Weesen (Südheide)

Weesen
Gemeinde Südheide
Koordinaten: 52° 50′ N, 10° 8′ O
Höhe: 62 (60–66) m
Einwohner: ca. 520[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Hermannsburg
Postleitzahl: 29320
Vorwahl: 05052
Lage von Weesen in Niedersachsen

Weesen ist eine zur Gemeinde Südheide gehörende Ortschaft im nördlichen Landkreis Celle in Niedersachsen. Der Ort liegt im Naturpark Südheide, in der Lüneburger Heide, etwa 1 km östlich vom Kernort Hermannsburg entfernt und hat rund 520 Einwohner. Durch den Ort fließt der Weesener Bach, dessen Lauf 1999 unter Naturschutz gestellt wurde. Auf fast allen Bauernhöfen stehen noch alte Treppenspeicher aus dem 19. Jahrhundert.

Geschichte

Weesen bestand ab dem 16. Jh. aus acht Hofstellen, ursprünglich in geschlossener Form südlich des Weesener Baches, zu beiden Seiten des Hermannsburger Kirchweges. Mitte des 19. Jh. wurden einige Höfe an das nördliche Bachufer verlegt.

Am 1. Januar 1973 wurde Weesen in die Gemeinde Hermannsburg eingegliedert. Ein Teil wurde nach Unterlüß umgegliedert.[2] Bis dahin zählte Weesen zu den flächenmäßig größten Gemeinden Niedersachsens.

Politik

Seit 2015 bildet der Ortsteil Hermannsburg zusammen mit den Ortsteilen Baven, Beckedorf, Bonstorf, Oldendorf, Weesen, Lutterloh und Unterlüß die neu gegründete Gemeinde Südheide.

Der Ortsrat von Weesen besteht aus fünf Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[3]

  • Wählergemeinschaft Weesen: 5 Sitze

Infrastruktur

Bahnhof Weesen

1892 wurde im Rahmen der Feldbahnübung Uelzen–Celle eine abgeschiedene und ebene 70 km lange Bahntrasse für eine Schmalspurbahn von Uelzen über Weesen nach Celle gebaut, um zu erkunden, wie man im Kriegsfall Material mit einer Schmalspurbahn an die Front transportieren kann. Der Bautrupp bestand aus vier preußischen, einer bayrischen und vier Reservisten-Kompanien. Der Chef des Generalstabs des Heeres, Alfred Graf von Schlieffen, inspizierte die Arbeiten. Vom 28. Juli bis 12. August 1892 lief ein regelmäßige Betrieb auf der Feldbahn mit täglich 14 Zügen in jeder Richtung.[4] Am 22. September 1892 wurden die Arbeiten beendet. In der Nähe des Hofs Severloh, östlich des Bornriethmoors, ist am Citronenberg der Bahnverlauf noch zu erkennen.

Naturschutzfreunde Weesen

Der Verein Naturschutzfreunde Weesen wurde 1984 gegründet. Zu seinen Aktivitäten gehören:

  • Schutz und Pflege des Baches durch schonende Handräumung (statt Bagger), sowie Anpflanzung von Erlen, Öffnen von Seitengräben und Einbringen von Kies
  • Pflege von Landschaft und Natur,
  • Anpflanzungen und Vogelschutz: Mitte der 1980er-Jahre wurde durch die unteren Naturschutzbehörden ein Programm zur Heckenpflanzung in der Feldmark aufgelegt. Der Verein pflanzte zahlreiche Gehölze entlang der Feldwege an. Im und außerhalb der Ortschaft wurden Alleen, insbesondere mit Linden, Rotdorn und Ebereschen, teilweise auch mit Obstbäumen angepflanzt.
  • 1992 wurde ein 0,75 ha großer Acker in Verlängerung des Fahrweges angepachtet und vom Verein mit alten Obstsorten bepflanzt.
  • Seit etlichen Jahren ist der Kies- und Sandabbau am Hundsberg untersagt. Die Gemeinde verpachtete das Gelände 2007 an die Naturschutzfreunde, die mit Heckenpflanzungen das Areal einfriedeten.
  • Vom Verein wurden über 1000 Nistkästen rund um Weesen aufgehängt und gewartet.
  • Im Dorfzentrum wurde 1992 neben dem Feuerwehrhaus ein historischer Treppenspeicher im Rahmen der Dorferneuerung mit Eigenleistung des Vereins und weiterer Helfer errichtet.
  • Erhaltung des Transformatorenhauses von um 1914: Der Abgeriss konnte 1991 verhindert werden, da das Energieversorgungsunternehmen „SVO“ das Gebäude zur weiteren Nutzung dem Verein überließ, der es mit Unterstützung der Gemeinde sanierte für die Nutzung von Fledermäusen und Eulenvögeln als Quartier.

Baudenkmäler

Siehe auch Baudenkmale in Weesen

Literatur

  • Ulrike Hindersmann: Weesen - Sattelhof. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 423–425.
Commons: Weesen (Landkreis Celle) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ortsteil Weesen. In: Webauftritt. Gemeinde Südheide, abgerufen im September 2025.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  3. Ortsrat von Weesen
  4. A. Haarmann: Die Kleinbahnen. Nachdruck des Originals von 1896.