Walentina Wiktorowna Lapajewa
Walentina Wiktorowna Lapajewa (russisch Валентина Викторовна Лапаева; * 20. Oktober 1952 in Kalinin) ist eine sowjetische bzw. russische Rechtswissenschaftlerin.[1][2]
Leben
Nach den Studium an der Lomonossow-Universität Moskau (MGU) in der Ökonomie-Fakultät (Abschluss 1974) arbeitete Lapajewa als wissenschaftliche Junior-Mitarbeiterin im Allunionsforschungsinstitut für sowjetische Gesetzgebung beim Justizministerium der UdSSR und wurde schließlich wissenschaftliche Hauptmitarbeiterin.[1][2] Sie verteidigte 1978 als Kandidat-Dissertation ihre Analyse der rechtlichen Form des wirtschaftlichen Verhaltens in Karl Marx’ Kapital mit Erfolg für die Promotion zur Kandidatin der juristischen Wissenschaften.[3]
Beim Kongress der Volksdeputierten der Sowjetunion (1989–1991) gehörte Lapajewa zu den Leitern des Soziologischen Dienstes des Kongresses. Sie verteidigte 1993 erfolgreich ihre Doktor-Dissertation über die soziologische Absicherung der Gesetzgebung für die Promotion zur Doktorin der juristischen Wissenschaften.[4]
Auf Lapajewas Initiative entstand ein Gesetzgebungsprojekt für politische Parteien und sonstige politische Vereinigungen. Der Gesetzesentwurf wurde in zwei öffentlichen Anhörungen diskutiert[5] und 2001 von den Abgeordneten Wjatscheslaw Igrunow, W. Lyssenko und Wladimir Ryschkow in die Duma eingebracht, aber mit nur 90 Ja-Stimmen nicht angenommen. Sie war Mitglied der 2002–2007 existierenden Partei Union der Menschen für Bildung und Wissenschaft und entwarf das Parteiprogramm.[6]
An der Russischen Akademie für Rechtsprechung wurde Lapajewa 2002 wissenschaftliche Hauptmitarbeiterin, um 2007 in das Moskauer Institut für Staat und Recht der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAN) zu wechseln. Von 2014 bis 2018 war sie Beraterin des Verfassungsgerichts der Russischen Föderation. Seitdem ist sie wissenschaftliche Hauptmitarbeiterin im Sektor für Rechts- und Geschichtsphilosophie und Staats- und Rechtstheorie des Instituts für Staat und Recht der RAN.[2][7] Sie war Mitglied des Wissenschaft-Metodik-Rates bei der Zentralen Wahlkommission der Russischen Föderation.
Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse Lapajewas sind entsprechend den Antikorruptionsvorschriften registriert und einsehbar.[8]
Lapajewa war mit dem Rechtswissenschaftler Wladik Nersesjanz (1938–2005) verheiratet und hat eine Tochter.
Ehrungen, Preise
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Институт законодательства и сравнительного правоведения при правительстве российской федерации: Лапаева Валентина Викторовна (abgerufen am 2. November 2025).
- ↑ a b c Издательская группа "ЮРИСТ" : Лапаева Валентина Викторовна (abgerufen am 2. November 2025).
- ↑ Лапаева В. В.: Анализ правовой формы экономических отношений в "Капитале" К. Маркса : Автореф. дис. на соиск. учен. степени канд. юрид. наук : (12.00.01). ВНИИ сов. законодательства, Moskau 1978.
- ↑ Лапаева В. В.: Социологическое обеспечение законотворчества. Дис. ... докт. юрид. наук. Moskau 1993 ([1] [abgerufen am 1. November 2024]).
- ↑ «Выборы. Законодательство и технологии» 2000. № 11; 2000, № 12; 2001, № 1.
- ↑ Rossijskaja gaseta 26. November 2003.
- ↑ Вышла в свет монография В.В. Лапаевой «Типы правопонимания: правовая теория и практика» (abgerufen am 1. November 2025).
- ↑ Deklarator: Лапаева Валентина Викторовна (abgerufen am 2. November 5).