Wallfahrtskirche Maria Heilbrunn

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn, auch als Maria Heilbrunn bekannt, steht im Dorf Heilbrunn in der Marktgemeinde Anger im Bezirk Weiz in der Oststeiermark. Sie ist die Pfarrkirche der römisch-katholischen Pfarre Heilbrunn. Die Pfarre gehört zum Seelsorgeraum Weiz der Region Oststeiermark in der Diözese Graz-Seckau. Sie ist dem Patrozinium Mariä Heimsuchung unterstellt.

Lage

Die Kirche steht zentral im Dorf Heilbrunn, im nordwestlichen Teil der Marktgemeinde Anger an einem Hang der zum Tal des Offeneggerbach abfällt. Der Hang ist ein nach Osten streichender Ausläufer des zwischen dem Offner Berg im Norden und dem Feichteck im Süden verlaufenden Höhenrückens. Die Kirche steht auf einer Seehöhe von rund 1030 Metern. Direkt südlich der Pfarrkirche führt die L353, die Heilbrunnerstraße, vorbei, die Brandlucken über Heilbrunn mit Anger verbindet. Vor der Kirche befindet sich ein kleiner Platz mit dem Gnadenbrunnen. Der Platz wird von der ehemaligen Volksschule des Ortes sowie dem Pfarrhof umschlossen. Der Friedhof der Kirche befindet sich etwa 170 Meter südöstlich der Kirche, höher am Berghang.

Geschichte

Ursprünge im 17. Jahrhundert

Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche geht auf die vermeintliche heilsame Wirkung einer natürlichen Quelle zurück. Diese Quelle entspringt aus einem steilen Hang unterhalb der Brandlucken und war der örtlichen Bevölkerung vermutlich schon seit Jahrhunderten bekannt. Ab 1620 lässt sich eine Marienverehrung nachweisen, ob es diese bereits zuvor gab lässt sich nicht belegen. Ab dieser Zeit pilgerten Menschen zur Quelle und stellten daneben in einer gemauerten Nische eine Marienstatue aus Ton auf. Eine frühe Legende über einen kraftlosen und blinden Holländer, der durch das Wasser der Quelle wieder gesund wurde, soll die heilsame Wirkung des Wassers belegen. Hans Christoph von Webersberg, der Burgherr auf Waxenegg war, ließ 1672 die Nische durch eine Kapelle ersetzen, nachdem er durch das Wasser von einer Krankheit geheilt worden war. Die Marienstatue, die zuvor in der Nische stand, wurde in die Kapelle überführt. Webersberg stiftete 1674 der Pfarrkirche Anger eine Marienstatue, welche 1689 nach Heilbrunn überstellt wurde. Sie ersetzte dort die ursprüngliche Heiligenfigur. Durch den Kapellenbau und die neue Figur nahm die Bekanntheit des Ortes zu, so dass immer mehr Wallfahrer dorthin pilgerten.[1]

Blütezeit und Niedergang der Wallfahrten, Gründung der Pfarre

Johann Carl Ellegast, Pfarrer von Anger, förderte in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Wallfahrten nach Heilbrunn. So ließ er die Kapelle 1755 zu einer Kirche ausbauen, die Platz für 50 bis 60 Leute bot. Für die Seelsorger, welche die Wallfahrer in Heilbrunn betreuten wurde von Ellegast 1757 ein Haus als Übernachtungsmöglichkeit errichtet. Dieses Haus wurde 1772 vergrößert. Zur Verpflegung der Wallfahrer selbst wurde 1764 das Gasthaus Bratl-Lehofer gebaut. Ellegast selbst begann ab 1752 mit der Sammlung von Wunderberichten sowie mit der Erstellung eines Mirakelbuchs mit dem Ziel diese bekannt zu machen um Heilbrunn als Wallfahrtsort zu bewerben. In diesem Heilbrunner Mirakelbuch sind 422 Fälle von vermeintlicher Erhörung der Gebete aufgeführt. Heilbrunn war ein beliebter Wallfahrtsort, so ist für das Jahr 1774 belegt das 36500 Wallfahrer dorthin gepilgert und 1200 Messen in der dortigen Kirche gezahlt worden waren. Diese Zeit kann als die Blütezeit von Heilbrunn als Wallfahrtsort angesehen werden.[2]

Die Blütezeit endete ab den Beginn der 1780er-Jahre. Mit der von Kaiser Joseph II. durchgeführten, als Josephinismus bekannten Kirchenreformen wurden Wallfahrten anfangs erschwert. Die Reformen und Reglementierungen forderten, dass gesellschaftliche Gewohnheiten sich einer staatlichen und den Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus folgenden Aufsicht zu unterstellen hatten. Die Wallfahrten sowie Prozessionen wurden 1784 schließlich verboten. Die Wallfahrten kamen wieder ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts auf, erreichten aber nie mehr die Pilgerzahlen aus der Blütezeit.[2]

Da die Bewohner der Gegend um Heilbrunn auf die vier Pfarren Anger, Birkfeld, St. Georgen und St. Kathrein am Offenegg aufgeteilt waren, kam nach dem Niedergang der Wallfahrten der Wunsch nach einer Pfarrgründung in Heilbrunn auf. Diese Pfarre wurden 1787 gegründet und man begann noch im selben Jahr mit dem Ausbau der ehemaligen Wallfahrtskirche zu einer größeren Pfarrkirche. Der Bau war 1790 abgeschlossen.[3] Auch eine Pfarrschule wurde errichtet und ein eigener Friedhof angelegt. Das Haus, das bisher als Unterkunft für die Seelsorger gesorgt hatte, wurde zu einem Pfarrhof umgewidmet. Zum ersten Pfarrer von Heilbrunn wurde Josef Scherrer ernannt.[4]

Seit der Pfarrerhebung

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde am Vorplatz der Kirche der Gnadenbrunnen mit einer Skulpturengruppe der Heimsuchung Marias errichtet.[5] Der bisherige Wolfgangsaltar wurde 1833 durch einen neuen Hochaltar ersetzt, in dem auch die 1689 aufgestellte Marienfigur einen neuen Platz fand. Im Jahr 1891 wurden die Glasfenster der Kirche erneuert. Die Brunnenkammer, welche direkt bei der Quelle liegt, wurde 1893 zu einer Lourdesgrotte umgebaut.[5] Nachdem das Geläute der Kirche im Ersten Weltkrieg und auch im Zweiten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgeliefert werden mussten, wurden 1952 drei neue Glocken aufgezogen.[3] Eine Restaurierung des Innenraumes erfolgte 1968, der 1969 eine Außenrenovierung folgte.[6]

Die Lourdesgrotte sowie der Gnadenbrunnen wurde 1972/73 im Zuge des Abriss des alten Schulhauses abgebaut und in der Mitte des Vorplatzes neu aufgestellt. Der Vorplatz wurde 2002/03 von der Gemeinde Naintsch neu gestaltet.[5]

Architektur

Das Gebäude ist eine schlichte josephinische einschiffige Saalkirche. Sie ist nach Westen ausgerichtet und hat eine im Norden an den Chor angebaute Sakristei mit Oratorium. Im Osten ist der Kirchturm in das Langhaus eingebunden.[6] Das gesamte Bauwerk steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).[7]

Außenbeschreibung

Die Außenwände der Kirche sind einfach gehalten, glatt verputzt und werden durch Fenster und Türen mit Faschen gegliedert. Das Kirchenschiff hat ein Satteldach, das wie die Walmdächer des Chors und der Sakristei mit Ziegeln aus Faserzement[8] gedeckt ist. Die gleich hohen Dächer des Kirschenschiffes und des Chores überragen das Dach der Sakristei. Auf die Dachfläche des Kirchenschiffes sind an der Südseite zwei Dachfenster aufgesetzt. Auch die südliche Dachfläche des Chors und die östliche Dachfläche der Sakristei hat ein Dachfenster. Auf der Südseite des Chordaches findet man auch eine Dachgaube. Durch ein an der Ostseite des in das Langhaus eingestellten Kirchturms gelegenen rundbogiges Portal gelangt man in das Kircheninnere. Das Portal wird durch ein gläsernes Pultdach vor der Witterung geschützt. Auf jeder Seite des Turmes lässte an der Ostseite des Langhauses, je ein rechteckiges Fenster Licht in das Kircheninnere. An der Süd- und Nordseite des Langhauses befinde sich je drei Rechteckfenster, wobei es sich bei den östlichsten jeweils um Blindfenster handelt. Auf den beiden Seiten gibt es an der östlichen Gebäudekante auch noch ein kleines Rundfenster. Die nördliche an den Chor angebaute Sakristei kann über eine Tür an der Ostseite betreten werden. Über der Tür gibt es ein Rechteckfenster. Die Nordseite der Sakristei hat insgesamt vier Fenster, während die Westseite fensterlos ist. Der Chor hat drei Rechteckfenster, eines an der Südseite sowie zwei im Chorschluss.[6]

Das Kirchturm ist im Osten in das Langhaus eingebunden und tritt nur leicht aus der Fassade hervor. Der wie auch das Kirchenschiff durch Faschen gegliederte Turm hat einen mit Faserzementziegeln[8] gedecktes Zwiebeldach. Das Dach endet in einer vergoldeten Turmkugel mit darauf aufgesetztem doppelbalkigen Kreuz. Bis auf die Ostseite sind alle über das Kirchendach hinausragenden Seiten des Turm mit Schindeln verkleidet. Über dem Portal im Erdgeschoß durch das man in das Kircheninnere gelangt befindet sich ein rundbogiges Fenster, durch das Licht auf die Orgelempore fällt. Über diesem Fenster befindet siche eine ovale Öffnung. Das Ziffernblatt der Turmuhr ist etwa auf Höhe des Dachfirstes des Langhauses an der Ostseite des Turmes angebracht. An der Süd- und Ostseite des Turms, über dem Ziffernblatt der Turmuhr, befinden sich zwei Rundbogenfenster, sowie an der Westeseite ein kleiners Rechteckfenster.[6]

An der östlichen Außenseite der Kirche, ist südlich des Kirchenportals ein 1935 errichtetes, 1951 erweitertes und 1963 künstlerisch umgestaltes Kriegerdenkmal an der Mauer angebaut. Es erinnert an die 85 Pfarrbewohner die in den beiden Weltkriegen gefallenen sind. Unter den Tafeln mit den Namen der Gefallenen zeigt eine vereinfachte Karte Europas durch Löcher die Hauptkampfgebiete beider Kriege. In den Löcher befinden sich kleine Glasbehälter, welche mit Erde, Sand und Wasser aus den gezeigten Ländern gefüllt sind.[9] Ein gläsernes Pultdach schützt das Denkmal vor der Witterung. Nördlich des Kirchenportals steht ein Kruzifix an der Kirchenwand. In der Ecke zwischen der östlichen Sakristeimauer und der nördlichen Chormauer steht eine hölzerne Tafel mit einer Miniatur der Heilbrunner Madonna die anlässlich der 300-jährigen Jubiläums der Überstellung des Gnadenbildes im Jahr 1989 aufgestellt wurde.[6]

Zentral am östlich vor der Kirche gelegenen Platz steht der Gnadenbrunnen von Heilbrunn aus dem das angeblich heilkräftige Wasser fließt. Auf einem Sockel steht eine im 18. Jahrhundert, wahrscheinlich zur Zeit des Kirchennneubaus[10] geschaffene Figurengruppe, welche die Heimsuchung Mariäs darstellt. Die heilige Elisabet steht erhöht während die kleinere Maria zu ihr hochblickt. Beide haben ihre linken Hände ineinandergelegt und umarmen sich mit dem jeweils anderen Arm. Aus einer Metallleitung im Sockel fließt das Wasser der Quelle in ein Becken.[11] Am südlichen Rand des Platzes wurde 2020 an einem Felsen, in dem der Ursprung der Quelle liegt, anlässlich des 400-jährigen Bestandes der Wallfahrten ein Kunstwerk des aus Thannhausen stammenden Bildhauers Albert Schmuck angebracht. Es handelt sich dabei um eine, aus Bronze gegossene[12] symbolische Darstellung von Wassertropfen.[13]

Innenbeschreibung

Das einschiffige Langhaus ist einfach gehalten und hat eine Flachdecke mit Heiliggeistloch. Die dreiachsige, auf eckigen Pfeilern ruhende Empore liegt über einem eingezogenen Vorraum im Osten des Langhauses. Die Empore ist über eine südlich des Eingangsportals liegende Treppe zugänglich. Durch eine runde Fensteröffnung gelangt Licht zur Treppe. Von der Empore gelangt man auch in das Turminnere. Unterhalb der Empore befindet sich an der Ostseite eine rechteckige Nische in der Langhausmauer. An der Südseite des Vorraums befindet sich ein zweites Rundfenster. Die anderen Langhausfenster haben eine rundbogige Laibung. Sowohl in die nördliche als auch in die südlichen Langhausmauer ist unter dem jeweils östlichen der beiden Fenster eine Rundbogennische eingelassen.[6]

Der einjochige und eingezogene Chor mit innen abgerundetem Dreiachtelschluss ist gleich hoch wie das Langhaus. Ihm gegenüber ist der Chor um zwei Stufen erhöht. Das Chorjoch hat einen Gurtbogen der auf der im Chorschluss nach innen versetzten Außenmauer ruht. Wie das Langhaus so hat auch der Chor hat eine flache Decke und rundbogige Laibung der Fenster. Durch eine Tür an der Nordseite gelangt man in die dort an den Chor angebaute Sakristei mit darüberliegenden Oratorium. Durch jeweils eine rechteckige Wandöffnung über der Tür kann man vom Oratorium auf den Chor blicken.[6]

Ausstattung

Chorbereich

Das Altarretabel des neugotischen Hochaltars wurde laut einer Inschrift 1833 von dem Tischler Josef Flausch[6] oder Josef Hantsch[14] und dem Maler und Architekten Caspar Tendler gestaltet. Es ersetzte den alten Hochaltar der 1764 von Veit Königer[10] für das Grazer Dominikanerinnenkloster geschaffen und später hierher überstellt worden war. Der neue Altar wurde am 6. September 1836 von Bischof Roman Sebastian Zängerle[15] geweiht. Der Grazer Bildhauer Johann Gschiel junior fasste 1889 die bis dahin weiß gehaltenen Altarfiguren farbig und Ludwig von Kurz zum Thurn und Goldenstein[10] verzierte und marmorierte den Altaraufbau neu.[15] Das große Mittelfenster des Altarretabel wird von zwei, ihm gegenüber hervorgehobenen Seitenteilen mit je zwei Säulen gerahmt. Im Mittelfenster des Altars steht die 1674 für die Pfarrkirche Anger gestiftete und 1689 hierher überstellte steinere Figur der Muttergottes als Gnadenstatue der Kirche. Sie steht mit einem Fuß auf einer Wolke und mit dem anderen auf einer Mondsichel, während hinter ihr der Strahlenkranz der Sonne zu sehen ist. In ihrer linken Händ hält sie ein Zepter, während auf ihrem rechten Arm das Christuskind mit dem Reichsapfel sitzt. Auf ihrem Kopf ruht eine Krone. Der Rahmen des Mittelfensters selbst ist so gestaltet als ob ein Vorhang zur Seite geschoben wurde um den Blick auf die Muttergottes frei zu geben und um wie eine Art Himmelsfenster zu wirken. Die Statue wird auf jeder Seite von je drei Engelsfiguren flankiert. Die mittleren zwei Engel halten Kerzenständer in den Händen, während die oberen zwei Engelsfiguren ihre Herzen den oberen Abschluss des Retables entgegenstrecken. Auf Höhe der Füße der Muttergottes befinden etwas außerhalb des Rahmens auf jeder Seite je ein Engelskopf.[16] Den oberen Abschluss des Retables über dem Mittelfenster bildet eine plastische Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit. Jesus und Gottvater sitzen auf Wolken, während über ihnen der Heilige Geist in Form einer Taube schwebt. Diese Darstellung wird von zwei Engelsfiguren flankiert, die auf den Kapitellen des Säulenaufbaus ruhen. Auf dem Seitenteil links des Mittelteils stehen Figuren der heiligen Anna mit einer Bibel in der Hand und Johannes des Täufers mit Kreuzstab und Lamm, während auf der rechten Seite der mit einer Schäferschaufel dargestellte heilige Joachim sowie der Evangelist Johannes mit Buch und Kelch stehen. Die barocken Figuren der Anna und des Joachim stammen noch vom Vorgängeraltar und sind Werke Veit Königers.[17]

Vor dem Hochaltar steht die Mensa mit dem Tabernakel. Die Mensa selbst ist seit 1968 mit marmorartigen Travertin umkleidt und an ihrer Vorderseite mit den Symbolen für Alpha und Omega sowie dem Christusmonogramm verziert. Das in Gold gefasste Tabernakel mit Säulenaufbau und zwei übereinander liegenden Nischen wird von zwei knienden Engel flankiert. Die untere Nische ist verschließbar und an ihrer Tür ist das Nomen sacrum IHS angebracht. Die obere, rundbogige Nische ist die sogenannte Aussetzungsnische für das Allerheiligste in dem ein Kruzifix steht. Am oberen Abschluss des Tabernakels sitzen drei Engelsfiguren auf einer Wolke.[17]

Langhaus

Es gibt zwei Seitenaltäre mit Bildern von Anton Jantl aus dem Jahre 1791.

Die Kirche hat eine Orgel aus 1908 wurde von Konrad Hopferwieser/Graz errichtet. Eine Glocke nennt Peter Zwölfer 1673.

Rezeption

Sage

Die Kirche wurde der Gründungslegende nach an dem Ort errichtet, an der ein aus Holland stammender blinder Mann an der Quelle seine Sehkraft zurückerhielt. Diese Legende gibt es in verschiedenen Varianten. Einer dieser Varianten wird im Kirchenführer wiedergegeben und berichtet von einem Holländer der seine innere Kraftquelle verloren hatte und auf beiden Augen erblindete. In einem Traum sah er eine schöne Landschaft mit einer ausgebrannten und verdorrten Fläche die Brandlucken genannt wurde. Er suchte nach Wasser und als er von der Brandlucken tief hinabstieg fand er erschöpft eine Quelle. Als er aus dieser trank kam er wieder zu Kräften und als er wieder zur Brandlucken hochgeklettert war, war diese in eine blühende Fläche verwandelt worden. Als er erwachte beschloss er sich auf die Suche nach dieser Quelle zu machen. Zusammen mit seiner Frau kam er nach Graz, wo man ihnen zwar den Weg zur Brandlucken erklären konnte, ein heilsame Quelle war ihnen aber unbekannt. Als sie auf der Brandlucken angekommen waren, verloren sie den Weg. Ein plötzlich auftauchender Hirtenknabe brachte sie zu der von ihnen gesuchten Quelle. Als der Holländer von der Quelle getrunken und seine Augen mit dem Wasser gewaschen hatte konnte er wieder sehen. Er erkannte die Gegend als jene aus seinem Traum wieder.[18] In einer anderen Version der Sage hatte die örtliche Bevölkerung bereits ein gemauertes Kreuz mit einer Marienstatue bei der Quelle errichtet und der Holländer hörte im Traum eine Stimme sagen er soll in die Steiermark, zu einer Marienstatue bei der Gegend Offenegg gehen.[19]

Literatur

Der steirische Heimatdichter Peter Rosegger berichtet in seiner Geschichte Vom heiligen Wasser wie er an einem Pfingstmontag um 1855 zusammen mit seiner Base eine Wallfahrt nach Heilbrunn unternahm.[20]

Wappen

Das am 25. März 1985 verliehene und von Heinrich Purkarthofer entworfene Gemeindewappen der bis 2014 eigenständigen Gemeinde Naintsch nimmt indirekt auf die Pfarrkirche Heilbrunn und die dortige Marienverehrung Bezug. Die Blasonierung lautet: „In Blau eine goldene Laubkrone, durchsteckt von drei gestielten goldenen Lilien, die sich mit den Blüten berühren.“ Die Krone wurde aus dem Herzschild der auf der Waxenegg ansäßigen Geschlecht derer von Webersberg entnommen, die 1672 eine erste Kapelle bei der Quelle errichten ließen. Die drei goldenen Lilien sind ein Symbol für die heilige Maria die hier vereehrt wird.[21]

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 173.
  • Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020.
  • Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020.
Commons: Wallfahrtskirche Maria Heilbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 4–6.
  2. a b Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 6–7.
  3. a b Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 11.
  4. Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 7.
  5. a b c Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 8.
  6. a b c d e f g h Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 173.
  7. Bundesdenkmalamt: Steiermark – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (PDF) In: www.bda.gv.at. Abgerufen am 2. Januar 2026.
  8. a b Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 64.
  9. Ortsverband Heilbrunn - Chronik. Österreichischer Kameradschaftsbund - Landesverband Steiermark, abgerufen am 3. Januar 2026.
  10. a b c Peter Krenn: Die Oststeiermark. Ihre Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen (= Österreichische Kunstmonographie. Nr. 11). 2. Auflage. Verlag St. Peter, Salzburg 1987, ISBN 3-900173-26-5, S. 166–167.
  11. Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 87.
  12. Josef Hofmüller: Überraschender Besuch des Bischof. In: meinbezirk.at. 15. Juni 2020, abgerufen am 3. Januar 2026.
  13. Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 100.
  14. Unsere Kirche. Pfarre Heilbrunn, abgerufen am 4. Januar 2026.
  15. a b Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 63.
  16. Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 88.
  17. a b Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 11–12.
  18. Engelbert Schmied: Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilbrunn. Hrsg.: Zukunftsforum und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 5.
  19. Geschichte. Pfarre Heilbrunn, abgerufen am 10. Januar 2026.
  20. Engelbert Schmied: Festschrift 400 Jahre Wallfahrtsort Heilbrunn 1620-2020. Hrsg.: Zukunftsforum Heilbrunn und Pfarre Heilbrunn. 2020, S. 95–97.
  21. Heinrich Purkarthofer: Die in den Jahren 1984 und 1985 verliehenen steirischen Gemeindewappen. (PDF) In: Mitteilungen des steiermärkischen Landesarchivs. Abgerufen am 10. Januar 2026.

Koordinaten: 47° 20′ 14,6″ N, 15° 36′ 32,1″ O