Wetzlarer Neue Zeitung
| Wetzlarer Neue Zeitung
| |
|---|---|
| Beschreibung | deutsche Tageszeitung |
| Verlag | VRM Wetzlar GmbH |
| Erstausgabe | 1. Januar 1946 |
| Erscheinungsweise | Montag bis Samstag |
| Verkaufte Auflage | 13.965 Exemplare |
| (IVW 3/2025, Mo–Sa) | |
| Chefredakteur | Frank Kaminski |
| Herausgeber | Joachim Liebler |
| Weblink | www.mittelhessen.de |
| ZDB | 529642-0 |
Die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ) ist eine 1946 erstmals erschienene Tageszeitung mit Lokalberichterstattung für Stadt und Region Wetzlar. Sie ist die Hauptausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill des Medienkonzerns VRM, die darunter zusammengefassten Zeitungstitel erscheinen als Kopfblatt der WNZ. Die verkaufte Auflage der Hauptausgabe beträgt 13.965 Exemplare, ein Minus von 56,2 Prozent seit 1998.[1] Mit den weiteren Ausgaben der Zeitungsgruppe wird eine Gesamtauflage von 44.519 Exemplaren erreicht.[2]
Geschichte
Die Wetzlarer Zeitungstradition lässt sich bis ins Jahr 1872 zurückverfolgen, als Ferdinand Schnitzler das Wetzlarer Kreisblatt herausgab. Diese Zeitung wurde 1873 in Wetzlarer Kreis- und Anzeigenblatt umbenannt, später in Wetzlarer Anzeiger. Die Zeitung erschien bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Herausgeber Carl Theodor Ferdinand Schnitzler, dem Sohn des Gründers.
Bereits im Jahr 1945 gelang es Johann Eifinger als politisch unbelastetem Redakteur zusammen mit Josef Hüsch von der Amerikanischen Besatzungsmacht eine Lizenz zur Herausgabe der Wetzlarer Neuen Zeitung zu erlangen. Am 1. Januar 1946 erschien unter der Zulassung Nr. 38 W der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung die erste WNZ. Die Zeitung erschien dreimal wöchentlich im Rotationsdruck in einer Auflage von 20.000 Stück, gedruckt wurde in der Wetzlarer Weißadlergasse. Aufgrund der Papierknappheit waren auch Zeitungen damals Mangelware, der Umfang wurde an den Papiervorrat angepasst. Seit 1948 erscheint die Zeitung täglich. Der Mitherausgeber Josef Hüsch schied 1950 aus dem Verlag aus. 1952 fusionierte der Verlag mit der Verlegerfamilie Schnitzler, die den Wetzlarer Anzeiger herausgegeben hatte, und zog bald danach an den Karl-Kellner-Ring. Im Jahr 1975 wurde der Grundstein für das Pressehaus am Hörnsheimer Eck im Süden Wetzlars gelegt, in dem seit dem 2. November 1976 alle Zeitungen gedruckt werden. Johann Eifinger starb am 29. Juni 1979. Der Verlag besteht in veränderter Form als Träger der Zeitungsgruppe Lahn-Dill und Teil des Medienkonzerns VRM weiter fort und ist noch zu einem Teil im Besitz der Schnitzler-Erben der Schnitzler. Die Eifingers schieden zwischenzeitlich aus (siehe Hauptartikel).
Kritik
Die örtliche CDU und deren Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer behaupteten, dass eine Benachteiligung der CDU in der Berichterstattung bei Veranstaltungen und durch das Ignorieren von Pressemitteilungen stattfinde. Irmer hatte in diesem Zusammenhang der Zeitung „Zensur“ vorgeworfen. Das Amtsgericht Wetzlar erließ am 8. Dezember 2000 auf Initiative der WNZ eine einstweilige Verfügung gegen den CDU-Politiker. Diese verbietet ihm die Bezeichnung der WNZ „als eine Zeitung, die ungerechtfertigte Zensur vornehme oder ihr unterliege“. Sollte Irmer dem zuwiderhandeln, müsste er bis zu 500.000 Mark Ordnungsgeld zahlen. Der „Fall Irmer“ sorgte bundesweit für Schlagzeilen.[3] Bemerkenswert ist dazu, dass Irmer als Herausgeber des Anzeigenblatts Wetzlar Kurier ein direkter Konkurrent der Tageszeitung WNZ beim Anzeigengeschäft ist.[3]
Auflage
Die Hauptausgabe der Wetzlarer Neue Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 4,5 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 7,7 % abgenommen.[4] Sie beträgt gegenwärtig 13.965 Exemplare.[5] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 92,8 Prozent.
| 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.905 | 31.712 | 31.435 | 31.243 | 30.660 | 29.985 | 29.536 | 28.906 | 28.436 | 27.900 | 27.135 | 26.434 | 25.911 | 25.370 | 24.893 | 24.254 | 23.539 | 23.119 | 22.517 | 21.805 | 21.088 | 19.829 | 19.066 | 18.458 | 17.281 | 16.062 | 14.832 |
Literatur
- Eva-Juliane Welsch: Die hessischen Lizenzträger und ihre Zeitungen. Hrsg.: Universität Dortmund. 2013 (tu-dortmund.de – Dissertation).