Wassermühle Sittensen

Die Wassermühle Sittensen in der niedersächsischen Gemeinde Sittensen, Mühlenstraße 8a, wurde als Gebäude zur Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut; eine Mühle wurde bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Aktuell (2025) wird das Gebäude als Teil eines Handwerkermuseum, museal und für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Sittensen).

Geschichte und Beschreibung

Sittensen wurde 1020 erstmals erwähnt und gehört zur heutigen Samtgemeinde Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Wassermühle im 16. Jahrhundert. Sie gehörte ursprünglich zum Stift Verden. Nach einem Tausch mit dem Verdener Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel kam sie dann in den Besitz des Horneburger Burgmanns Diedrich Schulte. Seit 1701 wurde sie von der Müllerfamilie Bellmann geführt. Als Erbzinsmühle hatte das Gut Burgsittensen die „Mattenfreiheit“ (Einnahmerechte). 1839 heirate der Müller Friedrich Gohde in die Müllerfamilie ein und führte die Mühle. Die Familie Gohde betrieb sie bis in die 1980er Jahre.

Das zur Straße eingeschossige giebelständige Mühlengebäude in Fachwerk mit Steinausfachungen und Krüppelwalmdach sowie Ladeluke wurde 1854 gebaut auf einem teils vorhandenem massiven verklinkerten Unterbau. 1908 (Inschrift) erfolgte der eingeschossige massive Anbau.[1]

Der Mühlenbach, der Stau und der aufgestaute Mühlteich sind überkommen.[2] Die Flussschleife der Oste war früher als Mühlenbach reguliert. Mittlerweile wurde der Flusslauf renaturiert.[3] Die Mühle ist seit 1984 im Eigentum der Gemeinde Sittensen, die sie sanieren ließ.[4] Im Mühlengebäude und in einer gegenüberliegenden ehemaligen Scheune befindet sich das Handwerkermuseum. Die Mühle wurde zu einem Ort für kulturelle Bildung im ländlichen Raum und wird von der Gemeinde mit ehrenamtlicher Unterstützung, auch des Heimatvereins der Börde, Sittensen betrieben.[5]

Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… An der Erhaltung der Gesamtanlage besteht somit aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen wegen des orts-, wirtschafts- und technikgeschichtlichen sowie orts- und landschaftsbildprägenden Zeugniswerts ein öffentliches Interesse.“

Die Mühle ist die Nr. 63 in der Niedersächsischen Mühlenstraße im Landkreis Rotenburg im Bereich Nordostniedersachsen.

Commons: Wassermühle Sittensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  2. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  3. Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
  4. Infotafel an der Mühle
  5. Samtgemeinde Sittensen unter Freizeit und Tourismus: Handwerkermuseum und Wassermühle.

Koordinaten: 53° 16′ 35″ N, 9° 30′ 24,4″ O