Wenzersdorf
| Wenzersdorf (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Wenzersdorf | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Mistelbach (MI), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Mistelbach | |
| Pol. Gemeinde | Gnadendorf | |
| Koordinaten | 48° 36′ 45″ N, 16° 24′ 53″ O | |
| Höhe | 245 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 86 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 2,76 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 05036 | |
| Katastralgemeindenummer | 13050 | |
| Das ehemalige Schloss Wenzersdorf | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Wenzersdorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Gnadendorf im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich. Die Ortschaft hat 86 Einwohner (1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1966 war Wenzersdorf eine eigenständige Gemeinde.[2]
Geografie
Das östlich von Gnadendorf gelegene Dorf wird von der Zaya durchflossen und ist über die Landesstraße L35 erreichbar, die durch den Ort führt. Zur Ortschaft zählt auch die Heißmühle. Am 1. April 2020 zählte die Ortschaft 43 Adressen.[3]
Geschichte
Das hier befindliche Schloss soll anfangs ein Frauenkloster gewesen sein, geriet im 15. Jahrhundert an die Familie Sandorfer und kam nach mehreren Wechseln zuletzt an die Herrschaft Ernstbrunn.
Die Bewohner waren mittelmäßig bestiftete Bauern, die Korn, Hafer, etwas Weizen, Hülsenfrüchte sowie etwas Wein und Obst anbauten; die Äcker waren immer wieder Überschwemmungen ausgesetzt, weshalb die Zaya bereits im 19. Jahrhundert reguliert wurde. Schweickhardt nannte hier auch eine Wasenmeisterei sowie eine Mühle. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 28 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Hagenberg besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus und besorgte die Konskription. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Ernstbrunn, Asparn an der Zaya und Enzersdorf im Thal.[4]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Wenzersdorf ein Gastwirt mit Gemischtwarenhandel, eine Mühle und ein Schmied ansässig.[5]
Im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich mit Wirkung vom 1. Jänner 1967 die bis dahin selbständigen Gemeinden, Gnadendorf, Wenzersdorf und Zwentendorf.[2]
Sehenswürdigkeiten
- Schloss Wenzersdorf, 1560 erbautes und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörtes Schloss
- Vollmond, Skulptur von Isa Genzken, westlich der Schlossruine
Literatur
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 7. Band: Sebarn bis Zwingendorf. Mechitaristen, Wien 1835, S. 188 (Wenzersdorf – Internet Archive; mit einem Nachtrag zum 6. Band: Schloßhof; c) Sebarn).
- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 30, Sektion Stronsdorf, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 7,2 MB]).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 226.
Weblinks
- Wenzersdorf in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ a b Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 18. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 24. Januar 2025.
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 386 (Wenzersdorf in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 498