Walter Herrich

Walter Herrich (* 9. Dezember 1887 in Merseburg; † 17. Juli 1974 in Bielefeld) war ein deutscher Politiker (NSDAP).

Leben

Walter Herrich wurde als Sohn des Fabrikbesitzers Bernhard Herrich geboren und studierte nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Merseburg (1907) Maschinenbau an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Das Studium schloss er 1913 als Diplomingenieur ab. Zwischenzeitlich leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Im Anschluss war er als Direktor bzw. Betriebsleiter in verschiedenen Firmen tätig und leistete von 1914 bis 1916 Kriegsdienst. Beim Fronteinsatz erlitt er schwere Verletzungen, die zur Amputation eines Beins führten.

Herrich betätigte sich politisch, wurde Führer des Cheruskerbundes und trat zum 1. Februar 1932 in die Ortsgruppe Lage der NSDAP ein (Mitgliedsnummer 891.753).[1] Von 1932 bis zum 1. März 1934 war er NSDAP-Kreisleiter im Kreis Detmold[2] und wurde bei der Landtagswahl in Lippe am 15. Januar 1933 in den Landtag gewählt. Von 1934 bis 1936 leitete er das NSDAP-Amt für Technik der Kreisleitung Detmold und war anschließend bis 1945 hauptamtlicher Kreiswalter der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt.

Seit dem 5. Juni 1945 war er im Lager Staumühle interniert, wurde aber am 22. August 1947 wegen seines Gesundheitszustandes vorzeitig entlassen. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er durch die Spruchkammer Bielefeld am 25. Februar 1948 zu einer Geldstrafe von 500 Reichsmark verurteilt, die durch die Internierung verbüßt war.

Nach dem Ende der Internierungshaft lebte er in Bielefeld und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit der Reparatur von Porzellan, später als Diplomingenieur.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 155(Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/15250949
  2. Arno Schröder: Mit der Partei vorwärts!zehn Jahre Gau Westfalen-Nord: unter Verwendung amtlicher Unterlagen von Parteidienststellen. Lippische Staatszeitung N.S. Verlag GmbH, 1940 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).