Walther Schulze-Soelde
Walther Schulze-Soelde (* 26. April 1888 in Dortmund; † 24. Juli 1984 in München) war ein deutscher Philosoph.
Leben
Walther Schulze-Soelde, Sohn eines Oberstaatsanwalts, bestand 1907 die Reifeprüfung in Dortmund. Nach einem Kuraufenthalt im Schwarzwald studierte er ab 1908 Rechtswissenschaft in Freiburg, Bonn, Münster und Heidelberg. Schulze-Soelde beabsichtigte, das Staatsexamen 1911 in Münster abzulegen, wurde jedoch durch Krankheit zur Rückkehr in den Süden Deutschlands gezwungen, wo sich sein Interesse der Philosophie zuwandte. Dennoch schloss er sein juristisches Studium 1913 mit der Promotion in Heidelberg ab. Daraufhin nahm er ein Studium der Philosophie bei Wilhelm Windelband auf, nach dessen Tod er sich Hans Driesch anschloss. Im Wintersemester 1914/15 studierte er bei Paul Natorp und Hermann Cohen in Marburg; 1916 wurde er in Heidelberg zum Dr. phil. promoviert. Das Thema seiner philosophischen Dissertation lautete Die Methode Spinozas im Lichte Kants. Nach der Habilitation 1920 an der Universität Greifswald wurde er 1922 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt.[1.1]
Zum 1. Mai 1933 trat Schulze-Soelde der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.147.331).[2][3] 1939 wurde er ordentlicher Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Innsbruck.[1.2] 1950 erhielt er einen Lehrauftrag für Metaphysik an der Universität München, dem 1956 ein weiterer Lehrauftrag an der TH München folgte. 1964 wurde er mit den Rechten eines ordentlichen Professors emeritiert.
Schriften (Auswahl)
- Rechts- oder Tatsachenanführung in der Klagebergründung? Borna/Leipzig 1913 (juristische Dissertation).
- Die Methode Spinozas im Lichte Kants. Eine Studie über Dogmatismus und Kritizismus. Hamm (Westf.) 1916 (philosophische Dissertation).
- Geschichte als Wissenschaft. Reuther & Reichard, Berlin 1917.
- Der Einzelne und sein Staat. B. G. Teubner, Leipzig/Berlin 1922.
- Das Gesetz der Schönheit. O. Reichl, Darmstadt 1925.
- Metaphysik und Erkenntnis bei Aristoteles. J. C. B. Mohr, Tübingen 1926.
- Pädagogische Untersuchungen. Ferdinand Hirt, Breslau 1930.
- Politik und Wissenschaft. Junker & Dünnhaupt, Berlin 1934.
- Weltanschauung und Politik. Quelle & Meyer, Leipzig 1937.
- Einzelmensch und Geschichte. Untersuchung über die Möglichkeit einer Weltordnung der Völker. Filser, München-Pasing 1953.
- Die Problematik des Physikalisch-Realen. Physik an der Grenze der Metaphysik. Hirzel, Stuttgart 1962.
- Die Erneuerung des politischen Denkens aus dem Geiste des Humanismus. Hain, Meisenheim 1971.
- Der Gottesgedanke. Idea dei. Gerstenberg, Hildesheim 1971, ISBN 3-8067-0078-8.
Literatur
- Christian Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003647-8.
Weblinks
- Walter Schulze-Soelde. In: Universität Greifswald im Nationalsozialismus.
Einzelnachweise
- ↑ Christian Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003647-8.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/40480378
- ↑ Walter Schulze-Soelde. In: Universität Greifswald im Nationalsozialismus. Abgerufen am 15. Dezember 2025.