Waldenserkirche (Neureut)

Die Waldenserkirche ist der Kirchenbau der evangelischen Kirchengemeinde Neureut-Süd im Karlsruher Stadtteil Neureut.

1699 erfolgte die Gründung der Gemeinde Welschneureut durch Markgraf Friedrich Magnus für die Aufnahme südfranzösischer Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten. Bereits im Jahre 1700 bekam der Ort seinen ersten Pfarrer, Daniel Lautier. Bis 1801 wurden die Pfarrer von Basel geschickt und besoldet.[1] Im Jahre 1703 schloss sich Welschneureut der Synode der württembergischen Waldensergemeinden an. Ein als Holzbau um 1702 errichteter erster Gebetsraum wurde 1707 zerstört und 1720 durch den Zimmermeister Dold 1720 in Fachwerk wiedererrichtet. 1749 bis 1751 (datiert am Haupteingang) errichtete Johann Heinrich Arnold den heutigen Kirchenbau als Putzbau mit Sandsteingewänden und Ecklisenen. Dabei wurde der Dachreiter der abgerissenen Kirche über dem Giebel wiederaufgesetzt.[2] 1898 wurde die Kirche im Inneren umgebaut.

Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1944 wurde der Kirchenbau im Außenbau unter Zufügung eines giebelseitigen Glockenturm in formaler Anlehnung an den Weinbrennerstil bis 1950 wiederaufgebaut. Erhalten blieb eine Inschrift im Turmraum: „Bien heureux sont ceux, qui ouent la parole de Dieu et la gardent“ (Lukas 11,28 ), sowie Hugenottenkreuz und Lutherrose an den Eingängen.

Im Kirchenraum schmückt ein vergoldetes Waldenserwappen den Schlussstein des Chorbogens. Die farbige Kunstverglasung von Reinhard Dunke, die 1983 eingesetzt wurde, hat ebenfalls Waldensersymbolik zum Inhalt.[1]

Commons: Waldenserkirche Neureut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Welschneureut | Deutsche Waldenservereinigung e. V. Abgerufen am 15. Januar 2026.
  2. Emil Lacroix, Peter Hirschfeld und Wilhelm Paeseler: Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Karlsruhe Land. (Die Kunstdenkmäler Badens, Bd. 9, 5. Abt.). C. F. Müller. Karlsruhe 1937, S. 174.

Koordinaten: 49° 2′ 48,9″ N, 8° 22′ 16,2″ O