Wassermühle Eitzmühlen
Die Wassermühle Eitzmühlen in der niedersächsischen Gemeinde Selsingen, Wohnplatz Eitzmühlen, wurde als Gebäude zur Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut; eine Mühle gab es seit um 1300. Aktuell (2025) wird das Gebäude als Museum und als Café genutzt.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Selsingen).
Geschichte und Beschreibung
Eitzmühlen auf der Stader Geest wurde als Wassermühle an der Oste angelegt. Um 1300 wurde die Mühle erstmals urkundlich erwähnt. Der ursprüngliche Standort befand sich jedoch nahe Rockstedt. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Mühle mehrmals baulich verändert.
Die heutige Mühle war früher Eigentum des Klosters Zeven. Das eingeschossige Gebäude in Fachwerk mit Backsteinausfachungen und mit ziegelgedecktem Walmdach wurde 1856 als Korn- und Schleifmühle erbaut. Die Wände im Untergeschoss sind meist massiv in Backstein erneuert. Die Mahltechnik blieb weitgehend erhalten.
1858 erwarb der Müller Hinrich Burfeind die Mühle, verkaufte sie jedoch 1862 wieder. Der neue Eigentümer Jürgen Hinrich Hagenah verpachtete die Mühle und ließ sie 1864 ausbauen. 1941 wurde die Wassermühle mit dem Mühlenstau durch Eisgang schwer beschädigt und war nicht mehr funktionstüchtig.
Nach vielen Jahren des Verfalls übernahm 1991 der Mühlenverein Selsingen die Mühle, sanierte sie und setzte die Reste der Mühlentechnik von 1993 bis 1997 instand. Zudem wurde das rekonstruierte unterschlächtige (von unten angeströmte) Wasserrad wieder angebracht. Seit 1998 ist die Mühle an den Landfrauenverein Selsingen verpachtet, der dort sein Oste-Café betreibt.[1]
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… orts-, wirtschafts- und technikgeschichtlicher, gebäudetypischer und landschaftsbildprägender Zeugniswert ….“
Die Mühle ist die Nr. 70 in der Niedersächsischen Mühlenstraße im Landkreis Rotenburg im Bereich Nordostniedersachsen.
Weblinks
Einzelnachweise
Koordinaten: 53° 20′ 2,8″ N, 9° 11′ 58,6″ O