Weisung Nr. 25

Die Weisung Nr. 25 gab Adolf Hitler am 27. März 1941 zur Zerschlagung des Königreichs Jugoslawien, nachdem serbische Offiziere am selben Tag im Jugoslawischen Staatsstreich geputscht hatten. Dazu sollte die Wehrmacht ausreichende Kräfte konzentrieren, um zeitgleich im bereits geplanten Balkanfeldzug mit dem Angriff auf Griechenland (Unternehmen Marita, Weisung Nr. 20) auch Jugoslawien anzugreifen.

Bündnissituation im März 1941

Am 25. März 1941 hatte Jugoslawiens Ministerpräsident Cvetković mit dem Einverständnis von Prinzregent Paul unter ultmativem deutschem Druck den Beitritt zum Dreimächtepakt unterschrieben, so dass das seit 13. Dezember 1940 geplante Unternehmen Marita auch an der jugoslawisch-griechischen Flanke abgesichert erschien. Zwei Tage danach putschten serbische Offiziere unterstützt vom britischen Generalstab. Nach dem Jugoslawischen Staatsstreich riefen sie Kronprinz Peter zum Regenten aus. Auf Massendemonstrationen in Belgrad wurde die Aussetzung des Vertrages verlangt. Hitler fühlte sich betrogen und sah sowohl den Angriffsplan gegen Griechenland als auch gegen die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa, Weisung Nr. 21) beeinträchtigt. Die Kupfergruben von Bor und der unbehinderte Donauverkehr wären wehrwirtschaftlich wichtig. Deshalb erteilte er noch am gleichen Tag die Weisung Nr. 25 zur Zerschlagung des „feindlichen“ Jugoslawiens.[1][2]

Weisung Nr. 25

Durch Angriffe aus den Räumen Fiume (heute Rijeka)/Graz und Sofia, die gleichzeitig mit dem Angriff auf Griechenland (Unternehmen Marita) erfolgen sollten, wollte Hitler die jugoslawische Armee zerschlagen lassen. Die innenpolitischen Spannungen in der kroatischen Frage sollten durch politische Zusagen an die Kroaten verschärft werden. Ungarn und Bulgarien sollten durch die Aussicht auf Zurückgewinnung von Gebieten (Banat und Makedonien) zu einer Kriegsteilnahme bewegt werden. Mit rollierenden Luftangriffen auf Belgrad sollte die Hauptstadt zerstört werden.[3]

Im Jahr 2023 ersteigerte das Belgrader Museum der Opfer des Völkermordes (Muzej Žrtava Genocida) eine Ausfertigung des Dokuments.[4]

Zerschlagung Jugoslawiens

In der ergänzenden Weisung Nr. 26 vom 3. April 1941 ordnete Hitler zu den verbündeten Staaten an, dass Ungarn das Banat und Bulgarien Makedonien zurückerhalten werden, während Rumänien sich im deutschen und eigenen Interesse auf die Sicherung der Grenzen zu Jugoslawien und der Sowjetunion beschränken solle.[5]

Der gemeinsame Angriff von Deutschland, Italien, Ungarn und Bulgarien endete am 17. April 1941 mit der bedingungslosen Kapitulation Jugoslawiens.[6] Die „Neuordnung“ im jugoslawischen Raum war nicht die Realisierung konkreter Großraumplanung, sondern mehr das Ergebnis von Improvisationen und Kompromissen.[7] Hitler schuf mit der Zerschlagung Jugoslawiens ein Flickwerk unterschiedlich besetzter oder scheinsouveräner Gebiete, die sich mit ihren Nachbarn nicht vertragen sollten. Seine Absicht war, durch Teilen und Herrschen eine Koalitionsbildung gegen Deutschland von vornherein auszuschließen und so den Balkan zu befrieden und die wirtschaftliche Ausbeutung zu ermöglichen. Das Reich musste dann aber erhebliche Kräfte aufwenden, um die geschaffene Pattsituation zu stabilisieren und der Südosten erfüllte die militärischen, politischen und wirtschaftlichen Erwartungen des Reichs kaum.[8]

Einzelnachweise

  1. Arnold Suppan: Hitler - Beneš - Tito: Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und Südosteuropa. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2014, S. 927 f., JSTOR:j.ctv8pzcrq.14.
  2. Ladislaus Hory, Martin Broszat: Der kroatische Ustascha-Staat 1941-1945. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1964, S. 40 f.
  3. Arnold Suppan: Hitler - Beneš - Tito. S. 928.
  4. Sonja Ciric: Hitlers Weisung zum Angriff auf das Königreich Jugoslawien wurde versteigert. VRME, 29. November 2023, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  5. Arnold Suppan: Hitler - Beneš - Tito. S. 929.
  6. Arnold Suppan: Hitler - Beneš - Tito. S. 932.
  7. Holm Sundhaussen: Wirtschaftsgeschichte Kroatiens im nationalsozialistischen Großraum 1941-1945: Das Scheitern einer Ausbeutungsstrategie. In: Studien zur Zeitgeschichte. Band 23. Deutsche Verlags-Anstalt, 1983, ISBN 3-421-06150-5, S. 61.
  8. Sanela Schmid: Deutsche und italienische Besatzung im Unabhängigen Staat Kroatien: 1941 bis 1943/45. De Gruyter, Oldenbourg 2020, S. 23, doi:10.1515/9783110623833-003.