Who’s the Scatman?
| Comic | |
| Titel | Who’s the Scatman? |
|---|---|
| Autor | Jeff Chi |
| Verlag | Zwerchfell Verlag |
| Erstpublikation | 2022 |
Who’s the Scatman? ist ein deutscher Comic des Zeichners Jeff Chi aus dem Jahr 2022. Die Graphic Novel erzählt vom Leben des als Scatman John bekannt gewordenen Musikers John Paul Larkin.
Inhalt
Die Geschichte folgt dem Leben des amerikanischen Musikers John Paul Larkin in einzelnen Stationen, in denen er zunächst oft von seinem Stottern an seiner musikalischen Karriere behindert oder dafür von anderen diskriminiert wurde – beginnend mit der Kindheit und Schulzeit über viele Jahre, in denen Larkin zwar von einigen als Jazz-Pianist geschätzt wurde, aber auf seinen Durchbruch als Künstler warten musste. Der Misserfolg führt in den Drogenkonsum und Alkoholabhängigkeit. Als er diese in einer Selbsthilfegruppe erfolgreich überwindet, lernt Larkin dort seine spätere Frau Judy McHugh kennen. Mit ihr geht er nach Europa und findet endlich einen Produzenten, der seinen bisher nur zu Übungszwecken praktizierten Scat-Gesang, den er inzwischen auch auf die Bühne bringt, mit moderner Pop-Musik mischen will. Die Single, in der Larkin seine Erfahrungen mit dem Stottern verarbeitet, wird unerwartet zu einem weltweiten Erfolg. Es folgen weitere Lieder und er wird auch für andere Stotterer, die ähnlich leiden wie er früher, zum Vorbild und zu einer Motivation. So hilft er einer jungen Britin aus ihrer Frustration mit der Behinderung heraus und hilft ihr auch durch persönlichen Kontakt, sich bei der British Stammering Association Unterstützung von anderen Betroffenen zu suchen. Nicht lange danach stirbt Larkin im Alter von 57 Jahren.
Entstehung und Veröffentlichung
Die Arbeit an der Geschichte begann Chi 2020. Er war bereits als Jugendlicher auf die Geschichte des Scatman gestoßen und seither habe sie ihn nicht mehr losgelassen. Das Projekt war zugleich seine Bachelor-Arbeit an der TH Nürnberg werden. Um Details über Larkins Leben zu sammeln, führte Chi Videochats mit Personen durch, die Larkin während seiner Jazz-Ära vor dem Durchbruch, aus der Stotterer-Community und Eurodance-Phase kannten, darunter Johns Manager Manfred Zähringer, die Produzenten seiner Hit-Singles und Alben sowie Musiker, die ihn während seiner Karriere kannten.[1] Auch die das Buch abschließende Geschichte um das britische Mädchen, dem John Larkin sowohl durch seine Musik als auch durch den persönlichen Kontakt hilft, ist nicht erfunden. Sie basiert ebenfalls auf der Recherche, auch wenn Teile davon zusammengefasst wurden.[2]
Aus dem gesammelten Material entstand ein Skript im Drehbuchformat, das anschließend zeichnerisch umgesetzt wurde. Die meiste Freude, so Chi, habe die Recherche gemacht, während die Zeichnungen eher eine stumpfe Umsetzung des Ergebnisses waren. Mit den ersten beiden Kapiteln des Buchs schloss Chi sein Design-Studium an der TH Nürnberg ab.[1] Die weiteren drei Kapitel entstanden, nachdem er mit dem Zwerchfell Verlag einen Vertrag über die Veröffentlichung abgeschlossen hatte.[3] Die Verleger gehören der Generation an, die den Erfolg des Scatman damals miterlebt hatten und waren von dem Konzept sofort begeistert.[2] Erst hier entstand auch die Kolorierung.[3]
Das 248 Seiten umfassende Buch erschien im Mai 2022 beim Zwerchfell Verlag.
Rezeption
Der Comic wurde 2022 mit dem Max-und-Moritz-Preis für das Beste deutschsprachige Comic-Debüt ausgezeichnet. Der Preis wurde mit Melek + ich und Pfostenloch geteilt.[4] Der Comic setze John Larkin ein würdiges Denkmal, so die Begründung der Jury.[5]
In der Süddeutschen Zeitung lobt Jürgen Moises die „sehr stimmige, bewusst auf wenige Farben reduzierte Kolorierung“ der komplett mit weichen Bleistiften gezeichneten Geschichte. Chi habe „eine sehr lebendige Biografie geschaffen, die viel Sympathie für Scatman John weckt und zudem mit subtilen grafischen Details aufwartet. Etwa dort, wo Chi die Energie der Live-Auftritte optisch umsetzt.“[3] Die „sorgfältig recherchierte Biografie zeigt Scatman John als eine komplexe Persönlichkeit“, so Christian Gasser für das SRF, und: „Diese wunderbare Geschichte eines Aussenseiters erzählt der junge deutsche Comic-Autor Jeff Chi in «Who’s the Scatman» mit spürbar viel Liebe und Seele, aber ohne Kitsch. Er bebildert sie mit kantigen, expressiven und farbenfrohen Zeichnungen, zu denen man am liebsten tanzen würde.“[6] „Das Comic-Porträt […] ist zwar eine traurige Lebensgeschichte, aber kann Mut machen“, meint Peter Pisa im österreichischen Kurier.[7] Chi huldige mit dem liebevollen Comic dem One-Hit-Wonder der 90er, so laut.de. Er erliege nicht der Versuchung, Abstiege auf viele Seiten zu strecken, „bedient nicht den Voyeurismus und beschäftigt sich lieber mit seiner Rettung durch Musik“.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b Zwerchfell Verlag - Independent Comics seit 1988. Abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ a b c Who’s the Scatman?: Graphic Novel über Scatman John – laut.de – News. Abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ a b c Jürgen Moises: Nürnberger Zeichner hat einen Comic über Scatman John gemacht. 3. Mai 2022, abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Max und Moritz-Preis 2022: Die Gewinner*innen – Comic.de. Abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Bestes deutschsprachiges Comic-Debüt 3. Abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Comic-Biografie - Vom Stotterer zum Star: Die Geschichte hinter Scatmans Welthit. Abgerufen am 23. September 2025.
- ↑ Peter.Pisa: ... und wieder 18 Bücher, ganz kurz. 5. Juni 2022, abgerufen am 23. September 2025.