Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Heinersreuth)
Die römisch-katholische Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung steht mitten im Wald von Heinersreuth, einem Gemeindeteil des Marktes Kirchenthumbach im Landkreis Neustadt an der Waldnaab der Oberpfalz. Das Bauwerk ist unter der Denkmalnummer D-3-74-129-19 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.
Gründung
Die Geschichte des Kirchengebäudes geht auf den Kauf eines Gnadenbildes durch den an Gicht erkannten Zimmermann Johann Wolffinger im Jahre 1715 zurück. Er hatte in der Heiligen Dreifaltigkeit Gößweinstein das feierliche Versprechen abgelegt, bei erfolgreicher Genesung seines verwundeten Fußes eine Kopie des Gnadenbildes von Neukirchen zum Heiligen Blut zu erwerben und es an einem Baum im Schnabelwaider Kütschenrain zu befestigen, dorthin, wohin ihn der Geist Gottes seinen Schritt führen würde. Schnell entwickelte sich an dieser Stelle zunächst eine Bildwallfahrt. Mit Spenden zahlreicher Wallfahrer wurde nach Erlaubnis Leuchtenbergischen Lehenvogtei von Pfarrers Horschelt zu Thurndorf eine kleine Kapelle errichtet und am St. Rosa-Tag 30. September 1723 mit Genehmigung des Erzbischöflichen Ordinariats in Bamberg eingeweiht. Das von Johann Michael Doser geschaffene Schnittwerk wurde von dem Maler Johann Lidtmann aus Nabburg in einem Altar gefasst. Neben mit dem Bildnis der Maria vom Heiligen Blut im Altarblatt wurde der Altar einem gemalten Bildnis „Sanct Rosa“ auf dem Antependium ausgestattet.[1] Durch hohe Einnahmen aus unzählbaren heiligen Messen waren 1727 bereits alle Schulden für den Bau getilgt. 1731 hatte man einen Überschuss von 150 Gulden erwirtschaftet, um die baufällige und dem Wallfahrerstrom nicht mehr gewachsene Kapelle zu ersetzen. 1731 hatte der Maurer Christian Kübler aus Thurndorf einhundert Quadersteine in dem Walde des Hans Koller zu Naslitz gebrochen, 1732 hat er weitere hundert Quader und 1733 nochmals sechzig Quader gebrochen. Bis 1735 wurde günstiges Bauholz beschafft und nach weiteren einhundert Steinquadern, die der Maurer Kübler 1736 gebrochen hatte, erfolgte 1737 der Neuaufbau des heutigen Kirchenbaus, der 1739 fertiggestellt wurde. Das vorhandene Altarblattes vom wurde von dem Amberger Maler Georg Mathias Pösl neu gestaltet.[2]
Beschreibung
Die Saalkirche wurde 1737 bis 1739 erbaut. Sie besteht aus einem Langhaus und einem eingezogenen gerade geschlossenen Chor im Osten. Aus dem Walmdach des Langhauses erhebt sich im Westen ein sechseckiger, offener Dachreiter, in dem eine Kirchenglocke hängt, und dessen spitzes Zeltdach mit Schindeln bedeckt ist. Die Ecken des verputzten Gebäudes und das Portal im Westen bestehen aus Hausteinen.
Der Innenraum ist mit einem Stichkappengewölbe überspannt, das auf doppelten Pilastern aufsetzt. Die geschnitzten Hängewerke der Dachkonstruktion wurden mit Röteln verziert und in den Jahren 2005/2006 saniert. Zur Kirchenausstattung gehört ein Hochaltar, den Johann Michael Doser geschaffen hat, dessen Altarretabel ein Gnadenbild enthält.[3] Das Pilgerbüro des Bistum Würzburg zählt die Kapelle zu „einer der schönsten Barockkirchen der Oberpfalz“.[4]
Auf dem Weg vom Dorf zur Kirche ist ein steinernes Sühnekreuz mit den Buchstaben H. S. und der Jahreszahl 1625, in diesem Jahr soll dort ein Schweinetreiber erschlagen worden sein. Der Mörder sagte: „Lieber um 6 Kreuzer einen erschlagen, als um 9 Kreuzer täglich arbeiten.“[2]
Nutzung
In der Waldkapelle werden von Mai bis September im zweiwöchentlichen Rhythmus mittwochs Gottesdienste abgehalten, jährlich ein Bittgang der Pfarrei Thurndorf nach Heinersreuth statt. Am ersten Wochenende im Juli wird das Patronatsfest und am Ersten Adventssonntag eine Adventsandacht gefeiert.[1]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern V, Regensburg und Oberpfalz. Deutscher Kunstverlag, München 2008, S. 220.
Weblinks
- Website des Vereins zur Sanierung, Erhaltung und Pflege der Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchnug bei Heinersreuth
- Marienwallfahrtsort im Bistum Würzburg, Heinersreuth - Mariä Heimsuchung
Einzelnachweise
- ↑ a b Manfred Schaller: Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchung. Verein zur Sanierung, Erhaltung und Pflege der Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchung bei Heinersreuth, abgerufen am 27. Oktober 2025.
- ↑ a b Matthias Schmidt: Geschichte der Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchung. Innenansicht der Wallfahrtskirche. Verein zur Sanierung, Erhaltung und Pflege der Wallfahrtskirche Mariä-Heimsuchung bei Heinersreuth, abgerufen am 27. Oktober 2025.
- ↑ Tag des offenen Denkmals – in Thurndorf und Heinersreuth. Kath. Pfarrei St. Jakobus Thurndorf, abgerufen am 27. Oktober 2025.
- ↑ Norbert Jung: Marienwallfahrtsort im Bistum Würzburg, Heinersreuth - Mariä Heimsuchung. Diözesanpilgerbüro Bamberg, abgerufen am 28. Oktober 2025.
Koordinaten: 49° 47′ 6″ N, 11° 40′ 27,4″ O