We′re All Going to the World′s Fair
| Film | |
| Titel | We′re All Going to the World′s Fair |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2021 |
| Länge | 86 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Jane Schoenbrun |
| Drehbuch | Jane Schoenbrun |
| Produktion |
|
| Musik | Alex G |
| Kamera | Daniel Patrick Carbone |
| Schnitt | Jane Schoenbrun |
| Besetzung | |
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| Chronologie | |
We′re All Going to the World′s Fair ist ein US-amerikanischer Coming-of-Age-Horrorfilm von Jane Schoenbrun aus dem Jahr 2021.
Handlung
Casey ist eine isoliert lebende Teenagerin, die mit ihrem alleinerziehenden Vater in einem Haus lebt. Wie viele in ihrem Alter ist sie in den sozialen Medien aktiv. Sie meldet sich zu der Internet-Challenge We′re All Going to the World′s Fair („Wir gehen alle zur Weltausstellung“) an. Dazu muss sie die Worte (im Stile von Candyman) drei Mal vor ihrem Laptop im Stream wiederholen, sich eine blutende Wunde zufügen und das Blut auf dem Bildschirm verteilen sowie ein kurzes Video mit Stroboskopeffekten anschauen. Sie verspricht danach tägliche Updates zu liefern, wie sich ihr Zustand verändert.
Man sieht weitere Mitglieder der Challenge, die von psychischen und physischen Veränderungen berichten, und auch bei Casey machen sich Effekte bemerkbar. So beginnt sie zu Schlafwandeln und berichtet von ähnlichen Effekten in ihrem Leben. Eines Nachts schleicht sie in die Hütte ihres Vaters, wo sie die Schrotflinte ihres Vaters findet. Etwas später wird sie von einem Nutzer kontaktiert, der sich JLB nennt und sie vor den Auswirkungen der Challenge warnen will. Die beiden kommunizieren über Skype, wobei sich später herausstellt, das es sich bei JLB um einen ebenfalls isoliert lebenden mittelalten Mann handelt.
Caseys Verhalten wird immer seltsamer in den Videos. So filmt sie sich beim Schlafen und steht plötzlich mit einem irren Grinsen vor dem Laptop. Anschließend filmt sie sich bei einem Sing- und Tanzversuch mit einem selbst getexteten Song, unterbricht ihre Perfomance jedoch mehrfach, um scheinbar sinnlos und aggressiv zu schreien. In einem der nächsten Videos erscheint sie mit verstörendem Make-up im UV-Licht und zerstört ihr Kuscheltier, das sie bis zu diesem Zeitpunkt seit ihrer Geburt hat. In einem späteren Anruf bei JLB zeigt sie sich bestürzt über ihre Tat. Anschließend diskutieren sie über Selbstreferenzialität. JLB warnt sie schließlich vor den Auswirkungen der Challenge, worauf Casey den Kontakt mit ihm abrupt abbricht und im Pädophilie unterstellt. Im Anschluss sieht man JLB, wie er verzweifelt und einem Zusammenbruch nahe versucht, sie erneut zu kontaktieren.
Im Anschluss erzählt JLB, es habe ein Jahr gedauert, bis sich Casey bei ihm noch einmal gemeldet habe. Sie habe sich entschuldigt, und die beiden hätten sich an einem neutralen Ort in New York City wieder getroffen. Dort habe Casey ihm eröffnet, dass sie anschließend in der geschlossenen Psychiatrie war. An dem Tag, als sie den Kontakt abbrach, wurde sie ohnmächtig und machte sich auf den Weg zur „Weltausstellung“, doch etwas habe sie zurückgezogen. JLB ist überzeugt davon, dass es seine Gebete waren, die sie gerettet haben.
Hintergrund
Es handelt sich nach mehreren Kurzfilmen um Jane Schoenbruns Debüt-Langfilm. Er basiert auf persönlichen Erlebnissen von Schoenbrun als Teenager, zum Teil erlebt in Internetforen oder als Teil von Fan-Fiction. Schoenrun wollte damit die Dysphorie darstellen, die Teenager oft im Internet zeigen und Auswirkungen auf ihr Leben im Real Life haben.[1] Es soll der erste Teil einer Screen Trilogy sein, die 2024 von I Saw the TV Glow fortgesetzt wurde.[2]
Veröffentlichung
Seine Premiere hatte der Film am 31. Januar 2021 auf dem Sundance Film Festival 2021.[3] Der Film erreichte im Kino Einnahmen von 106.644 US-Dollar.[4][5]
Rezeption
Peter Bradshaw vergab im The Guardian vier von fünf Sternen. Der Film basiere auf einer Video-Art-Ästhetik, Gamer-Ästhetik und, auch durch seine Entstehung während der COVID-19-Pandemie von Zoom geprägten Ästhetik. Er bezeichnete den Film als „eine unheimliche, aufregende Erfahrung“.[6.1]
Auf Certified Forgotten in der Rubrik Uterus Horror, einem Magazin, das feministische Strömungen im Horror untersucht, schrieb Molly Henery der Film sei „eine brillante Coming-of-Age-Geschichte, die in das Subgenre „Uterus Horror“ passt und darüber hinausgeh[e]. (…) Letztendlich [sei] We’re All Going to the World’s Fair eher ein leichter Horrorfilm, der sich mehr auf reale Ängste stütz[e], um das Gefühl der Isolation der Figur zu betonen. Zuschauer, die in ihrer Jugend ständig online waren, werden die Botschaft des Films sicherlich besser verstehen. Es ist ein bodenständiger, kraftvoller Film, der die Bedeutung von psychischen Gesundheitsproblemen, die potenziellen Gefahren des Internets und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und der Selbstfindung thematisiert.“[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Wilson Chapman: Director Jane Schoenbrun on the Extremely Online, Gender Dysphoric Coming-of-Age Journey in ‘We’re All Going to the World’s Fair’. In: Variety. 14. April 2022, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Wilson Chapman: Director Jane Schoenbrun on the Extremely Online, Gender Dysphoric Coming-of-Age Journey in ‘We’re All Going to the World’s Fair’. In: Variety. 14. April 2022, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Peter Debruge: Sundance Film Festival Lineup Features 38 First-Time Directors, Including Rebecca Hall and Robin Wright. In: Variety. 15. Dezember 2020, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ We're All Going to the World's Fair. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ We’re All Going to the World’s Fair (2022). In: the-numbers.com. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Peter Bradshaw: We’re All Going to the World’s Fair review – exhilarating gaming-horror mashup. In: The Guardian. 26. April 2022, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 4. Dezember 2025]).
- ↑ „What an uncanny, exhilarating experience.“
- ↑ The Universal Unease of 'We're All Going To the World's Fair' | Certified Forgotten. In: Certified Forgotten. 27. Juni 2024, abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).