Walter Ackermann (Schriftsteller)

Walter Ackermann (* 19. April 1903 in Zürich; † 20. Juli 1939 in Konstanz) war ein Schweizer Pilot und Schriftsteller.[1]

Leben

Walter Ackermann wuchs in Zürich auf. Schon als Gymnasiast wollte er Schriftsteller werden, gab diesen Wunsch aber nach einer Begegnung mit James Joyce, dem Vater eines Mitschülers, auf. Die Dauer der Arbeit an einem Buch und die Frage der Finanzierung sollen ihn zunächst von einer schriftstellerischen Tätigkeit abgebracht haben.[2] Mit 19 absolvierte er die Rekrutenschule der Schweizer Armee.[3] Er entwickelte früh eine Begeisterung für die Segelfliegerei. 1924 begann er seine Fliegerlaufbahn[4] und absolvierte unter seinem Bruder, dem späteren Brigadier[5] Robert Ackermann, die Pilotenschulen der damaligen Fliegertruppe in Thun und Dübendorf.[4] Nachdem er dort das Brevet als Militärflieger erworben hatte,[3][6] erlangte er noch im Alter von 23 Jahren die Patente (Pilotenscheine) des Aero-Club der Schweiz, «Sport Nummer 229»,[7] und «Transport Nr. 52». Die «Führerbewilligung für den Luftverkehr» Nummer 52 datiert vom 29. März 1930. Sie findet sich in der Sammlung des Verkehrshauses der Schweiz.[8] Im März 1927 war er bei der damaligen Ad Astra Aero als Verkehrsflieger eingetreten. Im Sommer des gleichen Jahres gewann er am internationalen Flugmeeting in Zürich den nationalen Flugakrobatikpreis.[3] Ab 1931 flog er für die Schweizer Fluggesellschaft Swissair. 1937 war er der vierte Schweizer Pilot, der eine Million Flugkilometer unfallfrei zurückgelegt hatte.[9] Daneben war er seit 1924 Chefredakteur der Monatsschrift Motor. Seine von Flugleidenschaft geprägten Werke veröffentlichte er in den Dreißigerjahren.

Unfalltod

Am 20. Juli 1939 führte Walter Ackermann eine Junkers Ju 86 auf dem Linienflug von Wien zurück nach Zürich. Der Start erfolgte vom Flughafen Aspern planmäßig um 14:53 Uhr.[10] Der rund 600 Kilometer entfernte Flugplatz Dübendorf sollte gegen 17:30 Uhr erreicht werden.[6] Das Verkehrsflugzeug war mit insgesamt sechs Personen besetzt; neben ihm mit dem Funker und vier Passagieren, darunter der Prokurist der Swissair, Hans Lips. Am Bodensee musste Ackermann einem Gewitter ausweichen. Über Ravensburg war bereits einer der beiden Motoren der Ju 86 ausgefallen. Ackermann entschloss sich zur Notlandung auf dem damaligen Flugplatz Konstanz, den er kurz nach 17:00 Uhr[10] auch noch erreichte und zweifach überflog. Nach einer Schleife setzte er zur Landung an, wobei es auf Grund zu geringer Geschwindigkeit wohl zu einem Strömungsabriss kam. Die Maschine stürzte im Wollmatinger Ried wenige hundert Meter vom Flugplatz entfernt kopfüber ab und wurde beim Aufprall weitgehend zerstört. Alle sechs Insassen fanden den Tod.[6][11]

Erinnerung

Die Gemeinde Wolfwil erinnert auf ihrer Website an «fünf berühmte Wolfwiler Bürger» und zählt (Stand November 2025) die Brüder Walter und Robert Ackermann hierzu.[12]

Werke

  • Vier Schweizer Flieger erzählen, Zürich 1934
  • Bordbuch eines Verkehrsfliegers, Zürich 1934
  • Flug mit Elisabeth, Zürich 1936
  • Fliegt mit!, Zürich 1937
  • Im Flugzeug, Heft Nr. 66 des Schweizerischen Jugendschriftenwerks 1937
  • „Flug mit Elisabeth“ und andere Aviatica; Verlag Huber, Zürich; 2. Aufl. 2007; ISBN 978-3-7193-1179-7
Commons: Walter Ackermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Charles Linsmayer: Ackermann, Walter. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). Abgerufen am 26. August 2023.
  2. SwissCommunity: Walter Ackermann | Der «Flug mit Elisabeth» war in Wirklichkeit ein Flug in den Tod. Abgerufen am 26. August 2023 (Schweizer Hochdeutsch).
  3. a b c Gertrud Löw-Allemann: Zum 5. Todestag von Flugkapitän Walter Ackermann. In: Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Nr. 1231, 20. Juli 1944.
  4. a b Ernst Wetter: Dichter zwischen Himmel und Erde - Ein Lebensbild Walter Ackermanns. In: Der Bund, Bern. Band 111, Nr. 43, 29. Januar 1960.
  5. Christoph Zürcher: Robert Ackermann. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Bern. SAGW Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Bern, 27. Februar 2001, abgerufen am 11. November 2025.
  6. a b c Swissair-Flugzeug abgestürzt. Besatzung und Passagiere, im ganzen sechs Personen, tot, darunter Pilot Walter Ackermann. In: Neue Zürcher Nachrichten. Band 35, Nr. 168, 21. Juli 1939.
  7. K.F.Sch.: Zum Andenken an einen beliebten Flieger. In: Der Bund, Bern. Band 120, Nr. 162, 15. Juli 1969.
  8. Walter Ackermann - Führerbewilligung für den Luftverkehr. In: Verkehrshaus der Schweiz, Luzern. Abgerufen am 14. November 2025.
  9. Ein neuer Millionär der Swissair. In: Freiburger Nachrichten. 74. Jahrgang, Nr. 219, 20. September 1937.
  10. a b pt.: Absturz eines schweizerischen Verkehrsflugzeug [sic!] bei Konstanz. In: Bote vom Untersee (seit 2004 Bote vom Untersee und Rhein), Steckborn. Jg. 39, Nr. 58, 21. Juli 1939.
  11. Heinz Ruprecht: Walter Ackermann: Der Traum vom Fliegen. In: Thurgauer Zeitung. Band 201, Nr. 162, 16. Juli 1999.
  12. Wissenswertes - Fünf berühmte Wolfwiler Bürger. In: Gemeindeverwaltung Wolfwil. Abgerufen am 13. November 2025 (Schweizer Hochdeutsch).