Werner Schneider (Fußballspieler, 1915)
| Werner Schneider | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 4. Februar 1915 | |
| Sterbedatum | 25. Januar 1997 | |
| Position | Mittelfeld | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| Hertha BSC | ||
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1933–1948 | Hertha BSC | 108 (15) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Werner Schneider (* 4. Februar 1915; † 25. Januar 1997) war ein deutscher Fußballspieler.
Spielerkarriere
Der aus der eigenen Jugend von Hertha BSC stammende Werner Schneider gab sein Debüt für die erste Mannschaft am letzten Spieltag der Saison 1933/34. Im für beide Seiten belanglosen Spiel zwischen SC Minerva 93 und Hertha kam es am 25. März 1934 im Poststadion zu einem 5:5, wobei insbesondere Alfred Stahr mit vier Treffern auf sich aufmerksam machte. Schneider bildete zusammen mit Willi Völker und Alfred Brink die Läuferreihe von Hertha BSC.[1]
In der Saison 1934/35 wurde Werner Schneider dann zum Stammspieler. Nachdem der Mittelfeldspieler in den ersten drei Partien nicht zum Einsatz gekommen war, stand er in den restlichen 17 Spielen jeweils 90 Minuten auf dem Platz. Auch wenn ihm kein Treffer gelang, hatte Schneider großen Anteil am Gewinn der Gaumeisterschaft.[2] Dadurch erreichten die Berliner die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Da Hertha die beiden letzten Partien gegen PSV Chemnitz (1:2) und Vorwärts-Rasensport Gleiwitz (1:2) verlor, verpassten die Blau-Weißen als Gruppenzweiter den Einzug ins Halbfinale.
1935/36 verfehlte Hertha als Dritter des Endklassements die Titelverteidigung. Auch Werner Schneiders sieben Tore in 13 Partien konnten nicht verhindern, dass die beiden letzten Spiele gegen Tennis Borussia (1:3) und SC Nowawes 03 (0:2) verloren gingen und man sich deswegen mit je einem Punkt Rückstand auf den Berliner SV 92 und Minerva auf Platz drei einordnete.[3]
Angeführt von einem überragenden Gerhard Schulz, dem 16 Tore in 15 Einsätzen gelangen, gewann Hertha 1936/37 zum zweiten Mal die Gaumeisterschaft.[4] Werner Schneider hatte in 15 Gauligaspielen zwei Tore für den Meister erzielt.[5] So qualifizierte sich die von Willi Knesebeck trainierte Mannschaft für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Hinter dem späteren Meister FC Schalke 04 und Werder Bremen hatten die Hauptstädter jedoch keine Chance auf ein Weiterkommen. Schneider war in allen sechs Endrundenspielen aufgelaufen.[6]
1937/38 verpasste Schneiders Mannschaft dann aufgrund des schlechteren Torquotienten hinter dem Berliner SV die Gaumeisterschaft.[7] Punktgleich mit 27:9 Punkten hatten die zwei Mannschaften die Tabelle angeführt und Werner Schneider hatte in 12 Gauligaspielen zwei Tore erzielt.[8] Im Tschammer-Pokal war Schneider mit Hertha am 9. Oktober 1938 mit einer 0:3-Auswärtsniederlage bei Rot-Weiss Essen gescheitert.
Auch in der folgenden Saison 1938/39 hatte Hertha Pech und verfehlte den Titelgewinn erneut nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem Überraschungsmeister Blau-Weiß 90.[9] Werner Schneider hatte unter Trainer Hans Sauerwein 12 Ligaspiele bestritten und war im Tschammer-Pokal zusätzlich in sieben Spielen zum Einsatz gekommen.+-
Nachdem Schneider in den Jahren zuvor unumstrittener Stammspieler gewesen war, bestritt er im 1939/40 einmalig ausgetragenen Danzig-Pokal nur noch zwei Partien. In der anschließenden Kriegsmeisterschaft wurde Schneider von Trainer Hans Sauerwein dann siebenmal eingesetzt.
Schneider war Teil der Mannschaft, die im Oktober 1940 nach Bratislava reiste, um dort ein Freundschaftsspiel zur Einweihung des mit deutscher finanzieller Unterstützung errichteten Stadions gegen den S. K. Bratislava zu absolvieren.[10]
1940/41 spielte Schneider mit 21 Partien hinter Hermann Hahn und Hans Uhlich (je 22 Spiele) am häufigsten. Am letzten Spieltag empfing Hertha als Spitzenreiter das punktgleiche TeBe. Aufgrund des besseren Torverhältnisses hätte Schneiders Verein ein Remis zur Meisterschaft gereicht. Trotz einer frühen Führung durch Fritz Balogh ging Hertha am Ende mit 2:8 förmlich unter. Der sechsfache Torschütze Hans Berndt ragte bei Tennis Borussia heraus.[11]
In der Saison 1941/42 bestritt Werner Schneider nur noch acht Ligapartien und belegte mit der Hertha hinter Blau-Weiß 90 und Tennis Borussia den 3. Rang.
Wie viele andere Männer auch wurde Schneider im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht eingezogen. In den beiden darauffolgenden Spielzeiten kam er dadurch jeweils nur noch einmal während seines Fronturlaubs im Tschammer-Pokal zum Einsatz. Einmal am 2. Mai 1943 bei einem 9:3-Erfolg gegen BFC Viktoria 89 und das zweite Mal am 14. Mai 1944 bei einem 3:2-Erfolg gegen KSG Hellas-Nordwest. Schneider wird in der Hertha-Einsatzstatistik in der Gauliga Berlin-Brandenburg von 1933/34 bis 1943/44 mit 99 Einsätzen auf dem 6. Rang geführt.[12]
1945 floh Schneider mit seiner Familie nach Flensburg. Ende 1946 siedelten sie nach Lübeck über. Dort spielte Schneider für den LBV Phönix Lübeck und für die Stadtauswahl. Schneider beendete seine Karriere in der Altherrenmannschaft des LBV Phönix.[13]
Erfolge
- Gaumeister Berlin-Brandenburg: 1935, 1937, 1944
Quellen
- Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 8: Spielerlexikon 1890–1963. AGON Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7.
- Harald Tragmann, Harald Voß: Das Hertha Kompendium. 2., überarb. und erw. Auflage. Harald Voß, Berlin 2002, ISBN 3-935759-05-3.
Einzelnachweise
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 153
- ↑ Gauliga Berlin-Brandenburg 1934/35, gesichtet am 25. September 2010
- ↑ Gauliga Berlin-Brandenburg 1935/36, gesichtet am 25. September 2010
- ↑ Gauliga Berlin-Brandenburg 1936/37, gesichtet am 25. September 2010
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 168
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 169
- ↑ Gauliga Berlin-Brandenburg 1937/38, gesichtet am 25. September 2010
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 174
- ↑ Gauliga Berlin-Brandenburg 1938/39, gesichtet am 25. September 2010
- ↑ Daniel Koerfer: Hertha unter dem Hakenkreuz, 2013, ISBN 978-3-89533-644-7, S. 47
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 187
- ↑ Tragmann/Voß: Das Hertha Kompendium. S. 734
- ↑ Im Flensburger Nachrichten-Blatt von 1946 heißt es als Überschrift: „Erstes britisch-deutsches Fußballspiel in Flensburg“. Dann im Text u. a.: „Der deutschen Mannschaft gab wieder einmal der linke Läufer Schneider Zusammenhalt, der in allen gefährlichen Situationen als rettender Engel auftauchte.“ Am 15. November 1947 heißt es in den Lübecker Nachrichten in der Überschrift: „Mittwoch im Zeichen der Städtespiele“. Und im Text u. a.: „Da eine zu sehr zusammengewürfelte Mannschaft immer die Gefahr eines verständnislosen Spiels in sich birgt, trägt die Mannschaftsstruktur in Flensburg vornehmlich einen Phönix Charakter, u. . Schneider (LBV Phönix).“ Das Todesdatum von Werner Schneider ( 25. Januar 1997) kann ich als Sohn mit der Todesanzeige belegen.