Weiterbildungszentrum Ingelheim
| Weiterbildungszentrum Ingelheim | |
|---|---|
| Gründung | 1947 |
| Trägerschaft | Stadt Ingelheim am Rhein |
| Ort | Ingelheim am Rhein |
| Bundesland | Rheinland-Pfalz |
| Land | Deutschland |
| Leitung | Florian Pfeil, Heinz Peter Kissel (Geschäftsführer) |
| Mitarbeiter | 120 (17. Oktober 2025) |
| Jahresetat | EUR ca. 8 Mio. (2024) |
| Website | www.wbz-ingelheim.de |
Das Weiterbildungszentrum Ingelheim (WBZ) ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Ingelheim am Rhein. Trägerin des WBZ ist die Stadt Ingelheim am Rhein. Unterstützt wird das WBZ durch den Verein der Freunde des Fridtjof-Nansen-Hauses e. V. Das WBZ Ingelheim betreibt ein integriertes Kultur- und Bildungszentrum mit den Fachbereichen Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung, Volkshochschule, Junge Akademie für Bildung und Musikschule.
Geschichte
Bereits 1947 begann der Volksschullehrer Hans-Heinz Eppelsheimer mit dem Aufbau einer Volkshochschule in Ingelheim. 1952 folgte ein Jugendbildungswerk. 1955 gründete sich im Rahmen einer Bürgerinitiative der Verein der Freunde und Förderer der Ingelheimer Volkshochschule, der sich 1970 in Verein der Freunde des Fridtjof-Nansen-Hauses e. V. umbenannte. 1956 wurde die Musikschule gegründet. 1957 wurde das Fridtjof-Nansen-Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße errichtet, das bis März 2017 Sitz des WBZ Ingelheim war. Ebenfalls 1957 folgte als letzter Fachbereich die Pädagogische Arbeitsstelle für Ostfragen (PAO), später Akademie für Ostfragen, die heute unter dem Namen Fridtjof-Nansen-Akademie den Bereich der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung abdeckt. Namensgeber für Haus und Akademie war der norwegische Polarforscher, Politiker, Philanthrop und Friedensnobelpreisträger von 1922 Fridtjof Nansen. 1977 wandelten der Verein und die Stadt Ingelheim das WBZ Ingelheim in eine gemeinsam getragene öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts um, seit 1. April 2017 operiert das WBZ Ingelheim in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Seit April 2017 betreibt das WBZ ein neues Bildungshaus am Fridtjof-Nansen-Platz 3, das wiederum den Namen Fridtjof-Nansen-Haus trägt.[1] Geschäftsführer des WBZ Ingelheim ist seit 2009 der Politikwissenschaftler Florian Pfeil, seit 2017 gemeinsam mit Heinz Peter Kissel.
Gremien
Seit 2017 ist das Weiterbildungszentrum Ingelheim eine gemeinnützige GmbH. Organe sind die Gesellschafterversammlung, der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung. Zudem berät ein Kuratorium die Arbeit der Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung.
Gesellschafterversammlung
Vertreter der Gesellschafterin ist qua Amt die Bürgermeisterin der Stadt Ingelheim am Rhein, Eveline Breyer.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestimmt als Kontrollorgan der gGmbH die grundsätzliche Ausrichtung der Bildungsarbeit und den Wirtschaftsplan. Er besteht aus gewählten Vertretern des Stadtrates der Stadt Ingelheim am Rhein und Mitgliedern des Vereins der Freunde des Fridtjof-Nansen-Hauses e. V. (FFNH).
Mitglieder des Aufsichtsrats sind (Stand: 17. Oktober 2025):[2]
- Bürgermeisterin Eveline Breyer (Vorsitzende)
- Manfried Bajorat (CDU)
- Erich Dalheimer (FFNH)
- Norbert Külzer (SPD)
- Sandra McKenzie (FWG)
- Jörn Simon (Bündnis 90/Die Grünen)
- Agnes von Trentini (FFNH)
- Miriam Wentzel (FDP)
Geschäftsführung
Geschäftsführer des WBZ Ingelheim sind seit 2017 Florian Pfeil und Heinz Peter Kissel. Pfeil war von 2009 bis 2017 bereits Direktor und Vorsitzender der Stiftung Weiterbildungszentrum Ingelheim.
Kuratorium
Das Kuratorium fungiert als beratendes Organ für den Fachbereich Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung. Ihm gehören Vertreter von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft an.
Mitglieder des Stiftungskuratoriums sind (Stand: 17. Oktober 2025):[3]
- Bürgermeisterin Eveline Breyer (Vorsitzende)
- Daniel Baldy MdB (SPD)
- Sabine Caron (Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz)
- Ira Closheim (Mainzer Volksbank)
- Philipp Fernis MdL, Minister der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz (FDP)
- Manuel Fröhlich (Universität Trier)
- Birger Hartnuß (Staatskanzlei Rheinland-Pfalz)
- Bernhard Kukatzki (Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz)
- Jörn-Carsten Gottwald (Ruhr-Universität Bochum)
- Manoj Gupte (Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen)
- Michael Hüttner MdL (SPD)
- Dennis Jung (Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz)
- Jürgen Kerwer (Stiftung Forum für Verantwortung)
- Michael Kißener (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- Kurt Köder (Hochschule Mainz)
- Maria Messerschmidt (Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz)
- Jan Metzler MdB
- Peter Molt (Universität Trier)
- Felix Münch (Hessische Landeszentrale für politische Bildung)
- Jutta Paulus MdEP (Bündnis 90/Die Grünen)
- Kerstin Pohl (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- Claudia Porr (Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz)
- Steffen Roßkopf (Sparkasse Rhein-Nahe)
- Pia Schellhammer MdL (Bündnis 90/Die Grünen)
- Siegmar Schmidt (Universität Koblenz-Landau)
- Ralf Schnall (Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG)
- Christine Schneider MdEP (CDU)
- Elmar Theveßen (ZDF)
- Julia Verne (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- Marie Wasem MdL (CDU)
- Volker Wilhelmi (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- Martin Wunderlich (Rheinhessische Ingelheim)
Fachbereiche
- Die Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung (FNA) wurde 1957 als Pädagogische Arbeitsstelle für Ostfragen (PAO) gegründet. Inhaltlich widmete sie sich zunächst als eines der deutschen Ost-West-Institute dem Brückenschlag zu den europäischen, insbesondere osteuropäischen Nachbarstaaten. Heute bietet die FNA Seminare, Vorträge, Workshops und Studienreisen zur ganzen Breite der politischen Bildung an. Thematische Schwerpunkte sind die Bereiche Entwicklungspolitik/Globales Lernen, Globalisierung, internationale Politik, Fluchtursachen, Nachhaltigkeit, Europapolitik, Demokratie, Prävention von Rechtsextremismus und Gewaltprävention. Von 2017 bis 2019 unterhielt die FNA ein Regionales Kompetenzzentrum zum Thema „Flucht, Migration, Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt“, das als Modellprojekt von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wurde. 2018 und 2024 erhielt die FNA den Weiterbildungspreis des Landes Rheinland-Pfalz.[4][5] 2024 wurde die FNA zudem für ein Demokratiebildungs-Projekt für die Grundschule mit dem 3. Preis beim Landespräventionspreis Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.[6] Seit 2019 ist bei der FNA die Geschäftsstelle des Bündnisses „Demokratie gewinnt!“ Rheinland-Pfalz unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Alexander Schweitzer angesiedelt. Die FNA wird seit 2009 von WBZ-Geschäftsführer Florian Pfeil geleitet, der 2024 für seine Arbeit im Bereich von Demokratiebildung und Rechtsextremismusprävention mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde.
- Die Volkshochschule (vhs) bietet Kurse, Vorträge und Seminare in den Bereichen Berufliche Bildung, Sprachenbildung, Gesundheitsbildung, personenbezogene schulbegleitende Bildung, kreative Bildung, Integration und Verbraucherbildung an. Die VHS wird seit 2020 von Heinz Peter Kissel geleitet.
- Die Junge Akademie für Bildung (JAB) (bis 2018: Jugendbildungswerk) bietet Kurse an, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richten, etwa im Rahmen der Lernförderung des Bundesprogramms Leistung für Bildung und Teilhabe. Die JAB wird seit 2019 von Heinz Peter Kissel geleitet.
- Die Musikschule deckt den Bereich der musikalischen Aus- und Weiterbildung für Jugendliche und Erwachsene ab. Sie ist eine der größten Musikschulen von Rheinland-Pfalz. Die Musikschule wird von Christel Bieger geleitet.
Mitgliedschaften
- Das Weiterbildungszentrum Ingelheim ist Mitglied des Verbandes der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e. V.
- Die Fridtjof-Nansen-Akademie für politische Bildung ist Mitglied der Gesellschaft der Europäischen Akademien (GEA), der Arbeitsgemeinschaft der Ost-West-Institute (OWI), des Entwicklungspolitischen Landesnetzwerks Rheinland-Pfalz (ELAN) und des rheinland-pfälzischen Bündnisses „Demokratie gewinnt!“
- Die Musikschule ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Florian Pfeil, Das Weiterbildungszentrum Ingelheim. In: Hans Berkessel/Joachim Gerhard/Nadine Gerhard et al. (Hrsg.): Ingelheim am Rhein. Geschichte der Stadt von den Anfängen bis in die Gegenwart, Nünnerich-Asmus-Verlag, Oppenheim am Rhein 2019, S. 476–485.
- ↑ Aufsichtsrat der WBZ gGmbH. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Das Kuratorium der FNA. In: wbz-ingelheim.de. Fridtjof-Nansen-Akademie, abgerufen am 6. Juni 2023.
- ↑ Weiterbildung öffnet Türen – Minister Wolf verleiht Weiterbildungspreise an herausragende Projekte. In: mwg.rlp.de. Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, 30. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juni 2023.
- ↑ Weiterbildungspreis 2024 . Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ Rheinland-Pfalz: Minister Ebling ehrt fünf Projekte mit dem Landespräventionspreis. 14. Juni 2024, abgerufen am 17. Oktober 2025.
Koordinaten: 49° 58′ 10,2″ N, 8° 3′ 38,6″ O