Wengler & Söhne

Film
Titel Wengler & Söhne. Eine Legende
Produktionsland DDR
Erscheinungsjahr 1987
Länge 137 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen DEFA-Studio für Spielfilme, Gruppe Johannisthal
Stab
Regie Rainer Simon
Drehbuch Rainer Simon, Helmut Bez
Musik Reiner Bredemeyer (Arrangement)
Kamera Roland Dressel
Schnitt Helga Gentz
Besetzung

Wengler & Söhne ist ein Spielfilm von Rainer Simon aus dem Jahr 1987. Gelegentlich wird auch der Untertitel Eine Legende genannt.

Handlung

Der junge Gustav Wengler kehrt 1871 aus dem Deutsch-Französischen Krieg in sein thüringisches Heimatdorf zurück. Mit seiner jungen Frau und dem kleinen Sohn Friedrich zieht er in die nahegelegene Stadt und beginnt in der feinoptisch-mechanischen Fabrik zu arbeiten. Durch seine Fähigkeiten gewinnt er bald die Anerkennung des Direktors Dr. Conrad Abel und wird mit besonders anspruchsvollen Aufgaben betraut.

Gustav Wengler möchte, dass auch sein Sohn Friedrich in die Firma eintritt, was dieser aber verweigert. Erst der Enkel Paul Wengler ist bereit, ebenfalls dort zu arbeiten, und schafft es schließlich, bis zum Direktor aufzusteigen. Nach 1933 kooperiert das inzwischen weltbekannte Unternehmen mit den nationalsozialistischen Machthabern. Paul Wengler erkennt 1945 vor den Trümmern der zerbombten Werke, dass dies ein Fehler war.

Hintergründe

Rainer Simons drittletzter Film Jadup und Boel (1980) war verboten worden, für den letzten Die Frau und der Fremde (1985) hatte er auf der Berlinale den Goldenen Bären gewonnen.

Wengler & Söhne sollte ein großes Epos über eine thüringische Familie von 1871 bis 1945 werden, die bei den optischen Werken von Carl Zeiss in Jena aufstieg. Dabei sollte auch die deutsche Geschichte in dieser Zeit dargestellt werden. Der Firmenname und die handelnden Personen wurden verändert, sodass aus dem Direktor Ernst Abbe Dr. Conrad Abel wurde.

Der DDR-Kombinatsdirektor Wolfgang Biermann verweigerte nach der Lektüre des Drehbuchs jede Unterstützung. Weder konnte auf dem Firmengelände in Jena gedreht werden, noch durften optische Geräte des Unternehmens verwendet werden.[1] Die Fabrikaufnahmen erfolgten deshalb in Berlin-Friedrichshain, Berlin-Prenzlauer Berg (Verwaltungsgebäude an der Fröbelstraße) und Potsdam. Weitere Drehorte waren 1986 Jena, Magdala, Pößneck, Heidelberg und Rom (Vatikan).[2]

Die Uraufführung fand am 14. Mai 1987 im Berliner Kino International statt. Der Film erhielt in der DDR mehrere Preise. 2006 wurde er wieder im Filmmuseum Potsdam aufgeführt.[3]

Auszeichnungen

Rezeption

Der Filmdienst befand:

„Eine episch breit, gepflegt und ruhig inszenierte Familienchronik über einen ‚typischen‘ Deutschen jener Zeit: strebsam, fleißig, sparsam, pünktlich, gehorsam und vaterlandstreu, bis in Krieg und Katastrophe. Auf höchst interessante, sinnliche Weise vermittelt der Film Geschichte am Beispiel eines Einzelschicksals. Vor allem in den kammerspielartigen Szenen auch dank hervorragender Darsteller dicht und intensiv.“[5]

Literatur

  • Michael Grisko: DDR-Geschichte in Filmen. Baden-Baden 2020. S. 213–225.
  • Wengler & Söhne. Eine Legende. Drehbuch nach dem Szenarium von Helmut Bez und Rainer Simon. Henschel, Berlin 1988.

Einzelnachweise

  1. Grisko, 2020, S. 217, nach den Erinnerungen von Rainer Simon
  2. Grisko, 2020, S. 218
  3. Wengler Söhne Filmmuseum Potsdam, zum 6. Februar 2006, die Inhaltsbeschreibung ist fast identisch mit der vom Filmdienst
  4. Wengler & Söhne DEFA-Stiftung, mit diesen Auszeichnungen
  5. Wengler & Sohne Filmdienst, (diese Beschreibung wurde von einigen anderen Webseiten fast wörtlich übernommen)