Wasserwerk Rodalben
| Wasserwerk Rodalben | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Rodalben | |
| Architekt | Friedrich Lindemann | |
| Baustil | Spätklassizismus | |
| Baujahr | 1876–1878 | |
| Koordinaten | 49° 14′ 16,3″ N, 7° 38′ 26,7″ O | |
| Besonderheiten | ||
| * Eigentum der benachbarten Stadt Pirmasens | ||
Das Wasserwerk ist ein Bauwerk der Wasserversorgung in der Stadt Rodalben. Es steht unter Denkmalschutz. Eine Besonderheit ist, dass es sich im Eigentum der benachbarten kreisfreien Stadt Pirmasens befindet und von deren Stadtwerken betrieben wird.
Lage
Das Gebäude steht mit der Hausnummer 232 auf der südlichen Seite der Hauptstraße unmittelbar südlich der Rodalb, die es räumlich von der Straße trennt. Unmittelbar südlich verlaufen nacheinander die Bahnstrecke Landau–Rohrbach und die Landesstraße 497.
Architektur
Es ist ein eingeschossiger Putzbau im Stil des Spätklassizismus, mit Satteldach und rundbogigen Fenstern. Die Verdachung des Portals ruht auf zwei Rundsäulen und ist mit einem Spitzgiebel verziert. Drei Stufen führen zur Eingangstür. Die Ecken des Gebäudes sind durch Sandsteinquadern hervorgehoben. Zusätzlich zu den technischen Anlagen ist in dem Wasserwerk eine Dienstwohnung eingerichtet.
Geschichte
Bau und späterer Verkauf an Pirmasens
Das Bauwerk wurde in den Jahren 1876 bis 1878 von dem britischen Unternehmen The Pirmasens Water Works Company Ltd. London errichtet; ausführender Ingenieur war der Deutsch-Brite Adolf Friedrich Lindemann (1846–1931).[1] Seinerzeit bildete es den östlichen Abschluss der Bebauung Rodalbens. Für die Dauer mehrerer Jahrzehnte hatte es einen Gleisanschluss am Bahnhof Rodalben.[2]
Aufgrund von Wasserschutzbestimmungen durften in seinem unmittelbaren Einzugsgebiet keine neuen Wohngebiete gebaut werden. Somit trug sein Standort maßgeblich dazu bei, dass die seither erschlossenen Neubaugebiete Rodalbens ausnahmslos in Hanglagen entstanden.[3]
1911 erwarb die benachbarte Stadt Pirmasens das Gebäude und verpflichtete sich, für die Dauer von sechs Jahrzehnten ihr Wasser von dem Werk zu beziehen. Dieser Vorgang wurde dem damaligen Bürgermeister Joseph Matheis nachhaltig zur Last gelegt. Dabei wurde er beschuldigt, das Wasserwerk an die Nachbarstadt verkauft zu haben. Tatsächlich war die seinerzeitige Gemeinde Rodalben nie Eigentümerin dieses Bauwerks. Zudem wäre sie damals finanziell nicht in der Lage gewesen, das Wasserwerk zu kaufen.[4]
1927 verhandelte Rodalben aufgrund seiner gewachsenen räumlichen Ausdehnung infolge des Bevölkerungszuwachses mit Pirmasens über die Akquirierung größerer Mengen von Wasser. Diese wurden daraufhin zu einem neu errichteten Hochbehälter am Schweinsfelsen oberhalb des Stadtteils Lindersbach geleitet.[5]
Zukunftspläne
In der Gegenwart ist am südwestlichen Stadtrand Richtung Pirmasens der Bau eines neuen Wasserwerks geplant. Das bisherige Werk soll in Zukunft weiterhin die Funktionen Werkstatt, Sozialräume der Angestellten und Leitzentrale beibehalten.[6] Zuvor war ein geplanter Standort unmittelbar nördlich des Bestandsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert am Widerstand der Verbandsgemeinde Rodalben gescheitert.[7]
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz (PDF; 8,7 MB). Mainz 2023.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Heimatgeschichte: Warum das Rodalber Wasserwerk Pirmasens gehört. In: rheinpfalz.de. 15. August 2023, abgerufen am 14. November 2025.
- ↑ Bilder – früher. In: stadt-rodalben.de. 15. November 2024, abgerufen am 15. November 2025.
- ↑ Paul Durm: Entwicklung Rodalbens seit 1945. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 306 f.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Hochverdient, doch verkannt – Ehrenrettung für Alt-Bürgermeister Joseph Matheis. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 420 f.
- ↑ Vinzenz Bernhard: Die Wasserversorgung. In: Stadt Rodalben (Hrsg.): 750 Jahre Gräfensteiner Land 1237–1987. Mit der Geschichte von Rodalben. Adolf Deil KG, Pirmasens 1987, ISBN 3-926562-00-5, S. 444.
- ↑ Stephan Müller gestaltet den Neubau des Wasserwerks in Rodalben. In: wochenblatt-reporter.de. 25. November 2024, abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ Wasserwerk-Pläne der Pirmasenser Stadtwerke vor dem Aus. In: rheinpfalz.de. 18. Juli 2023, abgerufen am 15. November 2025.