Walter Bruno Berg
Walter Bruno Berg (* 29. August 1943 in Bergisch Gladbach) ist ein deutscher Romanist, Lateinamerikanist und Literaturwissenschaftler. Er lehrte von 1989 bis zu seiner Pensionierung 2010 als Professor für Lateinamerikanische Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Leben
Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums Bergisch Gladbach (1955–1963) und dem Grundwehrdienst (1963–1965) studierte Berg von 1965 bis 1970 Romanistik und Philosophie an den Universitäten Köln und Clermont-Ferrand (akademische Lehrer: Harald Weinrich, Fritz Schalk, Herbert Dieckmann, Ludwig Landgrebe, Karl-Heinz Volkmann-Schluck; Michel Lioure, Thérèse Goyet, Guy Demerson) und schloss mit dem Staatsexamen ab. Von 1971 bis 1977 war er wissenschaftlicher Assistent bei Arnold Rothe am Romanischen Seminar der Universität Heidelberg. Mit der Arbeit Der literarische Sonntag. Ein Beitrag zur Kritik der bürgerlichen Ideologie wurde er 1974 an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld promoviert (Gutachter: Harald Weinrich und Wilhelm Voßkamp).
Von 1977 bis 1989 war Berg Akademischer Rat am romanistischen Lehrstuhl von Rolf Kloepfer an der Universität Mannheim. Ein Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung ermöglichte ihm 1982/83 einen Aufenthalt an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima (Peru). Mit einer Schrift zum Leben und Werk des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar habilitierte er sich 1987 an der Universität Heidelberg. Nach einer Vertretungsprofessur für romanische Literaturwissenschaft an der Universität München (Sommersemester 1989) wurde Berg zum Wintersemester 1989 als Professor für Romanische Literaturwissenschaft, Schwerpunkt Lateinamerika, an das Romanische Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg berufen.
Im DFG-geförderten Sonderforschungsbereich (SFB) 321 Übergänge und Spannungsfelder zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit leitete er von 1992 bis 1996 das Teilprojekt „Oralität und Argentinität: Die identitätsstiftende Rolle der Mündlichkeit in der argentinischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts“. Von 1997 bis 2003 war er Projektleiter zweier Teilprojekte („Die identitätsstiftende Rolle literarischer und audiovisueller Gattungen in Lateinamerika“ und „Kulturelle Hybridisierungen im argentinischen Theater und im mexikanischen Gegenwartsroman“) im Sonderforschungsbereich 541 Identitäten und Alteritäten. Berg wurde 2010 pensioniert.
Schriften (Auswahl)
- Der literarische Sonntag. Ein Beitrag zur Kritik der bürgerlichen Ideologie. Heidelberg 1976, ISBN 3-533-02486-5.
- Grenz-Zeichen Cortázar. Leben und Werk eines argentinischen Schriftstellers der Gegenwart. Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-89354-826-2.
- Lateinamerika. Literatur – Geschichte – Kultur. Eine Einführung. Darmstadt 1995, ISBN 3-534-11585-6.
- Literarische Transkription. Theorie und exemplarische Analysen. Edgardo Rivera Martínez, Jorge Luis Borges, Inca Garcilaso de la Vega, Guillermo Cabrera Infante, Severo Sarduy, Roberto Bolaño, Alberto Fuguet, Günter Grass. Berlin 2014, ISBN 978-3-643-12533-0.