Wassil Kwatschantiradse
Wassil Schalwas dse Kwatschantiradse (georgisch ვასილ შალვას ძე კვაჭანტირაძე, Vasil Schalvas dze Kvačantiradze; russisch Василий Шалвович Квачантирадзе, Vasilij Schalvovič Kvachantiradze; * 2. Januarjul. / 15. Januar 1907greg. in Kontschkati bei Osurgeti, Russisches Kaiserreich; † 9. Februar 1950 ebenda, Georgische SSR, Sowjetunion) war ein sowjetischer Scharfschütze während des Zweiten Weltkrieges und Held der Sowjetunion. Mit mindestens 215 Tötungen von Offizieren und Soldaten der deutschen Wehrmacht während der Operation Bagration[1] und mit einer Anzahl von 517 bestätigten Tötungen während des Krieges gilt Kwatschantiradse als einer der tödlichsten Scharfschützen der Geschichte.
Leben vor dem Krieg
Kwatschantiradse wurde im Januar 1907 im Dorf Kontschkati nahe der Stadt Osurgeti, im Südwesten des heutigen Georgiens (damals Russisches Kaiserreich), als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Während seiner Kindheit und Jugend arbeitete er auf dem Hof seiner Eltern. In den Jahren 1932 bis 1933 diente er kurzzeitig in der Roten Armee. 1939 trat er der Kommunistischen Partei Georgiens bei.
Scharfschütze während des Zweiten Weltkrieges
Mit dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 wurde Kwatschantiradse vom regionalen Militärkommissariat erneut eingezogen und als Scharfschütze im sowjetischen 650. Schützenregiment, 138. Schützendivision, eingesetzt.[2] Er erwies sich während der Schlacht um Stalingrad als besonders geschickt. Mit seinem Scharfschützengewehr tötete er dort 60 feindliche Soldaten. Im August 1942 wurde Kwatschantiradse erstmals verwundet und darauf in die 179. Schützendivision versetzt, die damals Teil der sowjetischen 43. Armee war. Bis Oktober 1942 hatte er insgesamt 81 Abschüsse errungen, wofür ihm der Orden des Roten Sterns verliehen wurde.[2]
In den Verteidigungskämpfen um die Bezirke Pretschistenski und Slobodskoi kämpfte Kwatschantiradae im 259. Schützenregiment der 138. Schützendivision, ging dort täglich auf Missionen und erreichte 113 bestätigte Abschüsse, wofür er mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet wurde. Bis Juni 1944 hatte Wassil Kwatschantiradse im Rang eines Starsjyna bereits fünf Kampfwunden getragen und galt mit einer persönlichen Punktzahl von 221 als bester Scharfschütze der 43. Armee. Für seine Erfolge wurde er darauf für die Auszeichnung als Held der Sowjetunion vorgeschlagen.[2]
Im Jahr 1944 zeichnete Kwatschantiradse sich erneut bei der Befreiung der weißrussischen Stadt Wizebsk aus. Er tötete 44 feindliche Soldaten bei einem Versuch der deutschen Truppen, Schumilino zu durchbrechen, und man spricht von insgesamt 215 Abschüssen im Zeitraum Juni bis Dezember 1944, wodurch sich die Gesamtzahl feindlicher Soldaten und Offiziere auf 517 erhöhte. In der Schlacht von Schumilino geriet Kwatschantiradses Abteilung in Gegenangriffe und wurde zeitweise vom Rest des Regiments abgeschnitten. Berichten zufolge gelang es dem Scharfschützen, Fallen und Hinterhalte zu improvisieren, ohne seine Position zu verraten. Trotz ständiger Bedrängnisse und Widerstands konnten die Deutschen das Gebiet, das als entscheidend für die Sicherung einer Verteidigungslinie galt, nicht endgültig übernehmen. Ein später koordiniert durchgeführter sowjetischer Infanterie- und mechanisierter Angriff brach schließlich den Widerstand und besiegte die Truppen.
Kwatschantiradse arbeitete auch mit Kuzma Danilowitsch Smolenski und Fjodor Ochlopkow zusammen, zwei weiteren herausragenden sowjetischen Scharfschützen. Gemeinsam mit Smolenski war er an der Ausbildung weiterer 50 Scharfschützen beteiligt. Mit Ochlopkow zusammen zählte ihr Team insgesamt 644 Abschüsse und war damit das tödlichste Scharfschützenteam der Sowjetunion. In der gesamten Zeit von 1941 bis 1945 erzielte Kwatschantiradse persönlich 517 Abschüsse, Smolenski 414 und Ochlopkow 429. Am 24. März 1945 beschloss das Präsidium des Obersten Sowjets, ihm die Auszeichnung zum Helden der Sowjetunion zusammen mit der Goldenen Sternmedaille und dem zweiten Leninorden zu verleihen.[2]
Nachkriegszeit
1945 verließ Kwatschantiradse die Armee und wurde Chef eines Kolchos sowie stellvertretender Oberster Sowjet der Georgischen SSR. Wassil Kwatschantiradse starb am 9. Februar 1950 im Alter von 43 Jahren.
Einzelnachweise
- ↑ Sniper Central The Sniper Log Book. Snipercentral.com. Abgerufen am 11. Oktober 2025
- ↑ a b c d Герой Советского Союза Квачантирадзе Василий Шалвович :: Герои страны. Warheroes.ru (russisch). Abgerufen am 11. Oktober 2025