Werner Berg (Historiker)
Werner Berg (* 6. Juli 1947 in Kempen, Niederrhein) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Leben
Werner Berg wurde in Kempen (Kreis Viersen) geboren. Er studierte Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, an der er 1973 mit einer Studie über Die betrieblichen und gesellschaftlich-politischen Beziehungen zwischen Unternehmern, Angestellten und Arbeitern im Ruhrkohlenbergbau während des Ersten Weltkrieges das Magisterexamen absolvierte. Anschließend wechselte Berg an die Universität Bielefeld, an der er 1980 bei Sidney Pollard mit einer Arbeit über Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Großbritannien im Übergang zum „organisierten Kapitalismus“ promoviert wurde. In seiner Studie untersuchte Berg die aus unterschiedlichen Vorbedingungen entstandenen Entwicklungen der im Ruhrgebiet und in Südwales tätigen Arbeiter, Angestellten und Unternehmer im Steinkohlebergbau zwischen 1850 und 1914 in vergleichender Perspektive. Die Arbeit verfolgt zudem einzelne Themen wie die Entwicklung des britischen politischen Systems und seiner Bürokratie über mehrere Jahrhunderte und liefert so, ergänzt durch soziologische Analysen etwa zur Entstehung von Vereinen und Interessengruppen, eine Annäherung an eine vergleichende Geschichte Großbritanniens und Preußen-Deutschlands.[1][2][3]
Nach seiner Promotion wechselte Berg als Wissenschaftlicher Assistent zurück an die Universität Freiburg, an der er sich 1993 bei Hugo Ott und Gottfried Schramm mit der Studie Allgemeine Entwicklungslogik und nationale Eigenständigkeit im Industrialisierungsprozeß. Der Fall des britischen Kohlenbergbaus im Vergleich (1830–1947) habilitierte. Von 1994 bis 2000 lehrte Berg als Privatdozent Neuere und Neueste Geschichte sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg. Von 2000 bis 2001 war er Gastprofessor an der Université Lumière Lyon II, von 2001 bis 2002 an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris.[1]
Zu Bergs Forschungsschwerpunkten zählen Neuere und Neueste Geschichte, Vergleichende Wirtschafts- und Sozialgeschichte, gesellschaftliche Leitungsstrukturen (Governance): Industrielles Management und Staat, Geschichte des politischen und ökonomischen Denkens, Theorie und Methodik der Geschichtswissenschaft.[1]
Schriften (Auswahl)
- „Herr im Hause“ oder Emanzipation der Arbeitnehmer. Die betrieblichen und gesellschaftlich-politischen Beziehungen zwischen Unternehmern, Angestellten und Arbeitern im Ruhrkohlenbergbau während des Ersten Weltkrieges. (Freiburg (Breisgau), Univ., Magisterarbeit, 1973).
- Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Großbritannien im Übergang zum „organisierten Kapitalismus“. Unternehmer, Angestellte, Arbeiter und Staat im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebietes und von Südwales, 1850–1914. Duncker & Humblot, Berlin 1984, ISBN 3-428-05495-4 (Zugl.: Bielefeld, Univ., Diss., 1980).
- Allgemeine Entwicklungslogik und nationale Eigenständigkeit im Industrialisierungsprozeß. Der Fall des britischen Kohlenbergbaus im Vergleich (1830–1947). Duncker & Humblot, Berlin 1996, ISBN 3-428-08495-0 (Teilw. zugl.: Freiburg (Breisgau), Univ., Habil.-Schr., 1993).
- Die Teilung der Leitung. Ursprünge industriellen Managements in den landwirtschaftlichen Gutsbetrieben Europas. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-525-36237-4.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Jg. 2002, S. 228.
- ↑ Vademekum der Geschichtswissenschaft, Jg. 2000, S. 300.
- ↑ Werner Berg: Einleitung. In: Ders.: Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und Großbritannien im Übergang zum "organisierten Kapitalismus" : Unternehmer, Angestellte, Arbeiter und Staat im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebietes und von Südwales, 1850–1914, Berlin 1984, S. 15–33.