Wenke Brüdgam

Wenke Brüdgam, auch Wenke Brüdgam-Pick (* 19. November 1984 in Rostock), ist eine deutsche Politikerin (PDS, Die Linke). Zusammen mit Torsten Koplin war sie von 2017 bis 2022 Landesvorsitzende der Partei Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern. Von 2022 bis 2025 war sie Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern.

Leben

Wenke Brüdgam legte 2004 ihr Abitur am Richard-Wossidlo-Gymnasium in Ribnitz-Damgarten ab. Im Anschluss begann sie ein Bachelor-Studium der Politikwissenschaften und des Öffentlichen Rechts an der Universität Rostock, das sie mit einer Abschlussarbeit Gender Mainstreaming in der Bildung in Mecklenburg-Vorpommern abschloss. Anschließend setzte sie das Studium in Politikwissenschaften und Neuer Geschichte Europas fort, das sie mit der Abschlussarbeit Politische Auseinandersetzungen zu Transformationsprozessen in der Bildungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern seit 2000 abschloss.[1]

Von 1994 bis 2002 war Karla Staszak die erste Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung in M-V. Ihr folgte bis 2011 Margret Seemann nach. Anschließend wurde das Amt abgeschafft, die Aufgaben fielen in die Zuständigkeit des Sozialministeriums. Mit der Bildung der SPD/Linke-Regierung 2022 wurde das Amt wieder besetzt.

Ehrenamtlich engagierte Wenke Brüdgam sich bis 2020 als Schöffin am Landgericht. Sie ist seit 2009 Mitglied des Kreistages des Landkreises Nordvorpommern bzw. des Landkreises Vorpommern-Rügen. Seit 2014 fungiert sie als stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Im Februar 2022 wurde sie durch die Landesregierung zur Landesbeauftragten für Frauen und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern berufen. Anfang Dezember 2025 wurde durch ihre eigene Meldung in sozialen Medien bekannt, dass sie mehrere Deutschlandfahnen als vermeintliche Zeichen rechtsextremer und faschistischer Gesinnung von Privatgebäuden heruntergerissen hatte. Sie entschuldigte sich dafür.[2] Wegen des Vorfalls sind mehrere Anzeigen eingegangen und wurden an die Staatsanwaltschaft Stralsund weitergeleitet.[3] In Betracht kommen die Straftatbestände des Diebstahls und der Sachbeschädigung.[4] Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, die durch § 90a StGB geschützt sind, eingeleitet.[5] Infolge der öffentlichen Kritik trat sie am 5. Dezember 2025 vom Amt der Gleichstellungsbeauftragten zurück.[6]

Wenke Brüdgam ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Publikationen

  • Wie verlief der Besuch von Erich Honecker bei Helmut Kohl und welche Auswirkungen hatte er auf die Zusammenarbeit? Grin Verlag, München 2006, ISBN 978-3-638-76569-5.

Einzelnachweise

  1. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften Universität Rostock (Hrsg.): Jahresbericht 2008–2012. S. 52 (uni-rostock.de [PDF; 576 kB; abgerufen am 24. Oktober 2019]).
  2. Deutschlandfahnen-Video: MV-Gleichstellungsbeauftragte räumt Fehler ein. Tagesschau, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  3. Rücktrittsforderungen: Linken-Politikerin reißt Deutschlandflaggen ab. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  4. Andreas Becker: Deutschlandflaggen abgerissen: Skandal um Schwesigs Gleichstellungsbeauftragte weitet sich aus. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  5. dpa: Deutschland-Fahnen entfernt: Ermittlungsverfahren gegen Ex-Gleichstellungsbeauftragte. In: Die Zeit. 11. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. Dezember 2025]).
  6. Deutschlandfahne abgerissen: Linken-Politikerin Brüdgam tritt zurück. In: ndr.de. 6. Dezember 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.
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