Waisenhausplatz-Brunnen
Der Waisenhausplatz-Brunnen, auch Fischbrunnen genannt, steht vor dem Holländerturm am Waisenhausplatz in der Altstadt von Bern. Er gehört zu den nichtfigürlichen Berner Brunnen des 18. Jahrhunderts.
Geschichte
Vor 1840 stand der Waisenhausplatz-Brunnen in der heutigen Form an der Stelle des späteren Bärenplatzbrunnens an der Nordwestecke des heutigen Bundesplatzes vor dem alten Casino, dem heutigen Hauptsitzgebäude der Berner Kantonalbank. Von dort wurde er in der Brunnen-Rochade von 1840 anstelle des Lindenbrunnens vor den Holländerturm verschoben. Die 1784–1785 in Solothurner Muschelkalk im Stil Louis XVI. gefertigte Brunnenanlage wurde wahrscheinlich von Niklaus Sprüngli entworfen, was durch Vergleiche mit seinen anderen Werken angenommen wird.[1] Dem quadratischen Monolith-Becken sind zwei halbrunde Nebenschalen an der Ost- und Westfront angefügt. Darüber steht der durch Voluten gestützte Obelisk, der mit Girlanden verziert und von einer Kugel an der Spitze bekrönt ist. Am Sockel ist eine Inschrift RENOV · 1841 eingehauen. Ein kleiner, achteckiger Nebentrog (Sudeltrog) ergänzt die Anlage an der Nordseite.
Trinkwasser
Das Trinkwassernetz von Energie Wasser Bern (ewb) versorgt den Brunnen mit Trinkwasser, dessen Qualität regelmässig überprüft wird.[2]
Literatur
- Paul Hofer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern. Die Stadt Bern – Stadtbild · Wehrbauten · Stadttore · Anlagen · Denkmäler · Brücken * Stadtbrunnen · Spitäler · Waisenhäuser. Hrsg.: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 28). Band 1. Birkhäuser Verlag, Basel 1952, Die Stadtbrunnen. III. Nichtfigürliche Brunnen des 18./19. Jahrhunderts. Waisenhausplatz, S. 327–330 (467 S., biblio.unibe.ch [PDF; 68,9 MB; abgerufen am 3. Dezember 2025]).
- Berchtold Weber: Waisenhausplatz-Brunnen. In: Burgerbibliothek Bern (Hrsg.): Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern (= Schriften der Berner Burgerbibliothek). Bern 2016 (archives-quickaccess.ch [abgerufen am 4. Dezember 2025]).
- Paul Schenk: Berner Brunnen-Chronik. 4. Auflage. Herbert Lang & Cie AG, Bern 1971, S. 60.
- Dieter Schnell: Niklaus Sprüngli: 1725–1802. Bauen für die Stadt und Republik Bern. Licorne-Verlag, Bern / Langnau / Murten 1999.
Weblinks
- Dokumente zum Waisenhausplatz-Brunnen im Online-Archivkatalog der Burgerbibliothek Bern
Einzelnachweise
- ↑ Schnell 1999, S. 157.
- ↑ Trinkwasserqualität. Die Trinkwasserqualität in der Stadt Bern wird regelmässig überprüft. In: bern.ch. Informationsdienst der Stadt Bern, 17. November 2015, abgerufen am 3. Dezember 2025.
Koordinaten: 46° 56′ 55,2″ N, 7° 26′ 37,8″ O; CH1903: 600396 / 199733