Weinmeisterstraße
| Weinmeisterstraße | |
|---|---|
| Straße in Berlin | |
| Weinmeisterstraße in Richtung Münzstraße | |
| Basisdaten | |
| Ort | Berlin |
| Ortsteil | Mitte |
| Angelegt | 1699 |
| Hist. Namen | Weinmeister-Gasse (um 1740–um 1820) |
| Anschlussstraßen | Gipsstraße (westlich) Münzstraße (östlich) |
| Bauwerke | Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Spandauer Vorstadt |
| Technische Daten | |
| Straßenlänge | ca. 200 Meter |
Die Weinmeisterstraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Mitte in der historischen Spandauer Vorstadt.
Lage
Die Weinmeisterstraße verläuft zwischen der Rosenthaler Straße im Westen und der Alten und Neuen Schönhauser Straße im Osten. Ihre Verlängerungen sind die Gipsstraße im Westen und die Münzstraße im Osten. Die Weinmeisterstraße liegt nordwestlich des Alexanderplatzes und nordöstlich des Hackeschen Marktes.
Geschichte
Im Jahr 1699 wurde ein Weg durch den Garten des Weinmeisters Stohse gelegt, der zunächst namenlos war.[1]
Seit etwa 1750 hieß der Weg Weinmeister-Gasse. In dieser Zeit wurden dort 19 Parzellen mit Wohnhäusern bebaut, die meist Handwerksmeistern und Fabrikanten bzw. deren Witwen gehörten.[2]
Um 1820 erhielt die Gasse den Namen Weinmeisterstraße.[3] In den folgenden Jahrzehnten entstanden dort größere Geschäfts- und Wohnhäuser, in denen weiterhin vor allem kleine und mittelständische Unternehmer wohnten und tätig waren.[4] Das Sophiengymnasium wurde 1867 der markanteste Gebäudekomplex.
Unter der Straße baute die Berliner Verkehrsgesellschaft im Jahr 1930 den U-Bahnhof.
Anfang der 1940er Jahre wurden infolge des Zweiten Weltkriegs die Gebäude an der Weinmeisterstraße beschädigt und danach teilweise abgetragen. 1953 ließ der Magistrat von Berlin dort ein neues Schulgebäude errichten.
Nach dem Mauerbau 1961 wurde der U-Bahnhof geschlossen, da die Linie 8 vor allem die West-Berliner Sektoren miteinander verband und im Osten ekein Halt erfolgte.
Bis 1967 fuhr die Straßenbahnlinie 69 durch die Weinmeisterstraße. In den 1980er Jahren wurde das Eckhaus Nr. 8 an der Neuen Schönhauser Straße in kleinteiliger Plattenbauweise neu erbaut (wie auch auf der gegenüberliegenden Seite in der Alten Schönhauser Straße).
Nach der Grenzöffnung Ende 1989 wurde der U-Bahnhof Weinmeisterstraße wieder allgemein zugänglich gemacht. Die ehemaligen kommunalverwalteten Wohngebäude konnten von den neuen Verwaltern oder Eigentümern nach 1990 saniert und mit mehr Komfort ausgestattet werden. An der Rosenthaler Straße ergänzten neue Bürogebäude die noch ehemaligen Baulücken. – Das LesArt – Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur befindet sich im Haus Nummer 5.
Gebäude und U-Bahnhof
Die Nummerierung der Häuser verläuft in Hufeisenform von der südwestlichen Seite an der Rosenthaler Straße bis zur Neuen Schönhauser Straße (Nr. 8) und dann auf der gegenüberliegenden Seite von der Alten Schönhauser Straße wieder zurück bis zur Rosenthaler Straße (Nr. 16).
Kulturdenkmale sind[5]
- Nr. 4–7 Wohnhäuser
- Nr. 15 ehemaliges Direktoratsgebäude des Sophiengymnasiums, erbaut 1865–1867, mit Ziegelsteinen, seit 1990 Jugendkulturzentrum Weinmeisterhaus
- Nr. 16 Schulgebäude mit Sporthalle, 1950–1953 neu erbaut, anstelle des zerstörten Gymnasiumsgebäudes, eines der wenigen größeren Bauten aus dieser Zeit in Berlin, jetzt eine Freie Waldorfschule
- U-Bahnhof Weinmeisterstraße, U-Bahn-Linie U8, 1930 fertiggestellt, Eingänge an der Alten und Neuen Schönhauser Straße
Weblinks
- Dokumente über die Weinmeisterstraße Deutsche Digitale Bibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Weinmeisterstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Theil III, S. 904., in der Einleitung, (auch in Kathrin Chod, Herbert Schwenk, Hainer Weisspflug: Weinmeisterstraße. In: Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg.): Berliner Bezirkslexikon, Mitte. Luisenstädtischer Bildungsverein. Haude und Spener / Edition Luisenstadt, Berlin 2003, ISBN 3-89542-111-1 (luise-berlin.de – Stand 7. Oktober 2009)., aber mit falscher Jahreszahl danach)
- ↑ Weinmeister-Gasse. In: Karl Neander von Petersheiden: Anschauliche Tabellen, 1799, S. 190 (erstes Berliner Straßenverzeichnis).
- ↑ Weinmeisterstraße. In: Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, 1822, Teil I, S. 386 (vorher 1812 noch Weinbergs-Gasse).
- ↑ Weinmeisterstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Theil III, S. 905., auch in anderen Jahren.
- ↑ Weinmeisterstraße Landesdenkmalamt Berlin