Werner H. Veith

Werner H. Veith (* 28. August 1940 in Neuwied; † 30. März 2009 in Egeln) war ein deutscher Sprachwissenschaftler, Dialektologe und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Nach dem Abitur 1960 in Neuwied studierte Werner H. Veith von 1960 bis 1966 u. a. Deutsche Sprache und Literatur, Geographie, Psychologie und Pädagogik an der Universität Marburg/L. und an der Universität Gießen (1964). 1966 promovierte er an der Universität Marburg bei Ludwig Erich Schmitt zum Dr. phil. mit einer sprachwissenschaftlichen Dissertation. Von 1966 bis 1968 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Georgetown University tätig, von 1968 bis 1969 als Dozent an der Howard University und von 1969 bis 1972 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Marburg und zwar am Projekt „Deutscher Sprachatlas“. Im Jahre 1971 habilitierte er sich an der Universität Marburg für die Linguistik des Deutschen und lehrte dort von 1972 bis 1975 als Professor. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität München von 1973 bis 1974 wurde er 1975 als Professor für Deskriptive Sprachwissenschaft an die Universität Mainz berufen. 2007 trat er in den Ruhestand.

In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Werner H. Veith vor allem mit der Dialektologie der deutschen Sprache und arbeitete intensiv am „Deutschen Sprachatlas“. Außerdem veröffentlichte er ein Arbeitsbuch zur Soziolinguistik.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Explikative, applikative, komputative) Dialektkartographie. Uhre wissenschaftlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten in der Phonologie auf der Grundlage der kontrastiv-transformationellen Methode und der automatischen Datenverarbeitung. In: Germanistische Linguistik, Bd. 1 (1969/70), H. 4, S. 389–497.
  • Die lexikalische Stellung des Nordschlesischen in ostmittel- und gesamtdeutschen Bezügen unter besonderer Berücksichtigung der Weinbauterminologie (= Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 66). Böhlau, Köln 1971, ISBN 3-412-64571-0 (= Dissertation Universität Marburg/L.)
  • Intersystemare Phonologie. Exemplarisch an diastratisch-diatopischen Differenzierungen im Deutschen. de Gruyter, Berlin 1972.
  • (mit Frans Beersmans): Materialien zur Rechtschreibung und ihrer Reform (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, Bd. 10). Steiner, Wiesbaden 1973.
  • Der Kleine Deutsche Sprachatlas als Arbeitsmittel (= Studien zum kleinen deutschen Sprachatlas, Bd. 1). Niemeyer, Tübingen 1982, ISBN 3-484-24601-4.
  • (Bearb.): Kleiner deutscher Sprachatlas. Zwei Bände in vier Teilen. Niemeyer, Tübingen 1984–1999.
  • (Mithrsg. u. Mitautor): Dialektgeographie und Dialektologie. Günter Bellmann zum 60. Geburtstag (= Deutsche Dialektgeographie, Bd. 90). Elwert, Marburg 1989, ISBN 3-7708-0908-4.
  • (Hrsg.): Sprachatlanten des Deutschen (= Studien zum kleinen deutschen Sprachatlas, Bd. 2). Niemeyer, Tübingen 1989, ISBN 3-484-24602-2.
  • (mit Friedhelm Schäfer): Die Kartenthemen der Lautatlanten. Eine vergleichende Dokumentation zum deutschen Sprachraum in Europa (= Studien zum kleinen deutschen Sprachatlas, Bd. 3). Niemeyer, Tübingen 1989, ISBN 3-484-24603-0.
  • Soziolinguistik. Ein Arbeitsbuch mit 100 Abbildungen sowie Kontrollfragen und Antworten. Narr, Tübingen 2002 (2. überarb. Aufl. 2005), ISBN 978-3-8233-6198-5.

Einzelnachweise

  1. Veith, Werner H. In: Wilfried Kürschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. Bd. 2. Narr, Tübingen 1994, S. 972f., ISBN 3-8233-5000-5 (mit biografischen Daten, Publikationsliste u. Foto); Dieter Stellmacher: Nachruf Werner H. Veith. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Bd. 76 (2009), H. 1, S. 75–77 (mit Foto, abgerufen am 22. Oktober 2025).