Walter I. von Dillingen

Walter I. von Dillingen (* zwischen 1075 und 1080[1]; † 3. September 1153 in Seligenstadt) war von 1133 bis 1152 Bischof von Augsburg.

Herkunft und Anfänge

Walter war ein Sohn von Manegold dem Älteren († 1094), Pfalzgraf in Schwaben, aus dem Haus der Grafen von Dillingen und einer Adelheid († nach 1090) ebenfalls aus dem Haus der Grafen von Dillingen. Manegold der Jüngere, der auch das Amt des Pfalzgrafen in Schwaben innehatte, war sein Bruder.[2] Zu seiner kirchlichen Karriere vor der Wahl zum Bischof ist nichts bekannt.[3]

Bischof

Seine Wahl zum Bischof fand vermutlich im April 1133 statt, sein Vorgänger, Hermann von Vohburg, war am 19. März 1133 verstorben. Die Investitur erhielt er durch Kaiser Lothar III. auf einer Reichsversammlung in Würzburg am 8. September 1133. Auf die Weihe musste er aber noch ein weiteres Jahr warten. Sie fand erst am 9. September 1134 statt. Der Grund dafür ist nicht bekannt. Vermutet werden Differenzen mit dem Metropoliten, Erzbischof Adalbert I. von Mainz, oder ein zu niedriger Weihegrad zum Zeitpunkt der Wahl, der zunächst einen Dispens des Papstes erforderte.[4]

Der Anfang seiner Amtszeit ist geprägt von einer Auseinandersetzung mit dem Kaiser um das Kloster Benediktbeuern, eine Auseinandersetzung[Anm. 1], in der er unterlag und die ein unterkühltes Verhältnis zwischen Bischof und Kaiser zur Folge hatte.[5]

Nach der Wahl Konrad III. 1138 zum deutschen König fand sich Bischof Walter I. willig im Lager der Staufer ein und der neue König besuchte ihn schon Anfang Juli 1138 in Augsburg.[6] In der Folgezeit erschien der Bischof immer wieder einmal, wenn auch nicht allzu häufig, am königlichen Hof.[7] Am Zweiten Kreuzzug nahm er nicht teil. Er war damals aber wohl auch schon an die 70 Jahre alt.[8]

Ende der Amtszeit und Tod

Nach einer Visitation des Bistums Augsburg durch den päpstlichen Legaten Oktavian, den späteren Gegenpapst Viktor IV., 1151 wurden dort haarsträubende Zustände festgestellt. Konkubinat und Kinder der Priester seien üblich gewesen. Oktavian setzte durch, dass Teile des Klerus entlassen oder suspendiert wurden. Dies und das zerstrittene Domkapitel wurden als Gründe für den Rücktritt Walters 1152 angeführt.[9] Er zog sich anschließend in das Kloster Seligenstadt zurück, wo er im Folgejahr starb.[10]

Literatur

  • Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 286–293.

Anmerkungen

  1. Das Kloster war 1116 von Kaiser Heinrich V. dem Bistum Augsburg übertragen worden. Dies hatte Lothar III. zunächst bestätigt, dann aber noch vor der Investitur von Bischof Walter I. 1133 aufgehoben und dem Kloster seinen ursprünglichen, reichsunmittelbaren Status wieder zugesprochen (Ziegler, S. 289).

Einzelnachweise

  1. Ziegler, S. 286.
  2. Ziegler, S. 286.
  3. Ziegler, S. 287.
  4. Ziegler, S. 287.
  5. Ziegler, S. 287, 290f.
  6. Ziegler, S. 288.
  7. Ziegler, S. 291.
  8. Ziegler, S. 292.
  9. Ziegler, S. 292.
  10. Ziegler, S. 293.
VorgängerAmtNachfolger
Hermann von VohburgBischof von Augsburg
1133–1152
Konrad von Hirscheck