Wasserkunst Neue Neustadt
Die Wasserkunst Neue Neustadt ist eine denkmalgeschützte Wasserkunst in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
Lage
Das Gebäude befindet sich im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt, in einer das Straßenbild prägenden Lage, auf der Südseite der Wasserkunststraße an der Adresse Wasserkunststraße 99, siehe auch Magdeburger Straßen/W, unmittelbar östlich an der Schrote und in der Verlängerung der Mittagstraße.
Architektur und Geschichte
Der Komplex entstand als Wasserkunst im Jahr 1849. Das Gebäude diente als Maschinen-, Kessel- und Wärterhaus. Die Anlage wurde im Auftrag des Zuckerfabrikanten Carl Joachim Jacob Hennige mit seinen Fa. Jaehningen und Freise & Comp. errichtet. Hintergrund war die Notwendigkeit zur Wasserversorgung für die unmittelbar in der Nähe liegenden Fabriken in Neustadt-Magdeburg. Hauptabnehmer des Wassers war die in direkter Nachbarschaft gelegene Zuckerfabrik Jacob Hennige & Comp. Dementsprechend war der Bau direkt am Ufer der Schrote erfolgt.
Mittels eines dampfmaschinenbetriebenen Pumpwerks aus der Maschinenfabrik Buckau-Wolf und unter der Leitung des dortigen Chefkonstrukteurs Abraham Andreae, Schwiegersohn von Carl Joachim Jacob Hennige, wurde Wasser gefördert. Ein Brunnen von 12 Meter Tiefe war hierzu notwendig, um an den Grundwasserspiegel anzuschließen. Das vorgefilterte Grundtrinkwasser wurde über eine Röhrenwasserleitung zu den Zuckerfabriken geleitet. Dies erfolgte zu dieser Zeit bereits mittels einer unterirdischen, im offenen Tiefbauverfahren verlegten Stahlleitung. Des Weiteren war es üblich, auch Brauchwasser aus der Schrote, einem nahegelegenen Bach, in die Fabriken zu pumpen.
Das Gebäude wurde aus Bruchsteinen aus Grauwacke errichtet, die aus einem nahe gelegenen Steinbruch kam. Einzelne Elemente, insbesondere die Fensterrahmungen sind mit Ziegeln hervorgehoben. Zur Straße hin ist das turmartige Maschinenhaus ausgerichtet. An seiner Nordwestecke befindet sich der Wasser- und Röhrenturm. Die Gestaltung erinnert an eine Burg und entspricht dem Normannenstil, so bestehen große Rundbogenfenster, neogotisches Maßwerk und Zinnen. An der straßenseitigen Fassade bestehen drei kleine ziegelgerahmte Okuli und ein Maßwerkfries. Südlich schließt sich an das Maschinenhaus das eingeschossige Kesselhaus mitsamt einer Wohnung für einen Wärter der Anlage an. Es ist mit einem Satteldach bedeckt.
Im örtlichen Denkmalverzeichnis ist die Wasserkunst unter der Erfassungsnummer 094 80268 als Baudenkmal verzeichnet.[1]
Die Industriearchtiktur gilt als Beispiel eines architektonisch wertvollen Zweckbaus aus der frühen Phase der Industrialisierung.
Literatur
- Sabine Ullrich in Magdeburg – Architektur und Städtebau, Verlag Janos Stekovics Halle an der Saale 2001, ISBN 3-929330-33-4. Seite 131.
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 543 f.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2664
Koordinaten: 52° 9′ 17,5″ N, 11° 39′ 3,6″ O
2. Familienarchiv Hennige, K. Hennige.