Wasenlöcher bei Illerberg
Wasenlöcher bei Illerberg
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| Lage | Bayern, Deutschland | |
| Fläche | 68,81 ha | |
| Kennung | NSG-00490.01 | |
| WDPA-ID | 166181 | |
| Geographische Lage | 48° 18′ N, 10° 5′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 1995 | |
Die Wasenlöcher bei Illerberg liegen weitestgehend auf dem Gebiet der Stadt Vöhringen im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm.
Das Gebiet erstreckt sich nordwestlich von Illerberg, einem Stadtteil von Vöhringen. Der Illerzeller Weg trennt es in einen Nord- und eine Südteil. Durch den nördlichen Teil fließt der Wachtelgraben, der durch mehrere Quellen gespeist wird, die Fläche aber auch insgesamt entwässert; durch den südlichen Teil fließt der Landgraben, ein linker Zufluss der Leibi. Westlich des Gebiets liegen landwirtschaftliche Flächen, östlich verläuft die weitgehend bewaldete Hangkante des Illertals.
Das Gebiet ist inbesondere im Ostteil in teilweise sehr kleine Flurstücke zersplittert, vermutlich bedingt durch die frühere Torfstich-Nutzung, bei der jedem Illerberger und Thaler Haushalt eine eigene Fläche zugewiesen wurde. Viele dieser Flächen wurden inzwischen vom Landkreis Neu-Ulm, der Stadt Vöhringen oder vom LBV angekauft, ein Großteil befindet sich aber noch in Privatbesitz.
Bedeutung
Bei den Wasenlöchern handelt sich um die Reste eines der wenigen (Nieder-) Moore des Unteren Illertals mit Anschluss an die östliche Illerleite, die einen quellendurchzogenen Hangwaldgürtel aufweist. Die Niedermoorflächen wurden mindestens seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert als Torfstiche genutzt, was bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts andauerte. Bereits iMitte des letzten Jahrtausends, am stärksten aber in den 60er-Jahren wurde dann großflächig aufgeforstet. Hinzu kam eine schleichende Verbuschung der vielen oftmals kleinen Parzellen durch Aufgabe der (Streuwiesen-, früher auch Weide-) Nutzung. Zusätzlich wurden (und werden) die Wasenlöcher durch zahlreiche Gräben entwässert.
Alles zusammen führte zu starken Verlusten der ursprünglichen Niedermoor-Flora und -Fauna. Heute gibt es nur noch relativ kleinflächige, offene Streu-, Sumpf- und Feuchtwiesen, überwiegend ganz im Norden und im Süden, die vom LBV und vom Landkreis Neu-Ulm gepflegt werden.
Der Wasserhaushalt wurde (aus klima- und naturschutzfachlicher Sicht glücklicherweise, aus Sicht mancher Flächeneigentümer und Anlieger eher kritisch) durch den in den letzten beiden Jahrzehnten eingewanderten Biber wieder "repariert", indem er durch seine Dämme das Wasser aufstaut, zurückhält und damit letztlich auch den Moorboden vor weiterer Mineralisierung schützt. Der Wald ist dadurch inzwischen überwiegend als Sumpfwald einzustufen. Durch den wieder dauerhaft erhöhten Wasserstand sind teilweise auch schon viele größere Bäume abgestorben, was wiederum zu einer Zunahme an Spechten und anderen Totholz-Bewohnern geführt hat.
Seit 2025 werden dank des Engagements eines örtlichen Landwirts große Flächen der Stadt Vöhringen, des Landkreises Neu-Ulm und des LBV durch Wasserbüffel beweidet, wodurch der offene Moor-Charakter wiederhergestellt und die Strukturvielfalt erhöht werden soll.
Schutz
Im Jahr 1995 wurden 68,81 ha der Wasenlöcher von der Regierung von Schwaben als Naturschutzgebiet mit der Nr. NSG-00490.01 ausgewiesen. Wie genau die Abgrenzung zustande kam, ist nicht mehr nachvollziehbar, es waren aber sicher keine rein fachlichen Gründe, da einerseits wichtige Elemente wie Quellen und Grabenabschnitte fehlen, andererseits großflächig artenarme und standortfremde Fichtenforste mit einbezogen wurden.
Wegen des Vorkommens des Sumpf-Glanzkrauts (Liparis loeselii) wurden die Wasenlöcher bereits Anfang des Jahrtausends als FFH-Gebiet 7726-302 "Naturschutzgebiet 'Wasenlöcher bei Illerberg'" gemeldet, aber erst mit der "Bayerischen Verordnung über die NATURA 2000-Gebiete (Bayerische NATURA 2000-Verordnung – BayNat2000V)" vom 19.2.2016 auch als "Gebiet von [EU-] gemeinschaftlicher Bedeutung" unter Schutz gestellt. Leider ist die für die Meldung maßgebliche Art hier aber inzwischen verschwunden.
Siehe auch
Weblinks
- Wasenlöcher bei Illerberg in der World Database on Protected Areas (englisch)