Wallfahrtskapelle St. Anna

Die römisch-katholische St.-Anna-Kapelle ist ein Wallfahrtsort des Bistums Münster in der Hopstener Bauerschaft Breischen. Die Kapelle wurde zur Verehrung der an dieser Stelle 1677 in einem Baumstamm gefundenen Figur der Hl. Anna Selbdritt errichtet.

Geschichte

Die Kapelle wurde 1694 erbaut und mehrfach erweitert, da sie den Anstrom der Pilger nicht mehr fassen konnte. Die Initiative zur Errichtung der Kapelle ging auf die Gebrüder Johann und Dietrich Teeken zurück. Die beiden Tödden waren in ein Unwetter bei einer Schiffsfahrt auf einer Handelsreise geraten. Darauf schworen sie, eine Kapelle zu Ehren der Figur der Hl. Mutter Anna zu errichten, würden sie dieses Unwetter überstehen. Diese Figur der Hl. Mutter Anna wurde 1677 beim Fällen einer Eiche an der heutigen Stelle der Kapelle aus dem Baum gestohlen. Sie soll jahrelang auf dem Dachboden des benachbarten Bauern gelegen haben. Eine Geschichte besagt, dass zu einer Feier allerlei Unfug mit dieser Figur getrieben worden sei, als plötzlich alle Fenster des Hauses zersprangen.

Bruderschaft

1755 wurde die Bruderschaft von Josef, Maria und Anna gegründet, um als Ordner während der Prozession zu dienen und die Massen an Pilgern zu bewältigen. Diese erreichten um 1750 Größenordnungen von bis zu 10.000 Teilnehmern. Unter Pfarrer Stumpf wurde 1855 die Sankt-Annen-Bruderschaft gegründet, diese übernahm nun die eigentliche Ordneraufgabe während der Wallfahrt. Die ursprüngliche Bruderschaft entwickelte sich zum heutigen Schützenverein St. Annen weiter.[1]

Gnadenbild

Das 1677 aufgefundenen Gnadenbild der Hl. Anna Selbdritt wird in der Kapelle aufbewahrt. Bis 1970 war das Gnadenbild in rote Samt- und Brokatkleidung gehüllt. Pfarrer Franz Wember ließ die Kleidung entfernen und veranlasste eine Restaurierung der Figuren.[2]

Wallfahrtsplatz

Am Ort der Kapelle befinden sich heute zusätzlich ein Wallfahrtsplatz und ein Kreuzweg mit Park.

Commons: St.-Anna-Kapelle (Breischen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mechthild Schwienherr: 10 000 Gläubige kamen zur Prozession. In: Ibbenbürener Volkszeitung. Nr. 184, 10. August 2001, S. ibb8 (ivz-aktuell.de [abgerufen am 19. November 2025]).
  2. Mechthild Schwienherr: Festmahl führte Familien zusammen. In: Ibbenbürener Volkszeitung. Nr. 190, 17. August 2001, S. ibb9 (ivz-aktuell.de [abgerufen am 20. November 2025]).

Koordinaten: 52° 22′ 9,2″ N, 7° 35′ 28,7″ O