Wahome Mutahi

Wahome Mutahi (* 1954; † 22. Juli 2003 in Nairobi) war ein kenianischer Satiriker, Journalist und Dramatiker, bekannt unter dem Pseudonym Whispers.[1] Seine Sonntagskolumne prägte über Jahrzehnte die Lektüre in Kenia und machte ihn zu einer landesweit populären Stimme der Alltags- und Gesellschaftssatire.[2]

Leben

Mutahi begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem Schreiben für kenianische Zeitungen; seine Kolumne Whispers, deren Name zu seinem Pseudonym geworden ist, lief von 1982 bis 2003.[1] Er veröffentlichte die Kolumne zunächst im Standard on Sunday, bevor sie später in der Sunday Nation erschien.[3] Im Jahr 1986 wurde er im berüchtigten Untergeschoss des Nyayo House in Nairobi festgenommen und misshandelt, ehe er ohne Anklage wieder freikam.[4] Die Erfahrungen aus dieser Haft verarbeitete er in seinem Schreiben und nahm seine publizistische Arbeit anschließend wieder auf.[4] Am 7. März 2003 erlitt er nach einer Operation zur Entfernung eines Lipoms Komplikationen und fiel ins Koma.[5] Er starb am 22. Juli 2003 im Kenyatta National Hospital in Nairobi.[5]

Wirken

Mit Whispers sezierte Mutahi Familienalltag, Politik und Bürokratie in einer volksnahen, pointierten Sprache, welche das sonntägliche Lesen in Kenia nachhaltig prägte.[2] Zu seinen bekanntesten Büchern zählen der Roman Three Days on the Cross sowie die Satire-Sammlung How to be a Kenyan.[1] Er war zudem als Theaterautor und -schauspieler tätig; am Kenya National Theatre erinnert eine Büste an ihn.[6] Zu seinem Andenken stiftete die Kenya Publishers Association 2006 den im Zweijahresrhythmus vergebenen Wahome Mutahi Literary Prize.[7] Der Preis wird bis heute im Rahmen der Nairobi International Book Fair vergeben.[8] Im Jahr 2013 suchte seine Familie vor dem High Court in Nairobi Entschädigung wegen ärztlicher Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit seinem Tod.[9] 2015 wies das Gericht die Klage jedoch ab.[10] Sein Andenken wird bis heute gepflegt, etwa bei einer Gedenkfeier zum 15. Todestag 2018 in Nairobi.[11]

Einzelnachweise

  1. a b c Remembering Wahome Mutahi, 20 years later. In: nation.africa. 23. Juli 2023, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b Late Wahome remains king of humour, decades later. In: The Standard. 17. Juli 2013, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  3. Whispers through his mother’s eyes. In: The Standard. 20. Juli 2013, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  4. a b RIGHTS: For Years, Kenyans Whispered about the Torture Chambers. In: Inter Press Service. 25. Februar 2003, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  5. a b Ricarda Njoki Wahome (Suing as administrator of the estate of the late Wahome Mutahi) v Attorney General & 2 others [2015] KEHC 4929 (KLR). In: Kenya Law. 22. April 2015, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  6. Remembering Wahome Mutahi and the making of our art gala. In: nation.africa. 10. September 2022, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  7. Writing is a painful labour of love. In: The Standard. 5. Oktober 2014, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  8. Priest wins book prize with 'Hustlers' Chains'. In: The Standard. 6. Oktober 2022, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  9. ‘Whispers’ of justice, ten years later. In: The Standard. 19. April 2013, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  10. Wahome Mutahi family loses compensation case. In: The Standard. 24. April 2015, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
  11. Whispers: Celebrating legendary humorist Wahome Mutahi 15 years on. In: Citizen Digital. 11. Juli 2018, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).