Welterbe in Kasachstan

Zum Welterbe in Kasachstan gehören (Stand 2025) sechs UNESCO-Welterbestätten, darunter drei Stätten des Weltkulturerbes und drei Stätten des Weltnaturerbes. Kasachstan ist der Welterbekonvention 1994 beigetreten, die erste Welterbestätte wurde 2003 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2023 eingetragen.[1]

Welterbestätten

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Kasachstan in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (G) – auf der Liste des gefährdeten Welterbes).

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi
(Lage)
2003 K 1103 Erfüllte Kriterien für Weltkulturerbe: i., iii., iv.
Petroglyphen der archäologischen Landschaft von Tamagaly
(Lage)
2004 K 1145 Erfülltes Kriterium für Weltkulturerbe: iii.
Saryarka - Steppe und Seen von Nordkasachstan
(Lage)
2008 N 1102 Naturschutzgebiete Naurzum und Qorgalschyn

Erfüllte Kriterien für Weltnaturerbe: ix., x.

Seidenstraßen: das Straßennetzwerk des Chang'an-Tianshan-Korridors 2014 K
Kasachstan
Kirgisistan
China Volksrepublik
1442 Stätten an dem Zweig der Seidenstraße, der von der antiken chinesischen Stadt Chang’an aus durch das Tianshan-Gebirge führte.

Die transnationale Welterbestätte umfasst 8 Stätten in Kasachstan. 25 weitere Stätten befinden sich in China und Kirgisistan.
Erfüllte Kriterien für Weltkulturerbe: ii., iii., v., vi.

Westliches Tian-Shan-Gebirge 2016 N
Usbekistan
Kirgisistan
Kasachstan
1490 Umfasst in Kasachstan sieben Schutzgebiete im Naturreservat Karatau, Naturreservat Aksu-Jabagly und Nationalpark Sairam-Ugam.

Weitere Schutzgebiete liegen in Kirgisistan und Usbekistan.
Erfülltes Kriterium für Weltnaturerbe: x.

Winterkalte Wüsten von Turan 2023 N
Turkmenistan
Kasachstan
Usbekistan
1693 5 Wüsten in Kasachstan: Naturreservat Barsa-Kelmes, Kaskakulan und 3 Schutzgebiete im Altyn-Emel-Nationalpark, weitere in Turkmenistan und Usbekistan.

Erfüllte Kriterien für Weltnaturerbe: ix., x.

Tentativliste

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind. Mit Stand 2026 sind 15 Stätten in der Tentativliste von Kasachstan eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte im Dezember 2026.[2] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme auf die Tentativliste.

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Turkische Kultstätte von Merke 1998 K/N 1131 Turkische Kultstätte auf 3000 m Höhe im Kirgisischen Alatau etwa 37 km südlich der Stadt Merki
Nördlicher Tian Shan (Nationalpark Ile-Alatau)
(Lage)
2002 N 1681
BW Abylaikit-Kloster
(Lage)
2021 K 6558 Kloster 53 km südlich von Öskemen
BW Kulturlandschaft Ulytau
(Lage)
2021 K 6560 Stand bereits von 1998–2021 als Mixed-Stätte auf der Tentativliste


Felsenmoscheen der Mangyshlak-Halbinsel 2021 K 6566 Vorschlag beinhaltet 5 Moscheen: Beket-ata (Oglandy), Karaman-ata, Shakpak-ata, Shopan-ata und Sultan-Epe. Vorschlag ist für 2026 nominiert.[3]
Seidenstraße: Prähistorische Phase 2021 K 6567 Beinhaltet 3 Stätten: Besshatyr-Grabfelder, Nekropole von Boralday und Nekropole von Esik
Seidenstraße: Fergana-Syrdarya-Korridor 2021 K 6568 Beinhaltet 9 Stätten: Antike Siedlungen von Asanas, Kyshkala, Otrar (seit 1998 auf Tentativliste), Sygnak, Yassy-Turkestan, Zhankala (Zhent), Zhankent, archäologischer Komplex von Sauran, Stätte der Zhetyasar Oase.

Vorschlag ist für 2026 gemeinsam mit Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan nominiert.[3]

Seidenstraße: Wolga-Kaspischer Korridor 2021 K 6569 Beinhaltet 3 Stätten: Antike Siedlungen von Kyzyl kala, Zhaiyk und Saraychik
Ustyurt: Naturlandschaft und Aran-Jagdfallen 2021 K/N 6571
Petroglyphen des Zhetysu (Kulzhabasy, Eshkiolmes, und Bayan-Zhurek) 2025 K 6911 Enthält die Vorschläge Petroglyphen von Kulzhabasy (seit 2021 auf der Tentativliste) und Petroglyphen von Eschkiölmes (1998–2021 als Mixed-Stätte, danach Kulturstätte auf der Tentativliste) im historischen Gebiet Zhetysu sowie Petroglyphen in Bayan-Zhurek.
Petroglyphen des Qaratau Gebirges (Arpaozen and Sauyskandyk) 2025 K 6912 Kombination der zwei einzelnen Vorschläge Petroglyphen von Arpaösen (seit 1998 auf der Tentativliste) und Petroglyphenstätte von Sauyskandyk (seit 2016 auf der Tentativliste) im Qaratau Gebirge
Denkmäler und Heiligtümer der frühen Steppentradition Zentralasiens (Mausoleum von Kozy-Korpesh–Bayan Sulu, Ritualbauwerk Dombauyl und zugehörige „Dyng“-Türme) 2025 K 6913 Begim-Ana und Uzyn-Tam Türme, Dombauyl Turm, Kos-Kyz Türme, Kozy-Korpesh–Bayan Sulu Mausoleum


Medeu – Komplex der Schlammstromschutzbauten 2025 K 6914 Ingenieursbauten am Medeo Stadion.
Architektonische Resilienz: Das erdbebensichere Erbe von Almaty 2025 K 6915 Umfasst drei Bauten: Christi-Himmelfahrt-Kathedrale (Almaty), Regierungsgebäude der Kasachischen SSR und Hotel Kasachstan


Sakrale Holzarchitektur Zentralasiens: Islamische und christliche Traditionen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert 2025 K 6925 Umfasst Christi-Himmelfahrt-Kathedrale (Almaty) und Scharkenter Moschee

Ehemalige Welterbekandidaten

Diese Stätte stand früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[4]

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Megalithische Mausoleen der Begasy-Dandybai-Kultur 1998–2021 K 1132 Die Begasy-Dandybai-Kultur war eine Kultur der späten Bronzezeit, die in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. in den Steppen und Halbwüsten des zentralen Kasachstan verbreitet war. Die Hauptdenkmäler dieser Kultur sind megalithische Mausoleen.
Hügelgräber mit Steinstufen der Tasmola-Kultur 1998–2021 K/N 1133 Die Tasmola-Kultur war eine Kultur, die etwa vom 7. bis 3. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet des heutigen Kasachstan verbreitet war.
Paläolithische Stätten und Geomorphologie der Qaratau-Bergkette 1998–2021 K/N 1136 Im Qaratau-Gebirge wurden über 300 paläolithische Stätten entdeckt, von denen bisher erst ein geringer Teil ausgegraben wurde.
Archäologische Stätten der Otrar-Oase 1998–2021 K 1137 Die Otrar-Oase hat eine Fläche von etwa 200 km²Hier finden sich die Ruinen einer Reihe von verlassenen Ortschaften, darunter Otrar, Kuyruk-Tobe, Altyn-Tobe, Pshakshi-Tobe, Mardan-Kuyk und Kok-Mardan.
Naturreservat Aqsu-Schabaghyly 2002–2021 N 1683
Seidenstraße 2012–2021 K 5754 umfasste 31 Stätten, davon 23 neue, von denen sind 12 in Nominierungen von 2021 aufgegangen. 11 Stätten sind nicht mehr Teil des Vorschlags:
Commons: Welterbestätten in Kasachstan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kasachstan. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch).
  2. Tentativliste von Kasachstan. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 18. März 2025 (englisch).
  3. a b WHC Session 2026. In: www.worldheritagesite.org. WHS for World Heritage Travellers, abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch).
  4. Former Tentative Sites of Kazakhstan. In: World Heritage Site. Abgerufen am 30. Januar 2022 (englisch).