Waiblinger Bucht

Lage der Waiblinger Bucht

Als Waiblinger Bucht wird ein landschaftlicher Raum in Baden-Württemberg bezeichnet, der sich um die Stadt Waiblingen erstreckt und nach Osten hin in das Remstal übergeht. Sie ist Teil des Übergangsbereichs zwischen dem Neckarbecken und dem Keuperstufenland und wird sowohl landschaftlich als auch klimatisch von beiden Großräumen beeinflusst. Die Waiblinger Bucht ist die naturräumliche Teileinheit Nr. 123.2 der Haupteinheitengruppe Neckar- und Tauber-Gäuplatten.

Lage

Die Waiblinger Bucht öffnet sich vom Neckarraum nach Osten und wird im Süden und Südosten vom Schurwald begrenzt. Nördlich schließen sich die Keuperhöhen der Berglen an. In die Bucht mündet von Osten her die Rems, die etwa einen Kilometer nördlich von Rommelshausen durch eine deutlich erkennbare Bruchstufe verläuft.

Die flachwellige Landschaft der Bucht reicht vom Remstal über das Schmidener Feld hinweg bis in das Neckarbecken. Orte wie Rommelshausen liegen am Rand der Bucht, am Übergang von der Gäulandschaft zu den Keuperhöhen.

Landschaft

Die Waiblinger Bucht weist Merkmale der Gäulandschaft auf.[1] Sie ist durch sanft geneigte, offene Flächen gekennzeichnet, die von fruchtbaren Löss- und Keuperböden überdeckt sind. Diese Bodenverhältnisse begünstigten früh den Ackerbau. Im Bereich der Rems befinden sich einige Mineralquellen.

Die angrenzenden Höhenzüge des Schurwaldes bestehen aus Keuperschichten und sind überwiegend bewaldet. Vom Keuperstufenrand aus neigt sich das Gelände der Bucht allmählich zur Rems hin ab.

Die Region ist durch menschliche Eingriffe, wie Landwirtschaft und Siedlungen stark geprägt.

Klima

Die Waiblinger Bucht gehört zum südwestdeutschen Klimaraum und liegt im Einflussbereich zweier Klimabezirke: des Kraichgau-Neckarbeckens sowie des östlich angrenzenden Klimabezirkes Bauland–Schwäbische Waldberge. Besonders wirksam ist der Einfluss des Neckarbeckens.

Das Klima gilt als mild.[2] Die Bucht ist teilweise gegen kalte Ostwinde durch die Stufenränder des Keuperlandes geschützt. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt unter dem Landesdurchschnitt.

Bedeutung

Günstiges Klima, fruchtbare Böden und die verkehrsoffene Lage machten die Waiblinger Bucht früh zu einem Siedlungsraum. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung bereits vor etwa 5000 Jahren. Auch in historischer Zeit begünstigte eine alte West-Ost-Verkehrslinie durch die Bucht die Entwicklung der Siedlungen.

Mit dem Ausbau moderner Verkehrswege und der Industrialisierung im Raum Stuttgart–Waiblingen gewann die Waiblinger Bucht zusätzlich an Bedeutung als Wohn- und Wirtschaftsraum.

Literatur

  • Walter, Heinz Erich (Hrsg.): Rommelshausen. Das Ortsbuch. Mit Beiträgen u. a. von Max Beßler, Wolf Dieter Forster, Werner Gotthard u. a. Walter-Verlag, Ludwigsburg 1973 (Walter-Ortsbuch Nr. 20), S. 18–19, 30.

Einzelnachweise

  1. Neckarbecken. In: LGBRwissen. Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Regierungspräsidium Freiburg, abgerufen am 22. Dezember 2025.
  2. Steffen Schönau: Heft 292 - Modellierung von Bodenerosion und Sedimentaustrag bei Hochwasserereignissen am Beispiel des Einzugsgebiets der Rems. Eigenverlag des Instituts für Wasser- und Umweltsystemmodellierung der Universität Stuttgart, 2021, abgerufen am 22. Dezember 2025.

Koordinaten: 48° 50′ 0″ N, 9° 20′ 0″ O