Werner-von-Linde-Halle

Die Werner-von-Linde-Halle ist Bestandteil des Olympiaparks München. Sie steht in westlicher Richtung hinter dem Olympiastadion und ist mit diesem durch einen unterirdischen Gang verbunden.

Die bis dahin namenlose Halle wurde nach seinem Tod nach Werner von Linde (1904–1975) benannt, einem ehemaligen Leistungssportler, später Vorstandsmitglied von Siemens, Sportfunktionär und einer der wesentlichen Initiatoren für ein Groß-Stadion und die Olympischen Spiele in München.

Geschichte

Die Halle wurde für die Olympischen Spiele 1972 in München zum Aufwärmen der Sportler vor Wettkämpfen im Olympiastadion vom Büro Behnisch & Partner geplant und von 1969 bis 1972 errichtet.

Ursprünglich hatte die Anlage eine Ausdehnung von 95 m × 50 m bei einer Hallennutzfläche von 5200 m². Die 200-m-Rundbahn hatte deutlich stärker überhöhte Kurven, als dies in anderen Hallen üblich ist, damit die olympischen Sprinter beim Training und Aufwärmen die engen Hallenkurven mit voller Sprintgeschwindigkeit durchlaufen konnten. Werner von Linde setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Halle entgegen den ursprünglichen Plänen nach den Spielen erhalten blieb.[1]

Ab 2004 wurde die Halle durch Behnisch Architekten umgebaut und modernisiert und am 20. Januar 2007 neu eröffnet. Sie überdeckt nun 110 m × 55 m mit einer Hallennutzfläche von 7900 m², die lichte Raumhöhe blieb unverändert bei 5,50 m bzw. 8,50 m. Die Kurvenüberhöhung der Rundbahn wurde auf normale Maße reduziert. Die Halle verfügt seit dem Umbau über 8×60-m-Sprintbahnen, eine unterirdisch in die Halle führende 110-m-Sprintbahn mit 20 m Auslauf, sowie Anlagen für Weit- und Dreisprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Diskuswurf und Kugelstoßen.

Besucher betreten seit dem Umbau die Halle von Westen von der Parkharfe her, auf dieser Seite liegt die Tribüne für rund 400 Zuschauer und den Einrichtungen für ein Bistro. Im Osten, gegenüber dem Sportlereingang des Olympiastadions, liegt der Athletenzugang mit Umkleiden. Im Süden öffnet sich die Halle zu den Außensport-Anlagen.[1]

Die 14 Tennisplätze zwischen dem Sportplatz und der Parkharfe wurden erst 1978 gebaut und stehen dem Breitensport zur Verfügung. Ab 1979 wurde das Kinder-Planspiel Mini-München mehrmals in der Halle ausgerichtet.[2]

Heutige Nutzung

In der Halle trainiert der Olympiastützpunkt Bayern. Weiterhin finden Leichtathletik-Wettkämpfe, darunter mit dem Werner-von-Linde-Sportfest das größte Kinder- und Jugend-Sportfest Deutschlands, und vereinzelt andere Veranstaltungen wie Ausstellungen statt. Auch den Leichtathletikabteilungen Münchner Sportvereine steht die Halle zum Training im Breiten- und Leistungssport zur Verfügung.

Commons: Werner-von-Linde-Halle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. a b Ines Jennerwein: Olympiapark München. Büro Wilhelm Verlag 2022, ISBN 978-3-948137-56-4, S. 66
  2. Olympiapark München: MiniMunchner erobern EventArena, Pressemitteilung vom 18. Juli 2006 (abgerufen am 5. Oktober 2025)

Koordinaten: 48° 10′ 24,4″ N, 11° 32′ 36,6″ O