Wawrzyniec Gembicki

Wawrzyniec Gembicki (* 1559 in Gębice; † 1624 in Łowicz) war Großkronkanzler, Unterkronkanzler, Großkronsekretär sowie von 1600 bis 1610 Bischof von Kulm, von 1610 bis 1616 Bischof von Włocławek und von 1616 bis 1624 Erzbischof von Gnesen und Primas Poloniae. Das Geschlecht der Tarnowski gehörte der Wappengemeinschaft Nałęcz an.

Leben

Wawrzyniec Gembicki besuchte die Schule in Chodzież und studierte später an der Lubrański-Akademie und dem Jesuitenkolleg Posen. Später ging er zum Studium der Rechte und der Philosophie nach Ingolstadt und an die Krakauer Akademie. Während der Studienzeit nahm er die priesterlichen Weihen an. Er ging in die Dienste des Unterkronkanzlers Wojciech Baranowski. Dank der Unterstützung des Großkronkanzlers Jan Zamoyski kam er an den Königshof von Stephan Báthory, wo er Königlicher Sekretär wurde. Nach dem Tod Báthorys blieb er am Königshof von Sigismund III. Wasa, der ihn 1596 als Botschafter Polen-Litauens zum Heiligen Stuhl nach Rom entsandte. Nach seiner Rückkehr erhielt er als Domherr zahlreiche Pfründe und 1600 sein erstes Bistum im Kulm, wo er die Reformation bekämpfte. Als Bischof berief er 1603 eine Synode in Chełmża ein. In Thorn unterstütze er die Jesuiten. 1607 und 1609 stieg er respektive zum Unterkronkanzler und Großkronkanzler auf, ohne auf seine geistigen Ämter zu verzichten. 1610 wurde er an den Bischofsstuhl in Włocławek versetzt. Auch hier unterstützte er die Gegenreformation, insbesondere gegen die Lutheraner in Danzig. Im gleichen Jahr nahm er an dem Kriegszug gegen Moskau nach Smolensk teil und unterstützte die Politik Sigismund III. Wasas, das Fürstentum Moskau einzunehmen und langfristig zu katholisieren. Andererseits sprach er sich für Frieden mit dem Osmanischen Reich aus. 1616 stieg er schließlich zum Erzbischof von Gnesen und Primas von Polen auf. Anfang der 1620er Jahre vollzog er eine Kehrtwende in seiner Außenpolitik unter sprach sich auf den Synoden in Łowicz und Piotrków für die den Feldzug gegen das Osmanische Reich aus. Während des Feldzugs führe er für den König die Regierungsgeschäfte in Polen-Litauen. 1623 versuchte er eine Aussöhnung zwischen den Unierten und den Orthodoxen herbeizuführen. Er verstarb auf dem Schloss der Gnesner Erzbischöfe in Łowicz und wurde in der Kathedrale von Gniezno beigesetzt.

Siehe auch

Literatur

  • Władysław Abraham, Organizacja Kościoła w Polsce do połowy wieku XII, Lwów 1890, S. 83 (polnisch).
  • Kazimierz Śmigiel: Słownik biograficzny arcybiskupów gnieźnieńskich i prymasów Polski, Wydawn. WBP, 2002 (polnisch).
  • Marceli Kosman, Między tronem a ołtarzem, Poznań, 2000, ISBN 83-7272-017-7. (polnisch).
  • Jerzy Karol Kalinowski, "Wawrzyniec Gembicki jako biskup chełmińskiej i pomezańskiej diecezji wieczysty administrator (1600-1610), Toruń 2011. (polnisch).
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VorgängerAmtNachfolger
Peter TilickiBischof von Kulm
1600–1610
Maciej Konopacki
Maciej PstrokońskiBischof von Włocławek
1610–1616
Paweł Wołucki
Wojciech BaranowskiErzbischof von Gnesen
1616–1624
Henryk Firlej