermański, Feliks Topolski, Władysław Daszewski, Franciszka Themerson, Jerzy Zaruba und anderen.

In den Jahren 1925–1936 war Władysław Broniewski Redaktionssekretär.[1][2]

Die Fortsetzung von „Wiadomości Literackie“ war die Wochenzeitung „Wiadomości Polskie, Polityczne i Literackie“ („Polnische, politische und literarische Nachrichten“), die während des Zweiten Weltkriegs in den Jahren 1940–1944 erschien, und „Wiadomości“, die nach dem Krieg im Londoner Exil in den Jahren 1946–1981 erschien[3]

Der hundertste Jahrestag der Gründung von „Wiadomości Literackie“ wurde mit einer Resolution des Sejm der Republik Polen am 26. Januar 2024 begangen.[4][5]

Literatur

  • Jerzy Łojek, Jerzy Myśliński, Wiesław Władyka: Dzieje prasy polskiej. (Die Geschichte der polnischen Presse) Warschau 1988.
  • Literatura polska • Przewodnik encyklopedyczny. (Polnische Literatur • Enzyklopädischer Leitfaden) pod red. Czesław Hernas, t. 2, Warshau 1985.

Einzelnachweise

  1. Art. Broniewski Władysław. In: Encyklopedia PWN, Wydawnictwo Naukowe PWN. ID= 3880917 2025-03-19.
  2. Władysław Broniewski. culture.pl.
  3. Jan Kott: Do ostatniej redaktorki „Wiadomości”. Wiadomości S. 1, nr 3 (1816) z marca/kwietnia 1981. kpbc.umk.pl
  4. Monitor Polski 2024 r. poz. 94. In: monitorpolski.gov.pl. 6. Februar 2024; (polnisch).
  5. Uchwała Sejmu w 100. rocznicę wydania pierwszego numeru „Wiadomości Literackich” - Sejm Rzeczypospolitej Polskiej. In: www.sejm.gov.pl. 6. Februar 2024; (polnisch).