Walther Gustav Herrmann
Walther Gustav Herrmann (* 20. September 1910 in Winningen; † 30. Dezember 1988) war ein deutscher Volkswirtschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Walther Gustav Herrmann studierte von 1929 bis 1932 Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und der Universität Wien. Im Jahre 1932 legte er in Köln seine Prüfung zum Diplom-Volkswirt ab und promovierte 1933. Im selben Jahr trat er der SA bei und schloss sich zum 1. Mai 1937 der NSDAP an (Mitgliedsnummer 4.128.832).[2] Von 1933 bis 1936 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Finanzwissenschaft und bis 1940 am Seminar für Wirtschaftsgeschichte dieser Universität. 1938 habilitierte er sich und lehrte bis 1941 als Privatdozent an der Universität zu Köln. 1941 übernahm er eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Bonn und von 1941 bis 1943 an der Universität Frankfurt/M. 1943 erhielt er eine außerordentliche Professur in Frankfurt/M. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er von 1950 bis 1975 die Volkswirtschaftliche Abteilung des Bundesverbandes der deutschen Industrie und versah von 1966 bis 1976 einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln. Von 1961 bis 1972 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Allgemeines Statistisches Archiv. Die meisten seiner Veröffentlichungen beziehen sich auf die rheinisch-westfälische Wirtschaftsgeschichte.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Der sozialpolitische Inhalt der Handelsverträge. Lechte, Emsdetten 1934 (= Dissertation an der Universität zu Köln).
- Intermediäre Finanzgewalten. Eine Analyse deutscher hilfsfiskalischer Gebilde im ersten Jahrzehnt nach der Stabilisierung (= Finanzwissenschaftliche Forschungen, Bd. 4). Fischer, Jena 1936.
- (mit Hermann Schründer): Greven an der Ems. Wirtschaftsgeschichte eines westfälischen Dorfes. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung, Münster 1938.
- Die Industrialisierung des Verkehrs. Fischer, Jena 1940.
- Das Montan-Industriegebiet an Mosel und Saar. Eine Untersuchung der industriellen Zusammenhänge. In: Deutsches Archiv für Landes- und Volksforschung, Bd. 5 (1941), S. 278–314.
- Konjunkturforschung und Konjunktur-Berichterstattung nach dem Kriege. In: Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, Bd. 4 (1952), H. 2, S. 49–70.
- Entwicklungslinien montanindustrieller Unternehmungen im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte, Dortmund 1954.
- Wirtschaftspolitik in unserer Zeit. Duncker & Humblot, Berlin 1957.
- Sozialgeschichte im Wirtschaftsarchiv. In: 50 Jahre Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv (1907–1957). Köln 1957, S. 27–42.
- Unternehmungs- und Unternehmergeschichte in Westdeutschland. Lange, Duisburg 1962.
- Bündnisse und Zerwürfnisse zwischen Landwirtschaft und Industrie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gesellschaft für Westfälische Wirtschaftsgeschichte, Dortmund 1965.
- Goethes Verhältnis zur Freiberger Montanwissenschaft. In: Goethe-Jahrbuch, Bd. 90 (1973), S. 186–199.
- Der Wiederaufbau der Selbstverwaltung der deutschen Wirtschaft nach 1945. In: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Bd. 23 (1978), S. 81–97.
- Der Rat der Europäischen Industrieverbände (REI) in seinen ersten 25 Jahren. In: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Bd. 24 (1979), S. 45–61.
Literatur
- Ulrich S. Soénius: Bibliographie Walther Herrmann. Wirtschaftshistorischer Verein zu Köln, Köln 1989.
Einzelnachweise
- ↑ Herrmann, Walther. In: Universität zu Köln / Galerie der Professorinnen und Professoren (mit biographischen Daten u. Foto, abgerufen am 10. Dezember 2025); Hermann, Walther. In: Ulrich S. Soénius/Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Kölner Personenlexikon. Greven Verlag, Köln 2008, S. 235f., ISBN 978-3-7743-0400-0.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/15190357