Walburga von Absberg
Walburga von Absberg (* vermtl. 1474; † 24. Januar 1538) war eine Benediktinerin und 35. Äbtissin von St. Walburg.
Walburga von Absberg wurde als Tochter von Hans von Absberg (1422–1475) und der Anastasia geborene Zobel von Giebelstadt geboren. Sie entstammte dem alten fränkischen Rittergeschlecht derer von Absberg. Ihr Neffe war der als „Raubritter“ bekannt gewordene Thomas von Absberg.[1]
Das Jahr ihres Eintrittes in das Kloster St. Walburg ist unbekannt. Der Eintritt in das Kloster muss jedoch vor 1493 stattgefunden haben, da ihr Name in diesem Jahr auf einer Wahlurkunde für ihre Vorgängerin Margarete von Schaumburg erschien. Bei ihrer Profess war Bischof Wilhelm von Reichenau anwesend.[1]
Nach dem Tod Margareta von Schaumbergs am 8. Januar 1508 wurde Walburga von Absberg als Nachfolgerin zur Äbtissin gewählt. Die Äbtissinenweihe wurde ihr am 15. Februar 1508 von Fürstbischof Gabriel von Eyb gespendet.[1]
Während ihrer Zeit als Äbtissin geriet das Kloster öfter in Konflikte mit den Bürgern der Stadt Eichstätt. Hierbei ging es um die klösterlichen Privilegien, sowie um die Finanzierung von Reparaturen an der Stadtmauer, die gleichzeitig auch das Kloster ummauerte. 1525 spitze sich der Konflikt weiter zu. Im Zuge des Bauernkonflikts gerieten nicht nur die Abtei St. Walburg, sondern auch das Hochstift Eichstätt und weitere Klöster der Nähe in den Konflikt. Um eine Eskalation des Konflikts zu verhindern bot der Rat der Stadt Eichstätt an mit den aufständischen Bürgern und der Äbtissin Walburga zu verhandeln. Walburga von Absberg lehnte die Verhandlungen jedoch ab. Daraufhin kam es zu gewalttätigen Aktionen der Aufständischen, so wurden verschiedene Weidezäune, sowie ein Mühlrad der Abtei zerstört. Die Streitigkeiten innerhalb der Stadt konnten jedoch beigelegt werden, als große Gefahr von Außen durch den nahe Thalmässing geformten Mässinger Haufen ausging. Diese hatten bereits die Stadt Greding erobert und das Kloster Plankstetten zerstört. Nach Ende des Mässinger Haufens konnte der Konflikt zwischen Bürgern, Stadt und Kloster durch Vermittlung des Schwäbischen Bundes gelöst werden. Für den Schwäbischen Bund nahmen Martin Graf zu Öttingen, Wilhelm von Knöringen und Ulrich Artzt an den Verhandlungen teil. Als Resultat musste die Stadt das zerstörte Mühlrad ersetzen. Zudem musste die Stadt eine Mauer errichten, um den Edelbach durch Verunreinigungen durch das Kloster zu schützen. Die Kosten in Höhe von zehn Gulden hatte jedoch das Kloster zu tragen. Die Bürger und Bauern konnten für sich verhandeln, dass die alten Weide- und Fischrechte wieder zu ihrem Gunsten galten.[2]
Innerhalb des Klosters bestand zur Zeit Walburgas von Absberg eine bedeutende Bildteppichweberei. Ein um 1520 gewebter Bildteppich mit dem Stammbaum der Hl. Walburga befindet sich heute im Diözesanmuseum Eichstätt und im Bayerischen Nationalmuseum in München.[1]
Walburga von Absberg war bis zu ihrem Tod 1538 fast 30 Jahre lang Äbtissin der Abtei St. Walburg. Ihre Nachfolgerin wurde Margareta von Seckendorff.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Sr. Dr. Maria Magdalena Zunker OSB: Walburga von Absberg - Leben und Wirken einer bedeutendsten St. Walburger Äbtissin in unruhiger Zeit (um 1474 - 1538). Historischer Verein Eichstätt Sammelblatt 116. Jahrgang. Eichstätt 2024, ISSN 0936-5869.
- ↑ Josef Seger: Der Bauernkrieg im Hochstift Eichstätt. Abgerufen am 12. Oktober 2025.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Margarete von Schaumburg | Äbtissin von St. Walburg 1508–1538 | Margareta von Seckendorff |