Weißbrust-Perlhuhn

Weißbrust-Perlhuhn

Weißbrust-Perlhuhn (Agelastes meleagrides)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
ohne Rang: Galloanserae
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Perlhühner (Numididae)
Gattung: Agelastes
Art: Weißbrust-Perlhuhn
Wissenschaftlicher Name
Agelastes meleagrides
Bonaparte, 1850

Das Weißbrust-Perlhuhn (Agelastes meleagris) ist ein Hühnervogel, der in wenigen Regenwäldern in den westafrikanischen Staaten Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste und Ghana vorkommt.

Merkmale

Es erreicht eine Gesamtlänge von 40 bis 45 Zentimeter, wobei die Weibchen im Durchschnitt kleiner sind als die Männchen. Weißbrust-Perlhühner haben ein überwiegend schwarzes Gefieder, die Brust, der vordere Rückenbereich und der untere Hals sind dagegen weiß. Der auffallend kleine Kopf und der oberer Hals sind unbefiedert und rosa bis rosarot gefärbt. Die Armschwingen und Handschwingen sind schwarzbraun. Männchen haben ein bis zwei Sporne, Weibchen sind ohne Sporne. Möglicherweise ist die Kopffärbung der Männchen eher rötlich, während die Köpfe der Weibchen eher rosa gefärbt sind. Die Iris ist braun, der Schnabel grünlich-braun und die Beine und Füße sind graubraun bis grauschwarz. Jungvögel sind matt bräunlich-schwarz gefärbt, mit einigen rötlich-braunen Federn an Flügeln und Rumpf, einem weißen Bauch und einem flaumigen Gefieder an Kopf und Hals. Wie die Weibchen sind sie spornlos.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Das Weißbrust-Perlhuhn kommt nur noch in einigen fragmentierten Regenwäldern vom Südosten Sierra Leones über Liberia und die Elfenbeinküste bis zum Südwesten Ghanas vor. Dabei bevorzugt es trockenere Gebiete in dichten Primärregenwäldern, lebt aber auch in selektiv abgeholzten Arealen, Wiederaufforstungsgebieten und Kakaoplantagen in der Nähe von Primärregenwäldern. Es ist ein Standvogel, der sich nur in einem kleinen Gebiet von ca. 1 km² bewegt. Weißbrust-Perlhühner ernähren sich vor allem von Wirbellosen, darunter sind Termiten, Ameisen, Grillen, Tausendfüßler, Würmer, Käferlarven, Spinnen und kleine Weichtiere. Daneben werden Beeren und Samen verzehrt. Bis zu 60 % des Tages verbringen die Vögel mit der Nahrungssuche, die am Boden erfolgt und durch häufiges Scharren charakterisiert ist. Oft folgen sie dabei Rußmangaben (Cercocebus atys) oder anderen größeren Tieren um heruntergefallene Nahrung zu erhaschen. Weißbrust-Perlhühner leben in Gruppen, die 15 bis 30 Exemplare umfassen können. Innerhalb der Gruppe kommt häufig zu Aggressionen, wenn ein Vogel eine reichhaltige Nahrungsquelle findet, werden die anderen Gruppenmitglieder aber gerufen. Hin und wieder bildet das Weißbrust-Perlhuhn gemeinsame Gruppen mit dem Kongo-Haubenperlhuhn (Guttera verreauxi). Die Mitgliedern der Gruppe halten durch tiefe „kok-kok“-Laute miteinander Kontakt, es gibt auch Berichte über laute, melodische Rufe und laute trompetenartige Rufe, die abends von einem Ast aus abgegeben werden.[1]

Fortpflanzung

Weißbrust-Perlhühner können auch das ganze Jahr über vermehren, die meisten brüten jedoch von Oktober bis Mai, möglicherweise mit einem Höhepunkt am Ende der Regenzeit, zwischen November und Januar. Küken mit Daunengefieder wurden zwischen November und Mai und halbwüchsige Jungvögel wurden im Februar, Mai und November beobachtet. Das Nest wird wahrscheinlich in dichtem Unterholz errichtet. Das Gelege kann bis zu 12 Eier umfassen, die rötlich-beige mit weißen Poren sind. Das Daunengefieder der Küken ist graubraun mit hellen ockerfarbenen Mustern.[1]

Systematik

Das Weißbrust-Perlhuhn wurde 1850 durch den französisch-italienischen Ornithologen Charles-Lucien Bonaparte erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es ist sehr nah mit dem Schwarzperlhuhn (Agelastes niger) verwandt, das im mittleren Zentralafrika vorkommt. Beide Arten bilden zusammen die Gattung Agelastes in der Familie der Perlhühner (Numididae).[1]

Bestand und Gefährdung

Die IUCN stuft das Weißbrust-Perlhuhn in die Kategorie „gefährdet“ (vulnerable) ein. Im gesamten Verbreitungsgebiet werden die Wälder immer weiter abgeholzt und in einigen Gebieten werden die Vögel auch stark bejagt. Im Jahr 2021 wurde geschätzt, dass es 39.000 bis 93.000 ausgewachsene Exemplare gibt. Weißbrust-Perlhühner kommen auch in einigen Schutzgebieten vor, im Südosten Sierra Leones z. B. im Gola-Regenwald-Nationalpark und in der südwestlichen Elfenbeinküste im Nationalpark Taï.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c d I. Martínez und G. M. Kirwan (2020). White-breasted Guineafowl (Agelastes meleagrides), Version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.whbgui1.01
  2. Agelastes meleagrides in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: BirdLife International, 2021. Abgerufen am 03. Januar 2026.